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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 18. October 2018 · 08:49 Uhr
 
 
 

»Noch viel Luft nach oben«

Verbesserungsmöglichkeiten für Radfahrer

Radbegehung mit Michael Kraus (ADFC) und (von li) Justus Hoffmann, Michael Eisenmann (BfD), Kai Kühnel (BfD), Anke Drechsler (SPD), Silvia Kalina (CSU), Sabine Geißler (BfD), Volker C. Beck (SPD) und Florian Hartmann (OB). (Foto: A. Förster)

Im neuen Fahrrad-Parkhaus ist der Rückrollschutz bei den oberen Radlständern zwischen 23 bis 43 Zentimeter zu hoch angebracht. Viele Frauen schaffen es nicht, ihr Fahrrad über die Vorrichtung zu wuchten. In der Unterführung des Bahnhofs lässt sich der Gestank nicht mehr beseitigen, so dass der Fahrradbereich dort bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Am Busbahnhof wären Markierungen für die geschützte An- und Abfahrt von Radfahrern nötig. Der Fußweg in der Frühlingstraße ist gleichzeitig ein Radweg für beiden Richtungen, ein No-Go aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs. »Hier dürfen die Radler eigentlich nur Schrittgeschwindigkeit fahren«, erklärt Michael Kraus vom ADFC. Natürlich hält sich niemand daran.

Kraus' Liste, die er den Stadtratsmitgliedern vom Runden Tisch Radverkehr vorlegt, ist lang. Später wird er mit den Teilnehmern der Radbegehung den Innenstadtbereich abradeln und überall da anhalten, wo aus seiner Sicht noch Verbesserungsbedarf seitens der Stadt besteht. »In punkto Sicherheit für Radfahrer gibt es in Dachau noch viel Luft nach oben« so sein Fazit nach eineinhalb Stunden. Oberbürgermeister Florian Hartmann hat seinen Verkehrsplaner vom Stadtbauamt (Abt. Tiefbau), Justus Hoffmann, mitgebracht, der fleißig mitschreibt. Zum Teil sei man dran, Dinge zu verbessern, wie die überdachten Radlständer am Busbahnhof, die erneuert werden und ebenfalls zweistöckig werden sollen. Hierfür habe man bereits eine andere Firma beauftragt als beim Radlparkhaus.

Im Allgemeinen, so Kraus, plädiere der ADFC für klar gekennzeichnete Radfahrstreifen, wie sie derzeit schon in der Inneren Münchner Straße erfolgreich angewandt werden, als beste Lösung für alle Verkehrsteilnehmer. Die Stadträte standen dieser Idee generell positiv gegenüber. Einige Verbesserungen seien bereits angeschoben, erklärte Verkehrsplaner Hoffmann. So zum Beispiel die Fahrradbrücke über die Schleißheimer Straße, deren Umsetzung aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen werde. Demnächst würden Radfahrstreifen auf Höhe der Mittermayerstraße zwischen Steinhauser und Stögerstraße angebracht. Dafür müssten allerdings die letzten drei verbliebenen Parkplätze weichen, doch das sei unumgänglich, wenn man die Sicherheit des Radverkehrs erhöhen wolle.