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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 29. November 2020 · 22:52 Uhr
 
 
 

52. Vertreterversammlung erstmals virtuell

Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG blickt zurück und voraus

Der Aufsichtsratsvorsitzende Günter Wörl bei der 52. Vertreterversammlung der Volksbank Raiffeisenbank Dachau e.G. (Foto: VR Bank)

Die 52. Vertreterversammlung der Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG für das Geschäftsjahr 2019 fand virtuell statt. Wegen des Lockdowns im Frühjahr wurde sie auf den 15. Oktober verschoben. Mit einem entsprechenden Konferenz-Tool war es den Vertreterinnen und Vertretern möglich, die Berichte des Aufsichtsrates, der Bankvorstände sowie des Verbandsprüfers am Computer live mitzuverfolgen. »Wir passen uns an die aktuellen, von Corona bestimmten Gegebenheiten an. Für die übliche Präsenzveranstaltung im ASV-Theatersaal mit mehr als einhundert Teilnehmern schien uns das Infektionsrisiko zu hoch«, teilt Vorstandssprecher Thomas Höbel mit. Aus diesem Grund wurde die Vertreterversammlung am Donnerstag, 15. Oktober, um 17.30 Uhr als Live-Stream in Echtzeit übertragen.

Thomas Höbel teilte sich mit seinen Vorstandskollegen Karl-Heinz Hempel und Johann Schöpfel den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr. Die Entwicklung der Genossenschaftsbank ist mit einer gestiegenen Bilanzsumme von 2 Mrd. 340 Mio. Euro (gerundet) positiv. Die Steigerung um 10,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist auf eine Zunahme im Kundengeschäft und des Einlagengeschäfts zurückzuführen. Das Ergebnis hat sich dadurch besser als geplant entwickelt.

Das Genossenschaftliche Geschäftsmodell ist in dieser Zeit ein wichtiger Anker

Der Aufsichtsratsvorsitzende Günter Wörl eröffnete die 52. Vertreterversammlung mit einem Grußwort. Nach einem Blick auf weltweite wirtschaftliche Entwicklungen und Tendenzen setzte Vorstandssprecher Thomas Höbel in seinem Bericht Schwerpunkte auf die Situation der Unternehmen in Dachau, die Vergrößerung von Geschäftsstellen sowie die Aktionen der Genossenschaftsbank im vergangenen Jahr zur Förderung der Region.

Thomas Höbel warf auch einen Blick auf die Veranstaltungen im laufenden, bereits fortgeschrittenen Geschäftsjahr, die mit durchdachten Hygienekonzepten durchgeführt werden konnten. Im Hinblick auf die Firmen- und Geschäftskunden war es dem Vorstandssprecher wichtig, die von vielen Seiten geschürte Angst vor zu großen wirtschaftlichen Einschnitten zu nehmen: »Zum jetzigen Zeitpunkt spüren wir die Auswirkungen der Krise kaum. Wir haben in den letzten Monaten gesehen, dass sich unsere Kunden im Umgang mit der Situation sehr flexibel zeigen. Einige konnten ihr Geschäftsmodell sogar soweit verändern, dass es ihnen wirtschaftlich heute besser geht als noch vor der Krise«.

Mit der Corona-Soforthilfe konnte bei vielen die erste Hürde genommen werden. Bei rund 400 Darlehenskonten wurde die angebotene Tilgungsaussetzung genutzt. Es konnten rund 18,8 Millionen Euro an Corona-Darlehen ausgegeben werden. Zur stabilen Lage trage auch bei, dass die Kundenberaterinnen und Berater nah an ihren Kunden seien und diese durch die neue Situation begleiten. »So können wir gemeinsam mit unseren Kunden rasch auf sich verändernde Rahmenbedingungen reagieren«, berichtete Thomas Höbel.

Die tägliche Arbeit werde erschwert durch die Überregulierung der Bankenaufsicht, mit Auflagen wie für internationale Großbanken. Umso mehr freue er sich, dass das im März 2020 von der EZB und BaFin verhängte Dividendenverbot aufgehoben wurde. Aus diesem Grund könne die Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG an ihre Mitglieder eine Dividende in Höhe von 1,5 Prozent ausschütten.

Rückblick 2019

Auf dem Grundstück hinter der Hauptstelle produzieren seit April 2019 zirka 240.000 fleißige Bienen Bio-Honig.

Der 7. VR-Firmen- und Behördenlauf war wieder ein Lauf der Rekorde: 2.281 gemeldete Teilnehmer, davon 1.180 erwachsene Läuferinnen und Läufer aus 80 Unternehmen und Behörden sowie 1.101 Schülerinnen und Schüler. Für die Schulen kamen rund 18.000 Euro Spendensumme zusammen.

In der Reihe »Kunst und Bank« wurde im Juni eine Kunstausstellung mit der weltbekannten Fotokünstlerin Katharina Sieverding eröffnet. Die Ausstellung war ein Kooperationsprojekt mit der Stadt Dachau, dem Landkreis Dachau und der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Auf der Crowdfunding-Plattform konnten seit Beginn im Mai 2018 in 64 Projekten 192.000 Euro Spenden gesammelt werden. Von der VR-Bank erhielten die Vereine ein Co-Funding in Höhe von fast 110.000 Euro.

2019 investierte die Bank mit größeren und modernen Filialen in die beiden Standorte Untermenzing und Vierkirchen. In Vierkirchen befindet sich auch das KundenServiceCenter, KSC., als der verlängerte Arm der 20 Geschäftsstellen.

In Schwabhausen wurde an der Münchner Straße ein Gebäudekomplex mit 24 Wohneinheiten, einer VR Geschäftsstelle und acht weiteren Gewerbeeinheiten errichtet. Mit diesem neuen Wohn- und Geschäftshaus setzt die Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG in der Gemeinde einen deutlichen Akzent.

Das Jahr 2020

Als Ersatz für den 8. VR-Firmen- und Behördenlauf wurde eine virtuelle Challenge veranstaltet. Am VRun haben sich 442 Läufer beteiligt, darunter 68 Schüler aus dem ITG und 43 Bankmitarbeiter. Für jeden Läufer spendete die Bank 6,20 Euro. Die Spenden über 3.200 Euro fließen an das Tierheim Dachau, die Kette der helfenden Hände, den SZ Adventskalender und die Gesundheitsstiftung im Landkreis.

Die VR Dachau Tennis Open in Kooperation mit der Tennisabteilung des ASV Dachau hat sich zu einem der größten Turniere in Oberbayern entwickelt. Dank eines sicheren Hygienekonzeptes fand das Turnier mit fast 300 Teilnehmern und vielen hochkarätigen Begegnungen statt.

Die neue Initiative »Dachau handelt!« präsentierte sich mit 14 Mitgliedern auf der Aktionsfläche der Bank in der Altstadt.

In der Reihe »Kunst und Bank« wurde die Kunstausstellung mit Klaus Eberlein, einem in Dachau und München bekannten Graphiker, Illustrator und Keramiker, eröffnet.

Aus der Idee, den CO2-Ausstoß des bankeigenen Fuhrparks zu kompensieren, entstand ein komplexes Umweltprojekt mit den Kommunen. Die Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG übernimmt etwa 30 Prozent der Kosten für die Wiederaufforstung eines Waldstückes bei Erdweg. Weitere Mittel fließen in Aktionen mit Schulklassen und in Beratungen von privaten Waldbauern zum Umbau des Waldes.

2019 dynamische Entwicklung – lebhaftes Kreditgeschäft

Die Präsentation des Jahresabschlusses 2019 übernahm Vorstandsmitglied Karl-Heinz Hempel. Die Bilanzsumme stieg bis Ende 2019 auf 2 Mrd. 340 Mio. Euro (gerundet) und lag damit um 10,8 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Das Kundenkreditvolumen konnte um 189 Millionen Euro auf 1 Mrd. 740 Mio. gesteigert werden. Die Zuwachsrate bei den Kundeneinlagen blieb mit 10,4 Prozent nur leicht hinter der Ausweitung des Kreditvolumens zurück. Gleichzeitig hat sich die Risikolage im Kreditgeschäft zum wiederholten Mal entspannt. So konnten 1 Mio. 340 T Euro Einzelwertberichtigungen aufgelöst werden.

»An der Niedrigzinsphase hat sich nichts geändert. Sie belastet nachhaltig unser Ergebnis. Wir konnten die negativen Auswirkungen nur über ein gesteigertes Kreditvolumen abmildern. Wir müssen uns auf ein weiterhin sehr niedriges Zinsniveau einstellen«, so der Bankvorstand.

Die Immobilienpreise bewegen sich auf unverändert hohem Niveau.

Außergewöhnliches Betriebsergebnis 2019

Durch die Auflösung eines Spezialfonds wurden stille Reserven in offene Rücklagen umgewandelt. Die daraus und aus anderen Zu- und Abschreibungen aus weiteren Wertpapieranlagen resultierende Stärkung des Eigenkapitals in Höhe von 7 Mio. 366 TE eröffnet der Bank auch zukünftig die Möglichkeit, eine gesteigerte Kreditnachfrage in der Region bedienen zu können. Diese einmaligen Sonderfaktoren hoben das Betriebsergebnis im Jahresabschluss 2019 auf eine außergewöhnliche Höhe von 56 Mio. 207 T€ an. Vorstand Karl-Heinz Hempel betonte, dass sich die künftigen Betriebsergebnisse wieder im normalen Rahmen, aber korrigiert um den Einfluss der anhaltenden Niedrigzinsphase, bewegen werden.

Satzungsänderungen wegen Pandemie

Vorstandsmitglied Johann Schöpfel führte im Anschluss die Abstimmung über die Satzungsänderungen durch. Eine Änderung des Genossenschaftsgesetzes ermöglichte die Durchführung der Vertreterversammlung in virtueller Form auch ohne Satzungsgrundlage. Damit dies auch grundsätzlich für die Zukunft - unabhängig davon, ob und wie lange die Pandemie noch anhält – möglich ist, wurden die Änderungen von der Vertreterversammlung beschlossen. Auch die Wahlordnung zur Vertreterversammlung wurde mit entsprechenden Begriffsklärungen geändert.

Aufsichtsräte wiedergewählt

Bei der anschließenden Wahl des Aufsichtsrates wurden die nach drei Jahren satzungsgemäß ausscheidenden Aufsichtsräte Leonhard Lachner, Stefan Frank, Dr. Thomas Weigl und Dr. Michael von Zwehl mit der erforderlichen Mehrheit wiedergewählt.