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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 23. May 2022 · 00:19 Uhr
 
 
 

Werbetechnik à la carte

Blick hinter die Kulissen bei 089 Werbung

Profis für Profis: Alex Schriever mit „Einstein“ und Ludwig (Foto: Öxler)

Eiseskälte, aber blauer Himmel und Sonnenschein. Alexander Schriever und ich gingen spazieren. Gemütlich, gleich hinter seiner Werkstatthalle im Sulzemooser Gewerbegebiet, ein Stück entlang der A8. Doch bevor Sie jetzt meinen, wir hätten vergangene Woche nichts zu tun gehabt, verrate ich Ihnen, warum wir unsere Vorbesprechung zu dieser Unternehmens-Präsentation fröstelnd im Freien geführt haben. Der Grund war Einstein, nein, nicht der allgemein bekannte grauhaarige Herr, der feixend die Zunge rausstreckt. Nein, Einstein ist neu im Team der Werbetechnik-Profis: ein wenige Wochen alter Golden Retriever, der gerade mal musste… Und so erzählte mir der 089-Chef, über den ich ja schon etliche Male berichtet habe in den letzten Jahren, woran sie derzeit arbeiten – draußen, durch den pulvrigen Schnee stapfend. Ein Pkw von Alpina stünde gerade in der Halle, der beschriftet werden und einige dekorative Elemente erhalten soll. Sein Mitarbeiter Ludwig würde gerade die Außenspiegel mit knallroter Lackfolie beziehen, aber… das würde ich ja anschließend sehen, meinte Alex Schriever und kam auf das eigentliche Thema. Für Eurosport sei gerade eine Lichtwerbung in Bearbeitung, oben im ersten Stock… der Schriftzug des TV-Senders, gut zwei Meter breit… beleuchtete Einzelbuchstaben… noch alles in Einzelteilen, aber bereits vorsortiert zur End... Er unterbrach, denn Einstein hatte sein Geschäft offenbar erledigt und lief, nein: purzelte vergnügt zurück zur Halle. Halt! Einstein hierher! War nichts zu machen, selbst ein Leckerli aus der Jackentasche von Alex konnte Einstein nicht locken. Also zurück zur Halle. Gute Idee, fand ich und war heilfroh, mehr über die Fertigung einer Lichtwerbung im Warmen zu erfahren. Heißer Kaffee tat ein Übriges: Ich taute langsam wieder auf und sah den beiden Werbetechnikern über die Schulter. Ludwig musste nämlich mit ran, da der Rest des Teams „grippte“. Sie erklärten mir, dass dieser Schriftzug zwar für eine Messe, also für den Innenbereich geplant sei, dennoch aber in bester Qualität erstellt würde. Anders würden sie nicht arbeiten. Was dies in diesem Fall bedeute, wollte ich wissen. Alles rostfrei. Die blauen Reliefkörper der einzelnen Buchstaben E und U und R und O und S und P und O und R und T sowie der Stern und die beiden Linien, die das integrierte Logo bilden, aus Aluminium… die Spiegel aus durchscheinendem blauen Acryl. Sportfreunde werden wissen, was ich meine. Ist aber egal, es geht ja ums Prinzip. Interessant für mich war, dass hinter den Spiegeln keine Leuchtstofflampen oder so eingebaut wurden, sondern Leuchtdioden, LED. Spare ne Menge Geld im Unterhalt und halte ewig, erfuhr ich. Kurz und knapp. So sind sie halt die Werbetechnik-Profis, die viel um die Ohren zu haben scheinen, aber meist recht wenige Worte verlieren…   
Übrigens: Die allererste Lichtwerbeanlage entstand 1896 in Berlin und erregte Neugier für die Marke Malton-Wein. Ein Paukenschlag. Bald darauf folgten auch der Zigarettenhersteller Manoli sowie der Keksgigant Bahlsen mit dieser – damals neuartigen und außergewöhnlichen Werbeform. Allerdings… noch nicht aus Alu und mit LED-Technik!