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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 31. March 2020 · 01:37 Uhr
 
 
 

Gerda Hasselfeldt zu Gast

Bewegender Appell an die Menschlichkeit

Brigitte Meyer und Gerda Hasselfeldt (Mitte) mit der Führung des BRK Dachau (von li) Dennis Behrendt, Bernhard Seidenath, Angelika Gumowski, Hans Ramsteiner und Paul Polyfka. (Foto: BRK Dachau)

Der Stellenwert des BRK-Kreisverbandes Dachau im Rotkreuzgefüge zeigt sich auch darin, dass die Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes Gerda Hasselfeldt sowie die Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes Brigitte Meyer der Einladung zum BRK-Neujahrsempfang gefolgt waren.

Der Empfang fand mit vielen Ehrengästen im festlichen Rahmen im Rotkreuzhaus statt: Spender, jahrzehntelange Mitstreiter, Sympathisanten, Unterstützer und Förderer aus Politik und Wirtschaft, ehrenamtlich und hauptamtlich Engagierte sowie kooptierte Mitglieder und Repräsentanten befreundeter Hilfsorganisationen. Anwesend waren auch Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Oberbürgermeister Florian Hartmann und der stellvertretende Landrat Helmut Zech sowie die CSU-Ortsvorsitzende Claudia Kops aus Haimhausen.

Der BRK-Kreisvorsitzende Bernhard Seidenath nutzte die Gelegenheit, um allen Mitarbeitenden, vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern sowie den befreundeten Blaulichtorganisationen zu danken. Seidenath: »Ohne Sie könnten wir diese Kraft nicht auf die Straße bringen.«

Gerda Hasselfeldt betonte in ihrer Begrüßung, dass sie mit Besuchen in Kreisverbänden grundsätzlich restriktiv umgehe, aber für Dachau mache sie eine Ausnahme. »Den großartigen Empfang, den mir das BRK Dachau zu meiner Wahl als Präsidentin im Dezember 2017 bereitet hat, habe ich nicht vergessen.« Mit deutlicher Anerkennung sprach sie über die haupt- und ehrenamtliche Arbeit im Kreisverband, über die Vielfalt des Engagements und die sieben Grundsätze, die das Rote Kreuz weltweit verbindet. Der Kreisverband Dachau habe sich in den letzten Jahren Alleinstellungsmerkmale erarbeitet, so Hasselfeldt. Zum einen durch die wachsende Kinderbetreuung mit mittlerweile 13 Einrichtungen im Landkreis, deren Aufgaben in der Gesellschaft nicht hoch genug einzuschätzen seien. Zum anderen durch die enge Freundschaft zum Roten Kreuz in der Ukraine.

Seit drei Jahrzehnten unterstützt die Auslandshilfe des BRK Dachau die Ukraine mit Hilfsgütertransporten. Internationale Hilfe gehöre nicht zu den originären Aufgaben eines Kreisverbandes. Das vor drei Jahren gegründete Projekt »Krankenschwestern für Iwano Frankiwsk« für kranke und alleinstehende alte Menschen auf dem Land sei ein Leuchtturmprojekt, so Hasselfeldt. Die DRK-Präsidentin brach schließlich eine Lanze für das Ehrenamt, das Erfüllung und Anerkennung bedeute. »Wir brauchen gesellschaftliche Verantwortung der Einzelnen«, so Hasselfeldt. Aus diesem Grund werde sie sich auch für eine gesteigerte Attraktivität des Bundesfreiwilligendienstes und einen Rechtsanspruch für Bewerberinnen und Bewerber einsetzen.

Die Vizepräsidentin des Bayerischen Roten Kreuzes Brigitte Meyer wies auf die Bedeutung der Kulturloge hin, die seit Januar unter dem Dach des BRK Dachau geführt wird und sich mit einem kostenlosen kulturellen Angebot an bedürftige Mitbürger richtet. »Das ist die Tafel in der Kultur«, betonte Brigitte Meyer.

Abschließend zeichnete der BRK-Kreisgeschäftsführer Paul Polyfka die Entwicklung des Kreisverbandes nach. Schon immer habe der BRK-Kreisverband Dachau mit dem ersten HvO-System, dem Rendezvous-System, der Motorrad-Staffel, der Erfindung des organisatorischen Leiters Rettungsdienst und dem ersten Einsatzleitwagen eine Vorreiterrolle innegehabt. Auch die Geschäftsentwicklung verlaufe positiv, denn sowohl die Bilanz als auch die Mitarbeiterzahlen gingen stetig bergauf. Die Wasserwacht habe einen eigenen Lehrgang zum Wasserretter entwickelt und die Bereitschaften hätten Zuwachs in der Psychosozialen Notfallversorgung bekommen. Das BRK Dachau werde weiterhin Schrittmacher beim Finden von Lösungen für neue gesellschaftliche Herausforderungen sein, versprach Polyfka.

In einem bewegenden Vortrag berichtete er von Besuchen in der Ukraine und der erschütternden Not und Armut der Menschen dort. Sein persönlicher Leitsatz für das neue Jahr laute deshalb, bei allem, was das BRK unternehme, dürfe nie außer Acht gelassen werden: »Was bringt es den Menschen, die unsere Hilfe und Unterstützung erwarten?«