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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 23. February 2020 · 23:47 Uhr
 
 
 

»Kochen mit pfiff«

Das inklusive Koch-Erlebnis in der KochSchule

Kochen verbindet (von li) Christian Ostermayr, Richard Madej, Maxi Schmid, Marianne Klaffki, Bettina Wagner, Chefkoch Sepp Ziegler, (verdeckt: Johann Schöpfel), Bürgermeister Reischl, Jamina Hentschel und Hartmut Baumgärtner. (Foto: PFIFF Franziskuswerk)

Am Sonntag, den 21. Mai, fand das zweite inklusive »Kochen mit pfiff« auf Initiative des Bürgermeisters Richard Reischl im KüchenHaus – KochSchule Rainer Schreier in Hebertshausen statt. In Zweier-Teams zauberten Menschen mit und ohne Behinderung mit Unterstützung des Chefkochs Sepp Ziegler ein viergängiges Menü, lernten sich beim gemeinsamen Kochen auf Augenhöhe kennen und hatten jede Menge Spaß.

Acht Persönlichkeiten aus dem Dachauer Land fanden sich um 13 Uhr zusammen mit zehn Menschen mit Lernbehinderung, die regelmäßig an Angeboten der pfiff gGmbH (Partner für Familienunterstützung, Inklusion, Fachberatung und Freizeit) teilnehmen, in den Räumlichkeiten der KochSchule ein. Dort konnten sich die ambitionierten Köchinnen und Köche für einen Gang entscheiden, an dem sie mitarbeiten wollten.

Als erstes begann das Team Nachspeise, bestehend aus Sr. M. Gabriele Konrad, Generalvikarin der Franziskanerinnen von Schönbrunn, Hartmut Baumgärtner, dem Behindertenbeauftragten der Stadt Dachau, Renate Schrehardt und Christian Ostermayr mit den Vorbereitungen für Dreierlei Mousse von Erdbeeren, Himbeeren und Rhabarber.

Das Team Vorspeise (Johann Schöpfel, Vorstand der Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG, die Heilerziehungspflege-Schülerin Nicole Stangl sowie Jamina Hentschel) bereitete die Spargelcremesuppe mit gebratenem grünen Spargel und Parmaschinken-Chips unter Anleitung von Sepp Ziegler zu.

Als Zwischengericht zauberte Nikola Obermeier von den Dachauer Nachrichten mit Maxi Schmid und Gerhard Spies Bentenrieder’s feine Taglioni mit gebratenem Frühlingsgemüse, geschmorten Kirschtomaten und Parmesan.

Als nächstes widmete sich das Team Hauptgericht, bestehend aus der stellvertretenden Landrätin Marianne Klaffki, Brigitte Geber von der Dachauer Tafel, Nicole Eder für MicroNova, Kristin Traunfelder, Richard Madej und Ralf Schenk, dem Pikanten Spieß von Wallners Bioputen auf Kokos-Mango-Soße, dazu Erbsen-Minze-Risotto.

Der Chefkoch des Tages, Sepp Ziegler, meisterte seine herausfordernde Aufgabe mit bewundernswerter Ruhe, Gelassenheit und Freundlichkeit und koordinierte und leitete die 18 Köchinnen und Köche auf sehr angenehme Art an. Hartmut Baumgärtner, der Dachauer Behindertenbeauftragte, erwies sich als wahrer Glücksgriff: Als gelernter Koch konnte er Sepp Ziegler und die Hobby-Köche zusammen mit Heike Nixdorf und Bettina Wagner von der pfiff gGmbH bestens unterstützen. Der Beweis, dass zu viele Köche nicht den Brei verderben, konnte an diesem besonderen Tag also erbracht werden!

Die offene Küche ermöglichte es allen Beteiligten, immer auf dem Laufenden zu bleiben, was gerade in der Küche geschah – und über den Tresen wurden bei bester Stimmung Tipps, Tricks und Anekdoten ausgetauscht. Begegnung auf Augenhöhe fand statt und beide Seiten lernten viel voneinander.

Um 17 Uhr schließlich wurden die 30 geladenen Gäste der Benefizveranstaltung aus Hebertshausen, dem Landkreis Dachau und vom Franziskuswerk Schönbrunn vom Team Aperitif mit Bürgermeister Reischl, Isabel Birle und Gerhard Glas mit einem prickelnden Erdbeer-Sprizz begrüßt. Bald waren nur noch Ahs und Ohs zu hören, als die Gäste in entspannter Atmosphäre die feinen Gerichte genossen.

Zwischen den Gängen stellten sich die Kochteams vor und erhielten jeweils großen Applaus für ihr geleistetes Werk – so manche Köchin, so mancher Koch wuchs da innerlich um einige Zentimeter, wie die strahlenden Augen zeigten. Heide und Matthias Schlemmer von der Weinhandlung VomFass in Dachau hatten sofort zugesagt, als sie vom geplanten Kochen mit pfiff gehört hatten und so wurde jeder Gang mit dem passenden Wein begleitet, was den Gaumenschmaus komplett machte.

Satt und zufrieden waren sich gegen 22 Uhr alle einig, dass das »Kochen mit pfiff« unbedingt eine jährliche Institution werden sollte, die dazu beiträgt Barrieren in den Köpfen abzubauen und das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern.