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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 29. September 2020 · 14:53 Uhr
 
 
 

Trollblume und Knabenkraut

Spezielle Landschaftspflege im Weilachtal

Mit diesem speziellen Mäher wird im Weilachtal Landschaftspflege betrieben. (Foto: Landschaftspflegeverband Dachau e.V.)

In der nordwestlichen Ecke des Landkreises findet sich ein wahres Kleinod der Natur: das Tal der Weilach zwischen Wollomoos und Thalhausen. Nasse Wiesen und ausgedehnte Schilfröhrichte säumen hier den beschaulichen kleinen Bach, an dem außer den Rufen des Eisvogels meist nicht viel zu hören ist.

Anders an diesem kalten Novembermorgen, an welchem seltsam aussehende Gefährte brummend ihre Bahnen auf dem Talgrund ziehen. Und auch wenn die Optik etwas an Mondfahrzeuge erinnert, ist ihr Anfahrtsweg doch nicht ganz so weit. Es handelt sich nämlich um die Spezialmaschinen des Landwirts H. Maurer, welcher im Auftrag des Landschaftspflegeverbandes Dachau e.V. diese besonderen Flächen pflegt. Dabei ist das Gewicht der Fahrzeuge ein entscheidender Faktor, denn auf den nassen, sensiblen Böden würden normale Traktoren enorme Schäden verursachen oder sogar selbst bis zur Achse im Schlamm versinken.

Warum das Mähen auch unter solch schwierigen Umständen notwendig ist, erklärt Esther Veges, die Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes: »Die seltenen Pflanzen entlang der Weilach brauchen offene Standorte. Wenn wir hier nicht mähen, wächst auf lange Sicht alles mit Büschen und Bäumen zu«. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, etwa bei spektakulären Orchideen wie dem Breitblättrigen Knabenkraut. »Ende der 90er Jahre standen hier nur noch sechs oder sieben Exemplare. Durch die Pflege blühen nun wieder über 800 Pflanzen«, so Veges weiter.

Diese Erfolge sind aber auch ein Ergebnis guter Zusammenarbeit. Der Landschaftspflegeverband organisiert die großflächige Mahd, während der Landesbund für Vogelschutz kleinteilige Bereiche händisch pflegt oder Sondermaßnahmen wie den Verbissschutz der seltenen Trollblumen organisiert.