Alte Obstbäume gesucht!

Siegfried Lex, Beate Wild und Michael Hainz (von li) freuen sich auf viele alte Obstsorten aus dem Landkreis. (Foto: LA Dachau)
Siegfried Lex, Beate Wild und Michael Hainz (von li) freuen sich auf viele alte Obstsorten aus dem Landkreis. (Foto: LA Dachau)
Siegfried Lex, Beate Wild und Michael Hainz (von li) freuen sich auf viele alte Obstsorten aus dem Landkreis. (Foto: LA Dachau)

Ein Schatz? Und das am besten im Garten oder an der Straße? Das sind die alten, heimischen Apfel und Birnbäume. Der Landkreis Dachau bittet nun alle Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe, denn im Zuge des „Streuobstpaktes Bayern“ erhielt die Bayerische Landesanstalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim vom bayerischen Landwirtschafts- und Umweltministerium den Auftrag, alte Obstsorten zu sichten, zu bestimmen und auf Klimatauglichkeit und Verwertbarkeit zu erforschen. Als eines von vier Leuchtturmprojekten in Bayern erhielt der Landkreis Dachau nun den Zuschlag. Gemeinsam mit der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege, dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege und dem Landschaftspflegeverband Dachau beginnen diesen Herbst die Arbeiten.

Gesucht: Bäume über 70 Jahre alt

Aufgabenstellung des Projektes ist folgende: Es gibt nur noch sehr wenige Exemplare von Obstbäumen, die aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende (vor 1950) bis in unsere Zeit überlebt haben. Das hat viele Ursachen unter anderem auch, dass Apfelbäume meist nicht viel älter als 70 oder 80 Jahre werden. Häufig wissen die heutigen Besitzer auch nicht mehr viel mit den Früchten anzufangen, denn sie sind sauer oder klein. Das liegt häufig daran, dass die Früchte nicht für den sofortigen Verzehr genutzt wurden, sondern für den Winter eingemacht, zu Saft verarbeitet, getrocknet oder als Brände destilliert wurden. Dann ist vielleicht der saure Apfel, den niemand essen mag, ein optimaler Apfel zum Backen, für Saft oder Most. Besonders bei Birnen sind alte Sorten dafür bekannt, dass sie nur ein paar Tage halten und dann mehlig werden. Das können die besten Birnen für Moste und Brände sein. Und das gilt es nun herauszufinden und wieder neu zu beleben.

Um zu retten, was noch zu retten ist, gilt es jetzt auf die Suche zu gehen, alte Sorten zu finden und zu bewahren. Eine wichtige Erkenntnis aus anderen ähnlichen Projekten ist es, dass damit nicht nur die Vielfalt der lokalen Kultur erhalten wird, sondern auch den Einblick, dass es vieles bereits gibt. Diese genetische Vielfalt soll nun in speziellen Gärten nachgezüchtet und für die Zukunft erhalten werden.

Bitte im eigenen Garten nachsehen

Dafür bittet der Landkreis Dachau alle Bürger um Mithilfe: Wo sind die alten Obstbäume? Alte Bäume sind jene, die vor zirka 1950 gepflanzt wurden. Denn in den fünfziger Jahren haben Baumschulen begonnen beliebte Standardsorten zu vertreiben und dafür die alten Sorten aus dem Programm genommen.

Durch Obstspezialisten werden die Äpfel und Birnen bestimmt und die Eigentümer bekommen die Sortennamen. Werden dabei seltene Obstsorten gefunden, werden zeitlich passend Reiser geschnitten und die Bäume in zwei Erhaltungsgärten im Landkreis gepflanzt und nachgezüchtet.

Fachberatung bittet um Proben

Die Fachberatung benötigt von den Bäumen sieben Früchte von alten Apfel- oder Birnbäumen (die vor 1950 gepflanzt wurden) in Streuobstbeständen und Obstgärten, typische Früchte – nicht unbedingt die schönsten, reif, von der sonnigen Außenseite, eher aus dem oberen Drittel, ungewaschen und mit Stiel. Diese bitte in einer Papiertüte je Sorte und bis zur Abgabe kühl lagern. Papiertüten und ein Formblatt mit den Angaben zum Standort und dem Eigentümer sind bei der Kreisfachberatung für Gartenbau und Landespflege am Landratsamt und den jeweiligen Gartenbauvereinen in allen Dachauer Orten erhältlich. Nähere Informationen dazu unter www.kreisverband-dachau.de/kreisverband/ortsvereine/.

Ab Donnerstag, den 18. August 2022, (jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr) können die Proben im Landratsamt bei der Kreisfachberatung für Gartenkultur die Fruchtmuster abgegeben werden. Letzte Abgabe ist am Donnerstag, den 20.Oktober von 16 bis 18 Uhr. Zusätzlich können die Obstproben am Tag der Regionen, am 3. Oktober ab 10 Uhr am Petersberg bei Erdweg abgegeben werden. Dort wird ein Team die Sorte direkt bestimmen.

Für Rückfragen und Informationen

Für Rückfragen und weitere Informationen stehen folgende Personen gerne zur Verfügung:

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