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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 15. August 2020 · 00:49 Uhr
 
 
 

Ein Unglück kommt selten allein

Corona-Krise/ImmenseTierarztkosten/Personalnotstand

Auch diese Katzenkinder kämpfen in der Tierklinik ums Überleben. (Foto: TH Dachau)

»Ich würde mir einen Tag wünschen, an dem ich keine Hiobsbotschaft erhalte«, so Silvia Gruber, Vorsitzende des Dachauer Tierschutzvereins. »Bisher haben wir uns gegen alle Widrigkeiten gestemmt, aber jetzt brauchen wir Hilfe«.

Nicht nur die Corona-Pandemie hat mit Absage des Osterbasars und der regelmäßigen Flohmärkte ein großes Loch in die Kasse des Tierheims gerissen, auch das Spendenaufkommen ist in diesen schwierigen Zeiten stark zurückgegangen.

Das Frühjahr bescherte dem Dachauer Tierheim die üblichen schwerkranken und unterernährten Katzenkinder, manchmal samt Mutter. Eins der Tiere hat vermutlich die hochansteckende Katzenseuche eingeschleppt, so dass das Team nun gegen die Verbreitung ankämpfen muss. Auf die Hilfe der wertvollen Ehrenamtlichen, die sich sonst liebevoll um die Samtpfoten kümmern, müssen die Pfleger wegen der Ansteckungsgefahr für Wochen verzichten.

Tierarztkosten immens

Auch einige Hunde, die momentan im Tierheim sind, können nicht einfach vermittelt werden. »Wir haben zum Beispiel einen jungen Bernhardiner, der menschenscheu und aggressiv ist«, so Pflegerin Nicole. »Eine Untersuchung war nur durch vorherige Betäubung per Blasrohr möglich. Dabei kam heraus, dass er unter chronischen und unerträglichen Ohrenschmerzen leidet. Jetzt können wir verstehen, dass er nicht angefasst werden und nur seine Ruhe haben möchte«. Um ihm zu helfen, wird eine teure Operation mit einem längeren Aufenthalt in der Tierklinik notwendig.

»Wir bekommen kaum mehr »normale« Abgabe- oder Fundtiere, die man nach Routineuntersuchung, Impfen und Chipen vermitteln kann«, so Gruber verzweifelt. »Fast jeder Neuzugang muss mindestens zum Tierarzt, wenn nicht gar in die Tierklinik. Die Kosten dafür laufen aus dem Ruder und steigen in manchen Monaten bis auf 20.000 Euro. Es ist zum Verzweifeln!«

Darum bittet Silvia Gruber mit ihrem Team um Spenden, jeder Euro zählt und ist willkommen. Die Spendenkonten des Tierschutzvereins Dachau:

Volksbank-Raiffeisenbank Dachau, IBAN DE90 7009 1500 0000 2700 08, BIC: GENODEF1DCA

Sparkasse Dachau, IBAN DE17 7005 1540 0080 8664 86, BIC: BYLADEM1DAH

Auf der Facebookseite findet sich ein Link zu PayPal.

Verstärkung gesucht

Durch Krankheitsfälle im Team und den Wegfall der Ehrenamtlichen - erst wegen der Corona-Bestimmungen und jetzt wegen der Katzenseuche - sucht das Tierheim dringend Pfleger in Voll- oder Teilzeit. Am liebsten natürlich Menschen, die aus verwandten Berufen kommen, also Tierpfleger, Tierarzthelfer, Landwirtschaftliche Helfer (m/w/d). Bewerbungen kann man direkt an das Tierheim Dachau, Rosswachtstr. 33, 85221 Dachau senden.