4.14°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 27. November 2021 · 13:22 Uhr
 
 
 

Der DAK-Gesundheitsreport 2015

Mehr Ausfälle wegen Psyche und Rücken

Der Krankenstand in den Landkreisen Dachau und Fürstenfeldbruck ist 2014 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte zu. Mit 3,3 Prozent lag der Krankenstand der Region leicht unter dem Landesdurchschnitt (3,4 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 33 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Bayern wurde mit 4,2 Prozent in der Region Bayreuth verzeichnet, der niedrigste mit 2,6 Prozent in Starnberg.

Laut Analyse der DAK-Gesundheit gab es im Landkreis Dachau einen Anstieg bei Fehltagen wegen psychischen Leiden wie Depressionen und Angstzuständen. Sie nahmen um mehr als ein Viertel zu und sind inzwischen zweithäufigster Grund für Krankschreibungen. Um knapp 23 Prozent stiegen auch die Ausfalltage aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. Sie waren in der Region Hauptursache für mehr als jeden fünften Fehltag. Dagegen sanken die Krankschreibungen wegen Atemwegserkrankungen wie Erkältungen um zwölf Prozent und belegen Platz drei im Ranking der wichtigsten Krankheitsarten.

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem Gesundheitsreport auch den aktuellen Trend »Hirndoping im Job«. Für die Studie hat die Krankenkasse die Daten ihrer Mitglieder analysiert und bundesweit 5.000 Männer und Frauen repräsentativ befragt. Ein Fazit: In Bayern nutzen 117.000 Beschäftigte mindestens zweimal im Monat verschreibungspflichtige Medikamente, um am Arbeitsplatz leistungsfähiger zu sein oder Stress abzubauen. Insgesamt gaben sieben Prozent der Berufstätigen in Bayern an, wenigstens einmal im Leben gedopt zu haben.

Auslöser für den Griff zur Pille sind meist hoher Leistungsdruck sowie Stress und Überlastung. Männer greifen eher zu leistungssteigernden Mitteln, Frauen nehmen häufiger stimmungsaufhellende Medikamente ein. Entgegen der landläufigen Meinung sind es nicht primär Führungskräfte oder Kreative, die sich mit Medikamenten zu Höchstleistungen pushen wollen. Der DAK-Report zeigt, dass vor allem Erwerbstätige mit einfachen Jobs gefährdet sind. Auch Beschäftigte mit einem unsicheren Arbeitsplatz haben ein erhöhtes Doping-Risiko.