18.11°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 1. October 2020 · 17:42 Uhr
 
 
 

Leiß will Löwl ablösen

FW Dachau stellen Landratskandidaten auf

Gratulierten zur Nominierung als Landratskandidat (von li) Kreisrat Robert Gasteiger, Landratskandidat Sebastian Leiß, OB-Kandidat Markus Erhorn und Kreisrat Dr. Edgar Forster. (Foto: FW Dachau)

Die Freien Wähler Dachau steigen in das Rennen um den Landratsposten ein: Sie haben ihren Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Sebastian Leiß, kürzlich als Kandidaten aufgestellt. Die Nominierungsversammlung wählte den 30-Jährigen einstimmig. Leiß führt zudem die Kreistagsliste an. Gemeinsam mit Oberbürgermeisterkandidat Markus Erhorn wollen die Freien Wähler Dachau so die beiden Spitzenpositionen erobern und die Stadt-Land-Beziehungen auf eine vertrauensvolle Grundlage stellen, für solide Kreis- und Stadtfinanzen und besseren Bürgerservice der Verwaltungen sorgen und sich für eine Verjüngung der Gremien mit mehr Transparenz und Offenheit einsetzen.

Sebastian Leiß begründete in seiner Rede die Entscheidung für seine Kandidatur damit, dass keiner der anderen Kandidaten die Forderungen seiner Gruppierung nach einer schlanken und serviceorientierten Kreisverwaltung, solider Finanzpolitik ohne neue Schulden, durchdachter Verkehrspolitik ohne illusorische Seil- und Magnetbahnen und effizienter Schul- und Krankenhausentwicklung glaubwürdig und ernsthaft umsetze oder sich den vergangenen Jahren dafür stark gemacht habe. Zudem hätten die vergangenen sechs Jahre in der Kreispolitik gezeigt, dass eine Zusammenarbeit zwischen Landrat, Stadt, Gemeinden und auch den Kreisgremien künftig auf Augenhöhe und kollegialer stattfinden müsse – was der amtierende Landrat mit seiner »übermächtigen Art« verhindert habe.

Sebastian Leiß kündigte in seiner Bewerbungsrede zudem an, einen Generationen- und Stilwechsel im Kreistag einleiten zu wollen. Im Schnitt sind die Kreisräte fast 58 Jahre alt – und damit zehn Jahre älter als beispielsweise die Bundestagsabgeordneten in Berlin. Sebastian Leiß will im Landratsamt für eine bodenständige Politik sorgen – und für eine schlanke und bürgerfreundliche Kreisverwaltung, die Anliegen aller Fraktionen ernst nehme und zeitnah umsetze – deshalb wolle er »Löwl ablösen«. Im Gegensatz zum amtierenden Landrat werde er »auch andere Meinungen hören und nicht nur selbst reden und alles allein entscheiden«, betonte Leiß.

2014 wurde er erstmals in den Kreistag gewählt und hat sich dort mit seiner Fraktion durch etliche Anträge für mehr Servicequalität, eine solide Finanzpolitik und eine effizientere Schul-, Verkehrs- und Krankenhausentwicklung durch mehr Kontrolle durch die Kreisgremien eingesetzt – nicht immer zur Freude von Verwaltung und amtierendem Landrat.

Von 2004 bis 2012 war Leiß Mitglied des Dachauer Jugendrats und konnte somit bereits kommunalpolitische Erfahrung sammeln. Dass er eben nicht aus der Juristenlaufbahn, »aber dafür aus dem Landkreis« stamme, sieht Leiß als zusätzlichen Pluspunkt. »Ich sage, was ich denke und halte, was ich sage«, machte Leiß zum Abschluss seiner Rede deutlich. Es gehe im Interesse von Landkreis und Gemeinden darum, »die besten und nicht die erstbesten« Lösungen umzusetzen.

Zur Person:

Sebastian Leiß, geb. 1989 in München, wuchs in Dachau auf. Nach seinem Abitur im Jahr 2008 am Ignaz-Taschner-Gymnasium und Zivildienst im Caritas-Zentrum Dachau studierte er von 2009 bis 2013 an der Universität Eichstätt-Ingolstadt Betriebswirtschaftslehre und schloss mit dem akademischen Grad Master of Science (M.Sc.) ab. Seitdem arbeitet er bei einem mittelständischen Personaldienstleister als Betriebswirt und ist trägt dort Personalverantwortung für derzeit rund 50 Mitarbeiter. Von 2004 bis 2012 war Leiß gewähltes Mitglied des Dachauer Jugendrats und von 2010 bis 2012 dessen Sprecher. 2014 wurde er in den Kreistag gewählt und ist seitdem Vorsitzender der Kreistagsfraktion der Freien Wähler Dachau. Er ist Mitglied bei etlichen Vereinen, wie der Katholischen Jungen Gemeinde, dem Heimatverein Indersdorf, der Initiative Jugendkulturzentrum Dachau und dem Bayernbund.