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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 25. September 2020 · 15:21 Uhr
 
 
 

Übergabe der Sonnenäcker

Treffen nur im kleine Kreis möglich

Heuer erfolgte die Übergabe der Sonnenäcker ohne Pächter, nur Michela Steiner (li), Tochter Marilena und Paul Offenbeck, Landwirt Rothschwaige schlugen die Namensschilder an. (Foto: DACHAUE LAND)

334 Bifänge wurden dieses Jahr Mitte April übergeben, 2020 zum ersten Mal ohne die 115 Pächter. Covid19 hielt alle in Atem und die Ausgangsbeschränkung lies eine gemeinsame Übergabe nicht zu. Michaela Steiner, Vorsitzende der DACHAUER LAND Solidargemeinschaft und ihre Töchter Marilena und Isabella trafen sich heuer alleine mit den Landwirten um die Namensschilder in die Sonnenackerparzellen einzuschlagen. Still war es bei der Verteilung, aber große Dankbarkeit kam von den Pächtern per Email: »Endlich, eine schöne Aufgabe in der Natur, raus aus der Wohnung und in diesem Jahr ausreichend Zeit für den eigenen Gemüseanbau«, schrieb Irene Belska, Pächterin in der Rothschwaige.

Ein neues Gartenjahr auf dem Feld hat begonnen. Die Sonnenäcker sind ein Projekt für Bewusstseinsbildung über die natürlichen Kreisläufe der Natur, die die DACHAUER LAND Solidargemeinschaft ins Leben gerufen hat. Seit 2003 bieten Landwirte aus dem Landkreis gemeinsam mit der Solidargemeinschaft die Sonnenäcker an. In der Rothschwaige bei Familie Offenbeck wurden 85 Bifänge an 37 Pächter übergeben, Familie Morigl bietet den zweiten Standort in Karlsfeld. Am Eichendorffring wurden die Ackerflächen an 20 Pächter übergeben, in Dachau gärtnern auf 52 Parzellen 26 Pächter auf dem Sonnenacker von Familie Märkl aus Günding. Familie Kiening aus Niederroth bietet zehn Pächtern und Johannes Groß aus Bergkirchen-Priel stellt drei Einheiten eines Sonnenackers zur Verfügung.

Die begeisterten Hobbygärtner garteln seit Wochen fleißig auf ihren Ackerflächen und bringen Samen ein, setzen Pflänzchen und Pflanzen und stecken Zwiebeln. »Es macht mir wirklich sehr viel Freude, dieses Projekt anzubieten, gerade heuer erreicht uns so viel Dankbarkeit für das Angebot der Sonnenäcker«, erklärt Michaela Steiner ihren Einsatz. »Viele Menschen leben in Wohnungen ohne Garten oder haben einfach nicht genug Platz, um Gemüse oder Salat anzubauen. Für sie sind die Sonnenäcker ein tolles Angebot. Mein Telefon steht heuer auch im Mai noch nicht still, es wollen immer mehr Interessierte Hobbygärtner ihr eigenes Gemüse anbauen«.