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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 11. August 2020 · 11:25 Uhr
 
 
 

Tierschutz, Veterinäramt und Polizei

Warnung vor kranken Tieren/Giardien auf Menschen übertragbar

Obwohl dieses beschlagnahmte Kätzchen recht munter aussieht, wurde sie positiv auf Katzenseuche und Giardien getestet. Letztere sind auch für Menschen ansteckend. (Foto: TH Dachau)
 

Nur zwei Wochen nach der letzten gemeinsamen Aktion vom Tierschutzverein Dachau, Veterinäramt und Polizei wurden weitere zwei Katzenwelpen der gleichen Verkäuferin beschlagnahmt. Die Anzeige zum Verkauf der Tiere war wieder auf der Ebay Kleinanzeigen Seite zu finden, die von Tierschützern weiterhin beobachtet wurde. Die Katzen werden jetzt nicht mehr auf dem Parkplatz verkauft, sondern direkt nach Hause zum Käufer gebracht. In der Anzeige steht zwar, dass man die Tiere besichtigen kann, aber nach Kontaktaufnahme mit der Anbieterin will diese die Tiere bringen (gegen zusätzliches Spritgeld zum Verkaufspreis).

Diesmal sahen die Katzenkinder bis auf eine Verletzung und Flohbefall äußerlich recht passabel aus, wobei geschulte Augen schon diesen etwas kranken Blick der Katzen erkannt haben. Das hat auch der später durchgeführte Test bestätigt: Giardien und Parvovirose positiv.

Parvovirose auch »Katzenseuche« genannt, ist eine hochansteckende lebensbedrohliche Infektionskrankheit (Die Todesrate liegt bei bis zu 75Prozent). Die Ansteckung erfolgt durch direkten. aber auch indirekten Kontakt über Gegenstände oder Kleidung. Die Infektion führt sehr schnell zu massiven Krankheitssymptomen wie hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall.Bei Katzenwelpen führt die Virusinfektion trotz bester Versorgung in der Tierklinik leider oft zum Tod der Tiere. Parvoviren können in der Umgebung monatelang überleben und herkömmliche Desinfektionsmittel sind leider wirkungslos. Auch geimpfte Tiere können daran erkranken; hier ist der Krankheitsverlauf aber »milder« als bei ungeimpften Tieren.

Parvoviren sind für den Menschen nicht ansteckend, anders sieht es mit den Darmparasiten Giardien aus (Zoonose). Da relativ sicher ist, dass die Dame zwischenzeitlich wieder Katzenwelpen verkauft hat, hier der dringende Aufruf an die Käufer, mit dem Tier/den Tieren umgehend einen Tierarzt aufzusuchen. Es gibt einen Schnelltest, der über eine Kotprobe erfolgt. Je eher die erkrankten Tiere behandelt werden, umso größer ist die Chance, dass sie überleben.

Genereller Appell an Katzenbesitzer, die sich ein »Zweittier« zulegen oder Tierfreunde, die sich zukünftig ihr Leben mit einer Katze bereichern möchten: Auf keinen Fall auf diesem Wege ein Lebewesen erstehen und letztendlich dubiose Verkäufer zum »Weitermachen« ermuntern!