Katastrophenschutzhalle und Kreiseinsatzzentrale

Schlüsselübergabe mit (von li) Kreisbrandrat Georg Reischl, Landrat Stefan Löwl, Ralf und Michael Hörmann, Hörmann GmbH. (Foto: Melitta Fischer / LA Dachau )
Schlüsselübergabe mit (von li) Kreisbrandrat Georg Reischl, Landrat Stefan Löwl, Ralf und Michael Hörmann, Hörmann GmbH. (Foto: Melitta Fischer / LA Dachau )
Schlüsselübergabe mit (von li) Kreisbrandrat Georg Reischl, Landrat Stefan Löwl, Ralf und Michael Hörmann, Hörmann GmbH. (Foto: Melitta Fischer / LA Dachau )

Bereits lang vor der Corona Pandemie geplant, wurde am Samstag, den 14. November, das Katastrophenschutzzentrum des Landkreises Dachau in Hebertshausen offiziell eingeweiht. In zwei Hallen lagert nun zentral alles, was der Katastrophenschutz im Landkreis für Notfälle bereithält – von Fahrzeugen, Schläuchen und Pumpen bis zu spezieller Schutzkleidung. Zugriff auf das Material haben alle Blaulichtorganisationen im Landkreis. In einem Verwaltungsbau werden weitere Aufgaben zentralisiert. Hier befinden sich Kreisbrandinspektion und Kreiseinsatzzentrale sowie Schulungs- auf Aufenthaltsräume.

Pfarrer Michael Bartmann segnete sowohl das Gebäude und die Einsatzmittel als auch die Menschen, damit sie gesund bleiben und erkennen, wann jemand Hilfe braucht.

Die Idee aus der Küche

Vom Erkennen, dass der Katastrophenschutz im Landkreis Dachau eine neue Unterkunft braucht, bis zum Bau dauerte es einige Jahre. Die Idee entstand in einer Küche. Klaus Zacherl, damals stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, und Heinrich Schmalenberg, damals Kreisbrandrat, haben die Initiative ergriffen. Landrat Stefan Löwl ging in seiner Rede auf die Entwicklung dieses Plans ein. „Ursprünglich wurde überlegt, einen Teil einer landwirtschaftlichen Halle zu mieten. Als der Bestand an Material und Fahrzeugen immer mehr wuchs, wurde der Bau einer Halle ins Auge gefasst. Da die Freiwillige Feuerwehr Dachau die Räume, in denen die Kreiseinsatzzentrale untergebracht war, gut selbst brauchen konnte, haben wir schließlich ein Katastrophenschutzzentrum geplant und auch gebaut.“ Er dankte allen, die an der Umsetzung mitgewirkt haben und den Kreisrätinnen und Kreisräten für die Unterstützung dieses Projekt und ihre Zustimmung zur Finanzierung.

Wie wichtig das Katastrophenschutzzentrum für den Landkreis ist, zeigte sich auch an den Gästen: Vertreter aller Blaulicht-Organisationen (Feuerwehr, THW, Rettungsdienst) aus dem Landkreis und darüber hinaus, Kreisrätinnen und Kreisräte, Bürgermeister sowie der Landtagsabgeordneter Bernhard Seidenath - sie alle kamen nach Hebertshausen, um an diesem feierlichen Ereignis teilzunehmen. Die, die zum ersten Mal hier waren, freuten sich auf die Besichtigung des Neubaus.

Drei Gebäudeteile

Das Katastrophenschutzzentrum besteht aus drei Teilen:

Die beheizte Lagerhalle (1.200 Quadratmeter): Hier ist Platz für Fahrzeuge, Pumpen, Schläuche, Betten inklusive Bettzeug und mehr, das das Landratsamt als Katastrophenschutzbehörde immer bereithalten muss.

Eine unbeheizte Lagerhalle (400 Quadratmeter): Alle Geräte und Materialien, die nicht bei einer bestimmten Temperatur gelagert werden müssen, zum Beispiel Sandlager, Abrollbehälter-Sandsack und Anhänger, stehen hier.

Der zweigeschossige Verwaltungsanbau (rund 220 Quadratmeter): Neben Kreiseinsatzzentrale und Büroräumen der Kreisbrandinspektion stehen Räum für die Materialausgabe, für Schulungen und Besprechungen mit bis zu 70 Personen sowie Aufenthaltsräume zur Verfügung.

Alle drei Gebäudeteile sind komplett aus Holz errichtet und mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. In nur 13 Monaten wurde der Komplex in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) fertig gestellt. Das hat dem Landkreis auch Geld gespart. Durch die langjährige Erfahrung und das fundierte Wissen konnte der ehemalige Kreisbrandrat Franz Bründler bei den Planungen und der Ausstattung weitere Optimierungen erreichen. So wurden zum Beispiel die Lagerflächen in eine Kalt- und eine Warmhalle unterteilt anstatt alles zu beheizen. Eine mobile Notstromversorgung kann sowohl für die Katastrophenschutzgebäude eingesetzt werden als auch an einem anderen Ort, wo gerade der Strom fehlt.

Endlich genug Platz

Davor war die Ausrüstung bei den verschiedenen Hilfsorganisationen (Gemeindefeuerwehren, Technisches Hilfswerk und Bayerisches Rotes Kreuz) und die Kreiseinsatzzentrale im Feuerwehrhaus der Stadt Dachau untergebracht. Kreisbrandrat Georg Reischl freut sich über die neue Ära im Katastrophenschutz: „Endlich haben wir sowohl für das Lager als auch für die Stabsräume und Kreiseinsatzzentrale (KEZ) genug Platz und können vor allem bei Großschadenslagen noch schneller reagieren. Auch der Multifunktionsraum wird rege genutzt. Seit November 2021 gab es kaum einen Tag ohne Veranstaltung darin.“

Neben der Ausstattung und Erreichbarkeit bietet das neue Katastrophenschutzzentrum viele weitere Vorteile für die Einsatzkräfte: Be- und Entladen ist nun auch bei Extremwetter geschützt unter Dach möglich. Stapler, Hubwagen sowie Logistikfahrzeuge erleichtern die Arbeit zusätzlich. Für eine Stärkung bei langen Einsätzen steht eine Küche zur Verfügung.

Hintergrundinformation Kreiseinsatzzentrale

Die Kreiseinsatzzentrale wird nur besetzt, wenn eine Großschadenslage vorliegt. Das sind Ereignisse, von denen so viele Menschen betroffen sind, dass einzelne Feuerwehren oder THW-Einheiten diese nicht alleine bewältigen können. Beispiele dafür sind Stürme oder Hochwasser. Dann erreichen die Integrierte Leitstelle in Fürstenfeldbruck (ILS) mehrere hundert Alarme in wenigen Stunden. Die ILS nimmt alle Notrufe an und erfasst sie, kümmert sich selbst aber nur noch um zeitkritische Einsätze. Zeitunkritische Einsätze werden auf die EDV-Systeme der KEZ übermittelt. Dort wird die übergeordnete Leitung übernommen. Das heißt, Einsatzkräfte und Einsatzmittel werden zugeteilt, Lagekarten geführt und das gesamte Einsatzgeschehen dokumentiert. Bei diesen Aufgaben wird der Kreisbrandrat von bis zu elf weiteren Personen aus den Feuerwehren, THW und dem Landratsamt unterstützt.

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