1.63°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 5. April 2020 · 08:51 Uhr
 
 
 

Neue Küche mit Pfiff

Cooles Design von Marianne Pfeiffer-Hell

Stippvisite Anfang der Woche bei… Claudia Haut mit ihren Töchtern Alicia, Mathilda und Lena (v. r.), dahinter Küchenplanerin Marianne Pfeiffer-Hell (Foto: öxler)

Wie, ein Küchen-Porträt? Thema der Woche eine Küche? Na und, hat doch jeder eine… Stimmt, aber vermutlich nicht eine solche, die ich am Montagvormittag in Pipinsried bei Familie Haut zu sehen bekam: ein wahres Schmuckstück, das durch klare Linien, viel, viel Stauraum, Aufgeräumtheit und – bei näherem Hinsehen – zig überraschende Details überzeugt: Tip-on-Schubladen… Oberschränke mit kombinierten Falt-Lift-Türen… Schubladen mit Glasfronten, die als Tablett herausgenommen werden können… Trinkwasser – still und gesprudelt – direkt aus dem Wasserhahn… integrierter Kochfeld-Dunstabzug… Wenn ich weitergebohrt, hinter sämtliche Türen und in alle Nischen genauer geschaut hätte, wer weiß, was ich sonst noch so alles an technischen Raffinessen entdeckt hätte! Dabei verblüfft die von Marianne Pfeiffer-Hell zum Wohnraum offen gestaltete Küche der Hauts zu allererst mal durch ihre Größe und Klarheit. Nicht eins der üblichen Geräte oder Küchenutensilien war zu sehen… nichts… nothing… Gut, in Katalogen und Küchenausstellungen präsentieren sich Küchen so, nicht aber im Gebrauch und dies bei einer fünfköpfigen Familie. Wie mir Claudia Haut angesichts meines Staunens versicherte, sähe die Küche immer so aus. Die geschickte Planung, meinte sie, und ihr Wunsch nach besonders viel Stauraum würden helfen, dass nach dem Kochen, Backen, Braten et cetera ihre Küche mit Pfiff ruckzuck immer so aufgeräumt aussähe. Bei aller Liebe, bei mir sähe selbst diese Küche mit ihrem Stauraum und der alles anders als üblichen Bewegungsfreiheit nicht so aus… Und die Planerin, Marianne Pfeiffer-Hell? Hielt sich dezent im Hintergrund und genoss sichtlich, wie mir Claudia Haut im Beisein ihrer Töchter Alicia, Mathilda und Lena ihre neue Küche vorstellte. Schon ihre erste Küche in Aichach habe die Marianne für sie geplant und diese, nach dem Umzug nach Pipinsried, den neuen Raumverhältnissen angepasst. Doch nach dreizehn Jahren, auch wegen des Nachwuchses, habe ihrem Mann Stephan und ihr die bisherige Küche nicht mehr genügt. Neue, andere Wünsche hätten sie gehabt, allein schon der Optik wegen. Und überhaupt… Bis sie aber erneut zur Küchenplanerin mit Pfiff gekommen seien, hätten ihr Mann und sie bereits eine ganze Liste mit Wünschen und Must-haves gehabt. Sie, beispielsweise, habe unbedingt einen Jalousieschrank haben wollen, Stephan einige zusätzliche Steckdosen, aber auch nicht prominent sichtbar. Dazu ihrer beider Vorstellung von klaren Linien, farblich neutral im Gegensatz zu den bisherigen Holztönen. Und die immerhin mehreren laufenden Meter Arbeitsfläche sollte edler, wertiger sein als die bisherige Standardplatte. Ach ja – dafür, so Claudia Haut, wollten ihr Mann und sie ihren großen Kühlschrank, die Armatur und den Backofen behalten. Unwillkürlich musste ich schmunzeln. Denn dazu noch die räumlichen Gegebenheiten wie eine Dachschräge, eine tiefe Mauernische und die auf mich schwerlastend wirkende Holzdecke mit Sichtbalken – wer sonst als Marianne Pfeiffer-Hell hätte dieses 3-D-Puzzle so überzeugend zu einer zeitgemäßen Familienküche zusammensetzen können!