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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 14. May 2021 · 00:59 Uhr
 
 
 

»Verlockungen gibt es viele«

Gemeinsam Unterricht zur Schuldenprävention in Schulen

Übergabe des Spendenschecks an die Caritas. (Foto: Caritas)

Smartphone, Online-Käufe und -Spiele – kaum ein Bereich, der kein Geld kostet. »Und die Verlockungen sind für Jugendliche und junge Erwachsene riesengroß«, erklärt Irene Küsters von der Schuldnerberatung der Caritas Dachau. Hier besteht immer wieder Aufklärungsbedarf, berichtet sie aus ihrer langjährigen Praxis.

»Die Welt hat sich umgekehrt. Früher wurde gespart, um sich etwas kaufen zu können. Heute wird überall ein Kredit angeboten«, erklärt Sabrina Steinau, Leiterin Marketing und Personal der Sparkasse Dachau. Für die Arbeit der Caritas stellt die Sparkasse Referentinnen und 18.700 Euro für das Jahr 2019 zur Verfügung. Über die Unterstützung der Sparkasse Dachau freut sich Heidi Schaitl, Kreisgeschäftsführerin des Caritas-Zentrums Dachau, besonders: »Die Sparkasse Dachau hilft uns seit Projektstart und wir konnten durch die hervorragende Zusammenarbeit schon viele Jugendliche im Landkreis erreichen«.

Häufig kommt die Überlegung, wie und wann die Rechnung bezahlt wird, zu spät. Das führt dazu, dass sich junge Erwachsene schon früh verschulden. »Um das zu verhindern werden wir hier präventiv tätig – und das bereits seit über zehn Jahren«, erläutert die Marketingchefin. 2008 wurde das Schuldenpräventionsprojekt der Caritas Dachau gemeinsam mit der Sparkasse Dachau ins Leben gerufen. In allen neunten Klassen der Schulen im Landkreis findet Unterricht zur Schuldenprävention statt. Das Projekt ist fester Bestandteil des Schulunterrichts und wird von den Rektoren und den Lehrkräften unterstützt. »Ziele der Unterrichtseinheiten sind vor allem, über die Risiken und Fallstricke von Verschuldung aufzuklären und zu lernen, das Konsumverhalten an den eigenen finanziellen Möglichkeiten zu orientieren und mit Geld richtig umzugehen«, sagt Ines Adolphsen, Projektleiterin bei der Caritas.

Beim Schuldenpräventionsunterricht wird erklärt, wie Geldprobleme aktiv anzugehen sind und diese gelöst werden können. Den jungen Leuten wird vermittelt, wie sie vorausschauend mit einem Haushaltsplan arbeiten und verantwortungsbewusst mit ihrem Konto sowie Dispositionskredit umgehen können. Auch Verträge, vor allem Smartphone-Verträge, werden besprochen. Es wird ihnen erklärt, wie wichtig es ist, Verträge richtig und das Kleingedruckte durchzulesen, bevor diese unterschrieben werden. »Wichtig ist außerdem, dass Schulden und die daraus folgenden Probleme nicht verdrängt werden dürfen oder diese unter den Teppich gekehrt werden. Denn dann werden die Probleme nur noch größer«, betont Anna Maria Hagitte, Projektverantwortliche der Sparkasse Dachau. Sowohl die Caritas als auch die Sparkasse stellen die Referentinnen. Diese gehen als Team in die Klassen und führen die Unterrichtseinheiten durch.

In einem gemeinsamen Termin wurde nun das vergangene Jahr reflektiert sowie die künftige weitere Zusammenarbeit geplant. »Als öffentlich-rechtliches Kreditinstitut haben wir eine besondere Verantwortung für die Region und deren Bevölkerung. Wir sehen die Schuldenprävention als einen wichtigen Teil unseres öffentlichen Auftrags«, erklärt abschließend Sabrina Steinau.