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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 15. September 2019 · 16:49 Uhr
 
 
 

Klaus Maders letztes Mal

Dachau übergibt die Volksfest-Organisation in neue Hände

Volksfest-Organisator Klaus Mader vor »seinem« noch im Aufbau befindlichen Glückshafen. (Foto: A. Förster)

Seit 22 Jahren ist Klaus Mader im Auftrag der Stadt Dachau für die Volksfest-Organisation zuständig. Gleichzeitig ist er der Chef vom Glückshafen, der für die Dachauer weit mehr ist als eine Losbude: Ein Symbol für Beständigkeit und Solidarität mit den Bedürftigen. Mader ist jetzt 63, nächstes Jahr geht er in den verdienten Ruhestand und freut sich, künftig nur noch »normaler Besucher« auf dem Volksfest zu sein. Die Geschicke der immens wichtigen Volkfest-Organisation legt er in die Hände von Andrea Löffler vom Amt für Kultur, Tourismus und Zeitgeschichte. Sie ist längst in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden, denn: »Die Organisation des Volksfests ist eine ganzjährige Aufgabe«, weiß Mader. Sie beginnt im September mit der Ausschreibung der Schausteller und Wirte, das Ergebnis wird im November dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. »Dieser Prozess dauert meistens bis Weihnachten. Ich habe meine Vorschläge immer durchsetzen können«, versichert Mader. Beim Auswahlprozess sei eine »klare Linie« nötig, das heißt ein freundlicher, aber bestimmter Umgang mit den Schaustellern, die auch untereinander nicht selten mit harten Bandagen um einen Platz auf dem stets gut besuchten Volksfest kämpfen. Auch Stadträte hätten sich hier und da schon für ein bestimmtes Fahrgeschäft stark gemacht, aber Mader weiß ganz genau, was passt, und was nicht. »Die einen brauchen zu viel Platz, die anderen passen nicht in die Mischung«, erklärt er. Der Platz in Dachau ist äußerst begrenzt, das bedürfe schon einer genauen logistischen Abstimmung mit dem Platzmeister, Siegfried Kistler.

Gerade jetzt müssen sie nach Möglichkeiten suchen, die vom neuen Eigentürmer des MD-Geländes gekündigte Parkfläche in der Ostenstaße zu ersetzen. Die Ausweichfläche am ehemaligen Landfahrerplatz an der Alten Römerstraße ist nicht groß genug, weitere Flächen werden gesucht.

Für die »richtige Mischung« braucht es Erfahrung, denn das Dachauer Volksfest beruht auf einer mehr als 130-jährigen Tradition. »Es ist ein Fest für die Dachauer Bevölkerung, gerade auch für die Familien«, betont Mader. Nur zwei Geschäfte sind, neben dem Glückshafen, als Standard immer gesetzt: Das Riesenrad und der Autoscooter. »Für die Jugend gibt es sechs Fahrgeschäfte, die regelmäßig wechseln. Am Wichtigsten sind uns Tradition und Geselligkeit, deshalb haben wir fünf Zelte und weitere Angebote zum Essen und Trinken. Und zum Beispiel auch ein Kasperltheater.« Davon gibt es nur noch zwei Anbieter in Bayern.

Zur Organisation des Volksfests gehört auch der Seniorentag: 9.500 Einladungen mit Verzehrgutscheinen werden jedes Jahr an alle Dachauer geschickt, die über 65 Jahre alt und im Stadtgebiet gemeldet sind. »Wer kein Fleisch isst, für den gibt es mittlerweile Alternativen«, sagt Mader. Nicht nur vegetarisch, sondern sogar vegan. Man gehe schließlich, bei aller Tradition, auch mit der Zeit.