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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 13. July 2020 · 09:29 Uhr
 
 
 

»Die Lange Nacht ist zu kurz«

Viele offene Türen, Galerien und Museen

Künstler und Spaßvogel Florian Marschall stellt »Heimatbilder» in der KVD-Galerie aus, darunter ein Porträt von Namensvetter Tony Marshall. (Foto: A. Förster)

Müde kommen manche Besucher nach den Langen Nacht der offenen Türen nachhause. »Wir sind mehrere Kilometer zu Fuß durch Dachau gelaufen und haben nicht mal die Hälfte gesehen«, bedauern Markus Steinberger und seine Frau Maria. Unmöglich, alle 39 Ateliers und Museen zu besuchen, die in der Altstadt, der Münchner Straße und erstmals auch in Dachau-Ost Freitagabend von 19 bis 24 Uhr geöffnet hatten. Schließlich sollte der kostenlose Kunst-Marathon ja auch Gelegenheit zu anregenden Gesprächen mit anderen Kunstsinnigen bieten.

Immerhin stehen manche Türen, über die gängigen Museen hinaus, noch länger offen und bieten so Gelegenheit, Verpasstes nachzuholen. Dazu gehört die KVD-Galerie in der Kulturschranne mit der Ausstellung »Heimatbilder« von Florian Marschall, ein fein gezeichneter Streifzug durch die deutsche Nachkriegsgeschichte (bis 7. Oktober).

Der 20. Geburtstag des Wasserturms wird noch bis Ende September mit Exponaten etlicher Künstler gefeiert, die über die Jahre dem Kunstort die Treue gehalten haben. Titel der Gemeinschaftsausstellung: »As Time Goes By«. Darunter sind Werke von Christian M. Huber, dem die Sparkasse parallel eine eigene Ausstellung widmete. Hubers Bilder wie »Der Naturfreund« zeigen eindrucksvoll, was die zeitgenössische Dachauer Kunstszene zu bieten hat. Im Treppenaufgang des Wasserturms hängt ein Bild von Gerda Riedel, die mit der Frauen-Gruppe GESIM3 in der Galerie im Rübsamen-Untergeschoss parallel die letzte Ausstellung vor der Schließung bestritt. In Kürze wird das Untergeschoss umgebaut und einer neuen Nutzung zugeführt. Der großzügige Galerieraum wird Dachau fehlen.

In der Galerie im Bürgertreff-Ost (Ernst-Reuter-Platz) sind spannende Acryl- und Wachs-Bilder, Papierkunst und Fotofragien (!) von Carin Szostecki sowie Skulpturen und Objekte mit griechischem Sand und Fischschuppen von Klaus Gasteiger zu sehen. Im Innenhof liegt ein Fanal zum Plastiktod der Meere – sehenswert. Noch bis zum 30. September jeweils Freitag bis Sonntag.

Regelmäßig freitags von 15 bis 19 Uhr geöffnet ist das denkmalgeschützte Malweiberhaus von Nina Schiffner in der Burgfriedenstraße 10. In den Räumen der zum Künstlerhaus umgestalteten ehemaligen Adelsvilla mit dem verwunschenen Garten, der von Dutzenden schrill bemalten Schaufensterpuppen bewacht wird, erwarten den Besucher neben Schiffners extravaganten Hüten und Modekreationen auch Gabriele Steinlechners wunderbare Bilder.