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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 17. May 2022 · 19:45 Uhr
 
 
 

Ein Herz für »Notfellchen«

Tiere mit Handicap fast ohne Chance

Randi ist blind, aber er kommt bestens zurecht und ist ein Super-Schmuser. (Foto: Kathrin Diekmann)
 

Seit fast zwei Jahren bin ich nun Ehrenamtliche im Tierheim Dachau – und hier haben es mir immer besonders die Tiere mit Handicap angetan. Sie haben graue Schnauzen, sind blind oder taub und werden bei der Vermittlung  leider oft übersehen. Und gern werden Phrasen gedroschen wie »Die sollte man doch lieber einschläfern…«. Das ist der Punkt, der mich sauer macht! Und ich kann nur jedem, der dieser Meinung ist raten, sich mal in das Zimmer eines dieser Notfellchen zu setzen: die haben die gleichen Flausen im Kopf, wie gesunde Tiere, sind genauso lebensfroh und dank medizinischer Hilfsmittel auch schmerzfrei.

Wie zum Beispiel der blinde Randi. Er ist zirka zehn Jahre alt, ihm mussten beide Augäpfel entfernt werden und so landete er im Juni diesen Jahres im Tierheim. Diese Herzlosigkeit macht mich wütend und sprachlos. Mit seinem Schicksal kommt er, so wie die meisten Tiere mit Handicap, gut zurecht. Und er ist ein Mega-Schmuser, der schon anfängt zu schnurren, wenn man ihn nur leicht antippt.

Natürlich ist es keine leichte Aufgabe, ein Tier mit Behinderung aufzunehmen, aber wer weiß, worauf es im Umgang ankommt, wird reich dafür belohnt. Und er wird schon bald feststellen können, dass es keinen großen Unterschied zu einem gesunden Tier gibt, denn sie kompensieren ihre Schwächen durch andere Sinnesorgane.

Im Internet gibt es viele Portale, die sich diesesThemas angenommen haben und dort findet man Tipps, wie man sein eigenes »Notfellchen« in sein neues Zuhause integriert. Jedes von ihnen braucht und verdient zum »endlich-glücklich-sein« ein gemütliches Plätzchen und ausgiebige Streicheleinheiten.

(Kathrin Diekmann)