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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 15. September 2019 · 16:17 Uhr
 
 
 

»Das Volksfest ist mein Haupturlaub«

Volksfest-Referent Robert Gasteiger im Porträt

Stadtrat und Volkfestreferent Robert Gasteiger (re.) vor seiner Kutsche, in der er auf dem Festzug mitfahren wird. (Foto: pri)

Robert Gasteiger ist keiner, den man leicht übersieht. In der Region Dachau sowieso nicht, denn da kennt man ihn, als Stadtrat der Freien Wähler, als langjährigen Vorstand der »Ampertaler«, von Trachten- und Schützenverein, als Zither-Musiker. Der 49-Jährige ist wahrscheinlich das Gesicht der Brauchtumspflege in Dachau schlechthin. Während des Dachauer Volksfests rückt der stattliche Mann ganz besonders in den Mittelpunkt: Als Brauchtums- und Volkfest-Referent der Stadt Dachau. Dieses Amt hat er von seinem Vorgänger Willy Teufelhart übernommen, der vorzeitig sein Stadtratsmandat niederlegte. »Ich bin dann bei den Freien Wählern nachgerückt und hab auch gleich das Amt des Volksfestreferenten mit übernommen«, erinnert sich Gasteiger. Es passt einfach auch zu ihm. Für Gasteiger ist es das Schönste, sich für die Schausteller und das Brauchtum einzusetzen. »Das ist keine Arbeit für mich«, beteuert er. »Ich war ja schon als Bub immer dabei.« Er kennt alle, die beim Thema Volksfest etwas zu sagen haben, sieht sich als Bindeglied zwischen der Stadt, der Platzmeisterei, dem Bauhof, dem Roten Kreuz, dem Ordnungsamt, der Feuerwehr, dem Ordnungsdienst, den Wirten und den Schaustellern. »Wir sind ein eingespieltes Team«, versichert Gasteiger.

Für ihn und viele Dachauer gehören die zehn Tage des Volkfests zur schönsten Zeit des Jahres. »Nicht umsonst kommen jedes Jahr 300.000 Gäste«, weiß der Stadtrat der Freien Wähler Dachau, im Hauptberuf Kundenberater bei der Sparkasse Dachau. »Das Volksfest ist mein Haupturlaub im Jahr«, betont Gasteiger. Er ist dann jeden Tag ab zehn Uhr mit einem offenen Ohr für die Anliegen der Schausteller auf der Thoma-Wiese, kümmert sich mit dem Oberbürgermeister um die Senioren am Seniorentag oder um die Ehrengäste aus der Partnerstadt Fondi.

Für Gasteiger liegt das Erfolgsgeheimnis des Volksfests nicht nur an dem günstigen Bierpreis (6,30 Euro) und der schönen Lage nahe der Altstadt, sondern auch an der besonderen Atmosphäre. »Das fängt mit dem Einzug der Wirte an«, so Gasteiger, »der ist zwar viel kleiner als bei der Münchner Wies'n«, dafür sei er intimer und familiärer, wenn dazu die Ampertaler, die Schützen, die Schlossbergler, die Malweiber und die Jäger einziehen. Er kennt sie alle persönlich und freut sich, dass alle zwei Jahre am Sonntag auch der Kinderfestzug stattfindet. Apropos Kinder: »Die Guadlkanone macht unser Volksfest auch noch mal ganz besonders«, erklärt Gasteiger. Die kommt nur noch in Dachau am Kindertag (14. August) zum Einsatz.

Nächstes Jahr kandidiert er wieder für den Stadtrat und hofft, dann weitere sechs Jahre als Referent das Volksfest repräsentieren zu dürfen. Das macht Robert Gasteiger nämlich mit Leib und Seele.