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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 31. May 2020 · 17:44 Uhr
 
 
 

Damit sich in Dachau etwas bewegt

Stadt beschließt weitreichende Eingriffe in den Straßenverkehr

Dachau braucht dringend Entlastung vom motorisierten Individualverkehr. (Foto: A. Förster)

Der Straßenverkehr in Dachau ist eine nicht enden wollende Baustelle. Immer mehr Fahrzeuge belasten die Stadt und verstopfen die Wege. Große Vorhaben wie das künftige Kleeblatt an der A 92 Höhe Ruderregatta Schleißheim und die damit verbundene vierspurige Verbreiterung der B 471 bis nach Dachau wird womöglich noch Jahrzehnte in Anspruch nehmen, ähnlich wie die umstrittenen Nord-Ost-Umfahrungen. Damit sich in der Stadt endlich etwas bewegt, hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss am Mittwochabend konkrete Maßnahmen beschlossen, die Oberbürgermeister Florian Hartmann dem KURIER in einem Pressegespräch erläuterte:

Eine Taktverdichtung aller innerstädtischen Buslinien zwischen 5.30 Uhr und 20.30 Uhr auf zehn Minuten und bis 24 Uhr auf 20 Minuten. Und das womöglich schon zum kommenden Winterfahrplan. Hartmann hofft, dass damit mehr Menschen das städtische Bus-Angebot nutzen werden.

Die Bus-Flotte der Stadtwerke Dachau soll auf Elektroantrieb umgerüstet werden. Dazu hat die Stadt einen Förderantrag gestellt, im besten Fall übernehme der Bund 90 Prozent der Umrüstungskosten, so Hartmann.

Besonders viel verspricht sich der OB vom innovativen Einsatz neuartiger Bluetooth-Technik, womit man die Busse sowie 32 Ampeln im Stadtgebiet ausstatten will. Das vom Bus ausgesandte Funksignal wird vom Empfänger an der Lichtzeichenanlage erkannt und die Ampelschaltung dann so eingestellt, dass der Bus die Kreuzung während der Grünphase passieren kann. Diese Technik zur Busbeschleunigung wird bereits seit über einem Jahr an der Doppel-Ampelanlage Bahnhof-/Münchner und Goethe-/Hermann-Stockmann-Straße erfolgreich angewandt und soll entsprechend ausgeweitet werden.

Sieben MVG-Radstation sollen kommen

Die dabei gesammelten Daten werden sofort verschlüsselt und nach kurzer Zeit gelöscht. Ein Nebeneffekt: Die Bluetooth-Signale von Verkehrsteilnehmern mit Freisprechanlage, die die Ampeln automatisch empfangen, sollen zusätzlich ausgewertet und zu einer flüssigeren Schaltung genutzt werden, von der alle profitieren.

Bis zum Sommer sollen Ideen aus der Bürgerbeteiligung für ein neues Fahrradkonzept herausgearbeitet und umgesetzt werden. Dazu gehören Überlegungen zum ruhenden Verkehr, also eine mögliche Reduzierung der Stellplätze oder, für das neue Quartier Augustenfeld nahe des S- und Bus-Bahnhofs, der Verzicht auf Stellplätze. Darüber hinaus will man sich dem Mietrad-Angebot der MVG anschließen, zunächst in einer Testphase mit sieben Stationen, an denen man Fahrräder ausleihen und abstellen kann. Eine Gebühr fällt erst ab 30 Minuten an.

Die von der Stadt seit 1.1.18 angebotene Förderung von (Lasten-)Pedelecs für gewerbliche Nutzung sowie von Elektro-Rollern und Lastenfahrrädern auch für die private Nutzung in Höhe von 500 bis 1.000 Euro wurde bereits 18 Mal in Anspruch genommen. Die Richtlinien findet man auf der Webseite der Stadt unter www.dachau.de/uploads/pics/Richtlinien_Foerderprogramm_Mobilitaet.pdf

Des weiteren wurde eine Machbarkeitsstudie zur Umsetzung von Seilbahnen im Stadtgebiet beschlossen.