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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 22. August 2019 · 00:46 Uhr
 
 
 

Kultusminister Michael Piazolo besucht Dachau

Sein Thema: Digitalisierung an Bayerns Schulen

Der bayerische Kultusminister Prof. Dr. Michael Piazolo (2. von li) kam auf Einladung der CSU, hier in der Person von Landrat Stefan Löwl (li) und dem AKS-Dachau-Kreisvorsitzenden Michael Niedermair (re) und seiner Stellvertreterin Helga Schiller. (Foto: A. Förster)

Bayerns Kultusminister, MdL der Freien Wähler, kam auf Einladung des Koalitionspartners CSU. Genauer gesagt, des im Frühjahr 2018 neu gegründeten Arbeitskreises Schule, Bildung und Sport (AKS) Dachau. Prof. Dr. Michael Piazolo nutzte die Gelegenheit, vor etlichen Schul- und Elternbeiräten und dem versammelten CSU-Stadtrat im Schwarzberghof die bildungspolitische Digitalisierungsoffensive der Staatsregierung vorzustellen. »Wegen des erwartbar hohen Aufwands werde man die Kommunen als zuständige Sachaufwandsträge nicht alleine lassen«, betonte Piazolo gleich zu Beginn. Als größte Herausforderungen machte er die flächendeckende Anbindung mit Highspeed-Glasfaser-Anschlüssen aus, die W-Lan-Ausleuchtung der Schulen und Klassenzimmern sowie die Ausstattung mit moderner Hardware für die von Ministerpräsident Markus Söder versprochenen 50.000 digitalen Klassenzimmer. Hier sei Bayern mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 212 Millionen Euro in Vorleistung gegangen, wodurch 11.000 Klassenzimmer bereits ausgestattet wurden, erklärte der Minister. Nun komme endlich auch der Digitalpakt des Bundes dazu und die Ausstattung der restlichen Klassenzimmer bis zum Jahr 2024 sei damit sichergestellt.

Wartung und Pflege der technischen Infrastruktur dürfe man in der Folgezeit nicht vernachlässigen, warnte Piazolo und wertete dies als weitere Herausforderung, der man sich jetzt schon stellen müsse. Eine Bayern Cloud zum Austausch von Daten und digitalen Diensten werde man einrichten und 200 Lehrkräfte zu pädagogischen Systembetreuern fortbilden. Die Technik müsse zuallererst der Pädagogik dienen, versicherte Piazolo. Deshalb müsse man alle Lehrer inhaltlich und technische so befähigen, dass der Unterricht im digitalen Klassenzimmer auch wirklich besser werde. »Persönlich ist mir ein guter Unterricht mit Kreide und Tafel lieber als ein schlechter mit dem Whiteboard«, stellte der Kultusminister klar. Man habe nun von 6.000 bayerischen Schulen die angeforderten Medienkonzepte erhalten, sie waren die Voraussetzung für die Förderung. Diese könnten nun von den Kommunen angefordert werden. Den Lehrern stünden unter anderem fünf Online-Module als Selbstlernkurse zur Verfügung, weitere regionale und schulinterne Weitertbildungen gehörten zur Fortbildungsoffensive des Freistaats. Wie der Unterricht dann genau ausgestaltet werde, zum Beispiel mit mehr Gruppenarbeit, da mache der Freistaat keine Vorgaben, auch nicht zur Software-Ausstattung. Das liege im Gestaltungsspielraum der Schulen und Lehrkräfte.

Bei der anschließenden Diskussion vermissten beispielweise Elternbeiräte ein klares Konzept zum Erlernen des Zehnfingerschreibens an den Gymnasien. Piazolo ließ sich hier nicht festnageln, er forderte die Schulen auf, das als Wahlfach anzubieten und Kurse auf freiwilliger Basis vor Ort zu organisieren. Verbreitet gab es Skepsis, ob das digitale Lernen – abgesehen von leichteren Schulranzen – überhaupt Vorteile bringe. Auch Piazolo war hier der Auffassung, dass man immer sorgfältig didaktisch von Fach zu Fach prüfen und entscheiden müsse, wo es sinnvoll sei. »Das unterliegt einer ständigen Entwicklung und Neubewertung«, so der Minister.