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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 2. March 2021 · 06:23 Uhr
 
 
 

Unterstützung für Neuzugewanderte

Der neue Bildungs- und Beratungspass soll bei der Integrierung helfen.

Der neue Bildungs- und Beratungspass. (Foto: Silke Lein/LA Dachau)

Ab Montag, den 16. September, gibt es einen Bildungs- und Beratungspass für Neuzugewanderte im Landkreis Dachau. Dieser dient als Wegweiser für alle Neuzugewanderten. Erhalten können ihn alle neuzugewanderten Personen ab 16 Jahren, die aus dem Ausland in den Landkreis Dachau ziehen oder in Deutschland weniger als sechs Jahre wohnen.

Der Bildungs- und Beratungspass enthält Informationen über alle relevanten Bildungs- und Beratungsangebote sowie eine Liste mit regionalen Anlaufstellen im Landkreis Dachau. Dies ist bei der Ankunft in Deutschland von großer Bedeutung für die erfolgreiche Integration. In dem Bildungs- und Beratungspass können alle erbrachten Leistungen und Teilnahmen in den Bereichen Migration- oder Asylberatung, Deutschkurse, schulische Ausbildung, ausländische Qualifikationen und deren Anerkennung, Praktika, Qualifizierung und Weiterbildung sowie Ehrenamt dokumentiert werden. Die gebündelten Informationen schaffen sowohl für Betriebe als auch für Bildungs- und Beratungseinrichtungen mehr Transparenz.

Auf einen Blick erfahren sie, was die Person bereits gemacht hat und was als nächstes anstehen könnte. Auch für die Neuzugewanderten selbst bedeutet der Pass mehr Transparenz und ist ein wichtiges Integrationshilfsmittel. Der Pass dient als erste Orientierung, betont Dardan Kolic, Bildungskoordinator für Neuzugewanderte, der für den Bildungs- und Beratungspass verantwortlich ist.

Er erinnert sich an die Zeit, als er vor sechs Jahren von Montenegro für ein Studium nach Deutschland gekommen ist: »Auch, wenn meine Deutschkenntnisse bei meiner Ankunft bereits auf einem sehr guten Niveau lagen, hat mir der Gesamtüberblick über die Angebote gefehlt. Vieles habe ich durch Zufall oder viel zu spät erfahren.« Personen oder Familien, die mit sehr wenig Deutschkenntnissen nach Deutschland kommen, fällt das viel schwerer. »Vieles ist neu, vieles ist anders und deswegen ist die Transparenz essenziell«, meint Herr Kolic. Die im Bildungs- und Beratungspass aufgelisteten Anlaufstellen, wie zum Beispiel die Migrationsberatung und die Sprachkursträger, bieten Hilfestellung bei einem Ankommen in den Landkreis. »Der Bedarf nach mehr Transparenz kristallisierte sich bei den Austauschtreffen mit den Beratungs- und Bildungseinrichtungen, dem Jobcenter, der Bundesagentur für Arbeit, den Vertretern der Asyl-Helferkreise und vielen anderen Akteuren heraus«, sagt Herr Kolic.

Nach einigen Recherchen hat man sich für den Bildungs- und Beratungspass entschieden - ein Angebot, das es auch schon in anderen Landkreisen in Bayern gibt. Einen intensiven Austausch bei der Erstellung gab es vor allem mit den Landkreisen Landsberg am Lech und Donau-Ries. Deren Erfahrungen und Struktur wurde zum größten Teil übernommen und auf den Bedarf bei uns vor Ort angepasst.

Bei diesem Prozess haben alle vorgenannten Stellen mitgewirkt. Der Zuspruch und die Unterstützung waren sehr groß. Das Angebot hat auch bei den Gemeinden großen Anklang gefunden. Sie spielen eine zentrale Rolle bei der Ausgabe des Bildungs- und Beratungspasses, da neben den oben genannten Akteuren und der Ausländerbehörde auch die Einwohnermeldeämter der Gemeinden den Neuzugewanderten bei der Anmeldung den Bildungs- und Beratungspass anbieten und aushändigen können. Auf diese Art und Weise wird sichergestellt, dass jeder Neuzugewanderte bei der Ankunft im Landkreis Dachau einen Bildungs- und Beratungspass erhält.