1860-Frauen bleiben auf Kurs | Kurier Dachau

Veröffentlicht am 11.10.2026 10:27

1860-Frauen bleiben auf Kurs

Erfolgreicher Heimspielabend: Frauenfußball beim TSV 1860 München. (Foto: A. Seeler)
Erfolgreicher Heimspielabend: Frauenfußball beim TSV 1860 München. (Foto: A. Seeler)
Erfolgreicher Heimspielabend: Frauenfußball beim TSV 1860 München. (Foto: A. Seeler)
Erfolgreicher Heimspielabend: Frauenfußball beim TSV 1860 München. (Foto: A. Seeler)
Erfolgreicher Heimspielabend: Frauenfußball beim TSV 1860 München. (Foto: A. Seeler)

Gegen die Frauen des TSV 1860 München musste die Spielgemeinschaft aus ESV München-Freimann und SC Bogenhausen in einer intensiven Begegnung ihre erste Saisonniederlage einstecken. Beide Teams boten vor knapp 100 Zuschauern am Samstagabend bei nasskalter Witterung auf der Sportanlage an der St.-Martin-Straße in Obergiesing ein sehenswertes Spiel. Die Gäste untermauerten trotz der Niederlage eindrucksvoll, weshalb sie in der Frauen-Bezirksliga Gruppe 2 zu den Favoritinnen gezählt werden dürfen. Bei den Löwinnen mussten sie aber ohne ihre erfahrene Top-Torjägerin Lucia Quiatkowsky (129 Spiele, 121 Tore verzeichnet das FuPa-System) antreten. Trainer Maximilian Halemba standen nur zwei Ersatzspielerinnen zur Verfügung.

Energisch angetrieben von Kapitänin Sabine Schönberger versuchten die Frauen der Spielgemeinschaft, die Sechzgerinnen von Beginn an mit intensivem körperlichem Einsatz unter Druck zu setzen. Doch die hielten dagegen. Schiedsrichterin Johanna Prestel vom FC Kempten im Allgäu bot eine starke Vorstellung. Mit viel Übersicht und Fingerspitzengefühl sorgte sie dafür, dass die von zahlreichen Zweikämpfen begleitete Partie regeltechnisch sauber blieb, ohne dadurch den Spielfluss zu verlieren. Vor allem vor 1860-Stürmerin Kira Winter hatten die Gäste sichtlich Respekt. Sobald sie an den Ball kam, wurde sie sofort von zwei Gegnerinnen attackiert. Das schuf allerdings auch Räume für andere Spielerinnen, die diese zu nutzen wussten.

Ihre Heimspielpremiere für den TSV 1860 München gab Neuzugang Madeleine Maliha. Die 20-jährige Österreicherin war vom Bayernligisten FC Forstern nach Giesing gewechselt und bot eine ansprechende Vorstellung. Die Löwinnen beeindruckten vor allem mit ihrer Geschlossenheit im Team. Nach Ballverlusten in Angriffssituationen wurde sofort kollektiv nachgesetzt und das Leder zurückerobert. Dieses laufintensive Spiel bereitete den Gästen mit zunehmender Spieldauer Probleme. Kaum war ein Angriff der Giesingerinnen abgewehrt, rollte schon die nächste Welle heran. Torhüterin Mona Heidl erwies sich als starker Rückhalt ihres Teams – sie verhinderte mehrfach einen möglichen Treffer für die Sechzgerinnen.

In der 31. Minute war aber auch Heidl machtlos. Lea Lugscheider setzte den Ball mit einem harten Flachschuss aus 20 Metern zum 1:0 ins Netz. Vorangegangen war der Szene wieder ein rückeroberter Ball, der eigentlich schon geklärt schien. Torannäherungen der Spielgemeinschaft aus Freimann und Bogenhausen passierten meist über Standards. Mit einem knappen Vorsprung für die Sechzgerinnen wurden die Seiten gewechselt. Nach Wiederanpfiff stellten die Gäste ihr kräfteraubendes Angriffspressing aus der ersten Halbzeit ein, das meist wirkungslos verpufft war, weil die abgeklärt agierende Defensive der Löwinnen sich immer wieder spielerisch befreien konnte.

Tief in der eigenen Hälfte stehend, versuchte die Spielgemeinschaft nun die Räume für die Giesingerinnen eng zu machen und setzte auf Umschaltspiel. Doch mit zunehmender Spieldauer wurden die Gegenstöße der Gäste immer seltener. Die Frauen des TSV 1860 München hatten sich in der Hälfte ihrer Gegnerinnen festgespielt. In der 68. Minute wechselte Trainer Simon Hüller seine Kapitänin Carla Ritz ein, die nach einer erst überstandenen Krankheitspause zunächst auf der Bank Platz genommen hatte. Dadurch konnte Edeltechnikerin Julia Keller, die Ritzs Rolle in der Defensivkette übernommen hatte, in die Offensive vorrücken. Eine Maßnahme, die sofort für Zählbares sorgte.

Keller setzte sich im Dribbling durch, spielte Torjägerin Winter auf der halblinken Seite an, die noch ein paar Schritte in den Strafraum lief und mit einem platzierten Schuss zum 2:0 Heidl keine Abwehrmöglichkeit ließ (70. Min.). In der Schlussviertelstunde versuchten die Gäste sich aus ihrer defensiven Rolle zu befreien und noch einmal selbst vor das Tor zu kommen. Doch die Löwinnen ließen nichts mehr anbrennen und waren einem dritten Treffer näher als die Spielgemeinschaft dem möglichen Anschlusstor.

Sollten die Frauen des TSV 1860 München eine konzentrierte sportliche Leistung wie gegen die SG ESV München-Freimann/SC Bogenhausen regelmäßig abrufen können, zählen in dieser Saison auch sie zu den Titelanwärterinnen in der Bezirksliga. Am kommenden Sonntag, den 18. Oktober, sind die Weiß-Blauen um 11 Uhr beim FSV Höhenrain in Berg am Starnberger See gefordert (Bussardweg 3, 82335 Berg).

Im Vorspiel besiegte in der Kreisliga der TSV 1860 München II die Frauen des FC Stern München III in einer abwechslungsreichen Partie mit 4:3 (2:2) – der erste Saisonsieg für die frisch aufgestiegenen U23-Löwinnen, die in den ersten Spielen noch Anpassungsprobleme hatten. Maja Milojkovic sorgte mit zwei frühen Toren (5. und 11. Min.) für die Führung der Gastgeberinnen, die Tatjana Mester (20. Min.) und Emma Witzel (22. Min.) mit einem Doppelschlag für die Sterne egalisierten. In einer spektakulären Schlussphase traf zunächst Anika Hochreiter zum 3:2 (75. Min.), ehe erneut Witzel der Ausgleich gelang (83. Min.). Als bereits alles auf eine Punkteteilung hindeutete, legte Hochreiter das umjubelte 4:3 nach (87. Min.). (as)

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