8.19°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 29. September 2020 · 02:23 Uhr
 
 
 

Kontinuität für die Gemeinde

Christian Blatt stellt sich wieder zur Wahl

Verwaistes Rathaus - erst am 24. September wird Erdwegs neuer Bürgermeister gewählt. (Foto: Carolin Ölsner)
 

Der Schock, den der plötzliche und unerwartete Tod des 1. Bürgermeisters Georg Osterauer sowohl bei den Bürgerinnen und Bürgern als auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus ausgelöst hat, sitzt tief. Die täglichen Geschäfte zu führen, laufende und geplante Projekte voranzutreiben und vor allem die in der Wahlordnung festgelegten Neuwahlen innerhalb von drei Monaten zu organisieren und durchzuführen, fällt schwer. Die gewährte Fristverlängerung des Landratsamts Dachau ist daher für alle sehr erfreulich.

In Abstimmung mit dem Bayerischen Ministerium des Innern wurde die Festlegung des Wahltermins auf den 24. September 2017 und damit auf den Tag der Bundestagswahl genehmigt. Für die Vorbereitung der Neuwahlen hat die Gemeinde damit knapp vier Monate Zeit. »Diese wird aufgrund der zusätzlich anfallenden Arbeiten, der zu berücksichtigenden Auflagen, damit die Bürgermeisterwahl nicht mit der Bundestagswahl in Konflikt gerät, und der anstehenden Urlaubsphase auch benötigt«, so Christian Blatt, 2. Bürgermeister und aktueller Stellvertreter der Gemeinde Erdweg. »Ich möchte mich daher jetzt schon bei allen bedanken, die die Urlaubsplanung so gelegt haben, dass wir die Wahlvorbereitung auch durchführen können. Denn gerade ab Mitte August bis hin zur Wahl ist mit der Erstellung der Wählerverzeichnisse, dem Prüfen der Wahlvorschläge und Bekanntmachungen, der Vorbereitung der Stimmzettel und so weiter recht viel neben dem eigentlichen Tagesgeschäft zu tun«.

Bei der nächsten Gemeinderatsitzung am 27. Juni wird der Wahlleiter sowie der Stellvertreter benannt werden. Dieser wird sich dann um die formelle Abwicklung kümmern. Die verschiedenen Wahlvorschlagsträger, also Parteien oder Wählergruppen, können bis zum 2. August einen Kandidaten nominieren, aufstellen und entsprechend bei der Gemeinde Erdweg einreichen. Und ja, der 33-jährige Christian Blatt, CSU-Ortsvorsitzender, wird wieder kandidieren.

Mit den Fraktionskollegen hat er darüber diskutiert und gesprochen. Über die Wahlkampfthematik oder die Wahlkampfbewerbungsphase selbst, habe er sich bisher allerdings noch keine Gedanken gemacht. Dafür sei es einfach noch zu früh. Die erneute Kandidatur sei für ihn zum einen eine logische Konsequenz. Er vertrete den 1. Bürgermeister jetzt seit Ende Januar und habe damit bereits noch größeren Einblick in das Amt erhalten. Zum anderen habe der positive Zuspruch von vielen Bürgerinnen und Bürgern aus der Gemeinde ihn dazu bewegt. Die Vielseitigkeit, die Arbeit in und für seine Heimat bereiten ihm Freude. Mit diesem Amt kann und möchte er etwas bewegen.

Gewählt wird wieder auf sechs Jahre. Dies sei, laut Blatt, auch sehr sinnvoll, denn nur damit schafft man Kontinuität und diese ist für die Gemeinde Erdweg im Hinblick auf die aktuelle Situation und die aktuellen Themen enorm wichtig. So liegen unter anderem gerade das Ballraummodell, welches Anfang des Jahres entschieden wurde, mit Anträgen zur Raumflächennutzung und zu Bauleitplanungen, das Thema der Kinderbetreuung jeder Altersstufe, das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), welches momentan ausgearbeitet wird, sowie der Umzug des Sportgeländes auf den Tischen der Gemeindemitarbeiterinnen und -mitarbeiter.

Die Bearbeitung der anliegenden Themen ist in der aktuellen Vertretungsphase durch Christian Blatt nicht leicht. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter steht nicht immer jemand zur Verfügung, wenn sie jemanden zum Beispiel für Unterschriften brauchen. Auch wenn Christian Blatt erreichbar ist, kann er aufgrund seines Hauptjobs als Fachbereichsleiter Asylmanagement im Landratsamt Erding nicht immer vor Ort sein. »Organisatorisch ist das eine Herausforderung für alle«, so Blatt. »Wir versuchen das Tagesgeschäft natürlich am Laufen zu halten und das haben wir bis jetzt auch sehr gut hinbekommen. Allerdings ist es nicht immer möglich alles termingerecht abzuarbeiten. Dafür bitten wir um Verständnis«.

Die aktuelle Vertretungsphase wird so lange andauern, bis der neue 1. Bürgermeister seinen Dienst antritt. Je nachdem, ob es eine Stichwahl gibt oder nicht, wird dies Anfang Oktober der Fall sein. Aufgrund der langen Phase ist Blatt seinem aktuellen Arbeitgeber und dem Landrat Martin Bayerstorfer sehr dankbar. Er hat es ermöglicht, dass eine geeignete Regelung gefunden wurde, die Vertretungsphase für alle gut umsetzbar zu machen. Um sowohl für das Landratsam Erding und die Gemeinde Erdweg tätig zu sein, konnte Christian Blatt seine hauptberufliche Arbeitszeit verkürzen und damit an zwei Präsenztagen in der Woche, Dienstag und Donnerstag, im Rathaus in Erdweg anwesend sein.

Einen Todesfall des 1. Bürgermeisters hat es hier in der Region und im Landkreis Dachau bisher noch nicht gegeben. Daher kann man allen nur viel Kraft und gutes Gelingen wünschen.