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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Wednesday, 12. August 2020 · 14:14 Uhr
 
 
 

25 Jahre Pflege und Begleitung

Pflegedienst AML in Röhrmoos feiert Jubiläum

Auf 25 erfolgreiche Jahre mit ihrem AML Pflegedienst kann Angelika Schaup zurückblicken. Hier mit ihrem »Assistenten«, Dackel Harry. (Foto: AML)

Der ambulante Pflegedienst AML in Röhrmoos wird 25 Jahre alt. 25 Jahre Pflege und Begleitung von Menschen zu Hause, alten und jungen Menschen, mit verschiedensten Krankheiten oder Beschwerden. Da wird es Zeit für  Inhaberin Angelika Schaupp im »rasenden Alltag« der ambulante Pflege einmal inne zu halten und Bilanz zu ziehen.

Apropos »rasender Alltag« – wie viele Strafzettel wegen Geschwindigkeitsübertretungen erhalten Sie jeden Monat? Oder ist das nur ein Klischee, dass ambulante Pflegedienste immer zu schnell fahren?

Schaupp: (lacht): Naja, da ist wohl schon der eine oder andere ins Haus geflattert in den letzten Jahren, aber grundsätzlich verbringen mein Team und ich zu viel Zeit auf der Straße, um leichtsinnig zu sein. Und das oberste Gebot in der Pflege ist nun mal: Keine Hektik.

Ihr Pflegedienst ist 25 Jahre alt, wie haben Sie damals angefangen?

Schaupp: Ganz klein und bescheiden mit einer Patientin, dem Büro in der Wohnung und einem Auto. Tja, und heute hab‘ ich ein Team von zirka 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aus Pflege, Demenzbetreuung, Hauswirtschaft, Technik und Verwaltung. Mit Fachwissen zu Demenz, Schmerz, Wunden und Palliativpatienten. Dabei bin ich sehr stolz auf die Atmosphäre bei uns. Wir lachen zusammen, es herrscht gegenseitiger Respekt. Ein bisschen wie in einer großen Familie. Wir sind gerne da für unsere Patienten und ihre Angehörigen. Es hat sich zwar viel geändert in der Pflegelandschaft, sie ist schnelllebiger geworden, aber unsere Stimmung war und ist gut.

Das hört sich ja alles sehr positiv an, man liest aber immer wieder über die schlechten Arbeitsbedingungen in der Pflege, auch der ambulanten.

Schaupp: Natürlich bräuchte es bessere Rahmenbedingungen, damit wieder mehr Menschen in der Pflege arbeiten wollen, also mehr Anerkennung, höhere Vergütung, weniger Bürokratie ... Aber grundsätzlich ist die ambulante Pflege ein wunderbarer Arbeitsbereich. Sie haben sofortiges Feedback von Patienten und Angehörigen und zwar meistens ein sehr positives. Sie wissen, dass Sie eine sinnvolle Arbeit tun. Sie sehen Erfolge, Sie haben keine langweiligen Routinen, da die Menschen, mit denen Sie zu tun haben, immer unterschiedlich sind, ebenso wie ihr Zuhause, ihr Umfeld, ihre Erkrankungen, ihre Vorgeschichte. Sie können jeden Tag etwas dazu lernen und selbständig arbeiten. Das ist einfach spannend bei uns.

Was war Ihre größte Herausforderung in den 25 Jahren? Vielleicht Corona?

Schaupp: Nein, nicht Corona. Am Anfang der Coronazeit haben wir natürlich viel Zeit und Geld aufwenden müssen, um an Schutzmaterial zu kommen. Das war nicht einfach. Mein ganzes Team ist weiterhin ganz ruhig, aber eben mit erhöhten Hygieneanforderungen zu den Patienten gefahren, denn die brauchen nun mal einfach unsere Hilfe. Da kann man nicht wegbleiben, da gibt es kein Homeoffice.

Nein, unsere größte Herausforderung ist die Bürokratie, die wir zu bewältigen haben. Zum Beispiel haben wir eine zertifizierte Wundschwester, die regelmäßig alle Wunden überwacht, das beste Verbandsmaterial mit den Ärzten bespricht und in der Regel auch wirklich tolle Erfolge hat. Aber wieviel Verwaltungs-, Abstimmungs- und Dokumentationsarbeit dahinter steckt, bis man alles verordnet und genehmigt bekommt, bis man gutes Verbandsmaterial hat, das treibt einem schier die Tränen in die Augen. Da verstehe ich, dass dies viele Pflegedienste gar nicht mehr übernehmen.

Was haben Sie noch vor in den nächsten Jahren?

Schaupp: Oh, noch viel. Ich freue mich auf die Zeit, in der wir unser Demenzcafe wieder aufmachen können. Das ruht ja momentan coronabedingt. Ich würde auch gerne wieder jemanden ausbilden, das macht mir Spaß als Pflegedienstleiterin und Krankenschwester, Freude für unseren Beruf zu vermitteln. Das hat bei vielen, auch bei Quereinsteigern, schon gut geklappt. Dann bin ich gespannt, wie sich der Neubau in Röhrmoos für Senioren entwickelt. Da gibt es ein tolles Projekt hier vor Ort. Und natürlich freu‘ ich mich auf den ganz normalen bewegten, manchmal auch rasenden Alltag mit unseren Patienten, den wir im Team immer wieder zusammen meistern. Ja, darauf freue ich mich.«

Zum Pflegedienst AML

Der Pflegedienst AML erbringt aktivierende Pflege zu Hause als Leistung der Kranken- und Pflegekasse sowie nach individuellen Wünschen, hat viel Erfahrung im Umgang mit dementiell erkrankten Patienten und bietet auch Pflege und Begleitung in der letzten Phase des Lebens.

Räumliche Schwerpunkte sind Röhrmoos, Vierkirchen, Markt Indersdorf, Dachau, Hebertshausen und Petershausen.

Info & Kontakt: Pflegedienst AML, Telefon 08139-75 18 und www.pflegedienst-aml.de.