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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 6. June 2020 · 01:14 Uhr
 
 
 

Wellness und Sicherheit

Vom Bädertraum zum eigenen Traumbad

Profi-Tipps zur Badsanierung in oktoberfestlichem Ambiente: Badgestalter Klaus Guderley (Foto: öxler)

Noch vor 15, 20 Jahren war’s, da galt der Begriff »Barrierefreiheit« im Bad als Synonym ausschließlich für eine alters- und behindertengerechte Ausstattung. Haltegriffe im Bereich der Badewannen und in Duschen, Vermeidung von Türschwellen, Sitzvorrichtungen verschiedenster Art – schon war der Pflicht genüge getan. Doch Industrie und clevere Bäderprofis wie Klaus Guderley erkannten, dass dieses Thema Potential habe und lange noch nicht ausgeschöpft sei. Nach und nach kamen neue Produkte auf den Markt, wurden technische Innovationen vorgestellt und die Planung neuer Bäder erfuhr einen veränderten Denkansatz. Barrierefreiheit im Bad entwickelte sich in den Folgejahren zum allgemeinen »Haben wollen!« und stand urplötzlich neben Sicherheit auch für Komfort, Wellness, Luxus gar. Und, dass es für den Umbau beziehungsweise die Sanierung zum barrierefreien Bad noch staatliche Unterstützung gibt, gilt zudem als willkommenes Zuckerl. Architektur- und Wohnzeitschriften förderten diesen Trend, der sich längst im Begriff »Vom Bädertraum zum Traumbad« manifestiert hat. Dem Begriff, den Klaus Guderley an seinen Beratertagen für Badsanierer als Titel seiner Vorträge zum Thema erkoren hat. Wie jetzt, vergangenen Samstag, als er zum Guderley-Oktoberfest geladen hatte. Resche Brezn und Leberkässemmeln erinnerten ebenso wie Wiesnbier und bunte Lebkuchenherzen an das größte Volksfest der Welt, das zurzeit in München zur Kurzweil lädt. Wobei die Besucher im Guderleyschen Bäderstudio das volksfestliche Ambiente zwar schätzten, das Augenmerk aber eindeutig auf den Möglichkeiten rund um die Badsanierung legten. Einerseits informierte der Badgestalter aus Hilgertshausen grundlegend über den Ablauf einer Badsanierung, sprach Zeiten, Umstände, Kosten an. Er zeigte aber auch – egal, ob kleines oder größeres Bad – wie aus einem in die Jahre gekommenen Nassraum ein individuelles »Home-Spa« werden kann. Und belegte dies anhand von Beispielen im Vorher-nachher-Vergleich, allesamt aus seiner Arbeitspraxis. Besonders die heute technischen Möglichkeiten der Barrierefreiheit – unter anderem die Flachpumpe, die neuerdings selbst in Altbauten bodengleiche Duschen ermöglicht, sowie über Türen begehbare Badewannen – hatten es den künftigen Badsanierern angetan. Wobei, nahezu gleich im Frage-und-Antwort-Spiel mit dem Bäderprofi war die Trend­idee des fugenarmen und fugenfreien Bads: großflächige Fliesen beziehungsweise Paneele und wasserdichter Putz. Denn jede eingesparte Fuge in Nassräumen bedeutet geringere Möglichkeit der Schimmelbildung sowie weniger Putz- und Pflegeaufwand. Komfort, ja, aber auch hinsichtlich alters- und behindertengerecht ebenfalls eine Art der Barrierevermeidung. Kurzum: Dem Applaus der anwesenden Gäste am Beratertag für Badsanierer nach zu urteilen, hat Klaus Guderley den Nerv der Zeit getroffen und voll überzeugt.