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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 4. April 2020 · 22:35 Uhr
 
 
 

Gedenktag NS-Opfer

Warnung vor Unmenschlichkeit

Das Schönbrunner Mahnmal mit den niedergelegten Kränzen. (Foto: Viktoria-von-Butler-Stiftung )
 

»Es ist eine bleibende Aufgabe, die Erinnerung an das, was in der Zeit des Nationalsozialismus geschehen ist, auch unter den nachwachsenden Generationen wachzuhalten. Deshalb bekennt sich die Viktoria-von-Butler-Stiftung dazu, wachsam gegenüber Unmenschlichkeit zu bleiben und sich gegen Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu stellen.«

Mit diesen Worten hat Michaela Streich, Vorstand der Viktoria-von-Butler-Stiftung, bei einer Gedenkstunde in der Kirche St. Josef, verbunden mit einer feierlichen Kranzniederlegung am Schönbrunner Mahnmal, den 546 Schönbrunner Bürgern gedacht, die dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm zum Opfer gefallen sind. Die Gedenkfeier hat am Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, dem 27. Januar, stattgefunden.

Neben Streich haben der Bürgermeister von Röhrmoos, Dieter Kugler, und der Vizepräsident der Dachauer Lagergemeinschaft, Dr. Jürgen Müller-Hohagen, zu den Anwesenden gesprochen. Kugler betonte, dass »der Gedenktag, gerade 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, nicht nur ein Ritual, sondern von uns allen ernst gemeint ist. Wir müssen die Demokratie schützen.« Deshalb appellierte er an die Teilnehmer, Hüter der Demokratie zu sein und diese keinen extremen Kräften zu überlassen. Müller-Hohagen sprach über die seelischen Nachwirkungen aus der NS-Zeit, Krieg und politischer Gewalt.

Den Gottesdienst haben sieben handgetöpferte und individuell glasierte Tränen begleitet. Die Tränen standen für die Tränen der Menschen, deren Leben heute bedroht ist, die keine Hoffnung mehr haben oder die verletzt oder gedemütigt wurden oder werden. Jedes Jahr am 27. Januar gedenkt die Viktoria-von-Butler-Stiftung der Opfer des Nationalsozialismus. In der Zeit von 1940 bis 1943 wurden 546 Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche, die damals in Schönbrunn wohnten, im Rahmen des sogenannten T4-Programms von den Nationalsozialisten umgebracht.

Im Jahr 2012 wurde ein Mahnmal in Schönbrunn eingeweiht als ein Schritt zur Versöhnung und Aufarbeitung der Vergangenheit. In den Jahren zuvor wurden die Ereignisse in der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet, im Oktober 2010 im Rahmen des Schönbrunner Forums der Öffentlichkeit vorgestellt und fanden Eingang in die Schriften des Archivs der Erzdiözese.