Gemeinsam mit Special Olympics Bayern, dem Bayerischen Schwimmverband und der Stadt Nürnberg veranstalteten die Bunnyhunters der Abteilung Aquaball im SV Dachau im Langwasserbad Nürnberg einen inklusiven Aquaball-Aktionstag. Eingeladen waren Menschen mit und ohne Beeinträchtigung aus ganz Bayern, um die junge und dynamische Teamsportart kennenzulernen, gemeinsam Sport zu treiben und neue Erfahrungen zu sammeln.
Neben Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die auf die Ausschreibung aufmerksam geworden waren, nahm unter anderem auch eine Gruppe des Einrichtungsverbunds Steinhöring an der Veranstaltung teil. Auf dem Programm standen das Kennenlernen der Sportart, verschiedene Übungsformen sowie ein gemeinsames Gaudi-Turnier.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur der Sport, sondern vor allem die Begegnung zwischen Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen. Über den gesamten Tag hinweg entstanden zahlreiche besondere Momente, die allen Beteiligten in Erinnerung bleiben werden. Es wurde gemeinsam gelacht, angefeuert, ausprobiert und gefeiert. Schnell wurde deutlich, dass im Wasser nicht die Unterschiede zählen, sondern der Teamgeist.
Besonders eindrucksvoll zeigte sich an diesem Tag, welche Möglichkeiten Sport für Menschen mit Behinderung schaffen kann. Ein Teilnehmer, der aufgrund starker Spasmen im Alltag auf einen Rollstuhl angewiesen ist und sich an Land kaum ohne Unterstützung fortbewegen kann, entwickelte sich im Wasser zu einem wichtigen Spieler und Torwart seines Teams. Mit spürbarer Begeisterung war er über Stunden im Einsatz und wollte sich zeitweise nicht einmal auswechseln lassen. Für viele Anwesende war dieser Moment ein Paradebeispiel dafür, wie Sport Menschen stärken und über sich hinauswachsen lassen kann.
Für Peter Demmelmayr, Aquaballreferent des Deutschen Schwimm-Verbandes und Initiator der Veranstaltung, sind solche Momente der eigentliche Erfolg des Aktionstages: „Wenn man so etwas sieht, weiß man, wie wichtig Inklusion ist. Im Sport werden nicht die Einschränkungen sichtbar, sondern die Fähigkeiten der Menschen.“
Die Bunnyhunters beschäftigen sich nicht erst seit Kurzem mit diesem Thema. Bereits 2012 starteten sie eines der ersten inklusiven Aquaball-Projekte Deutschlands und gelten seitdem bundesweit als Vorreiter für gelebte Inklusion im Wasser. In den vergangenen 14 Jahren haben sie gemeinsam mit zahlreichen Partnern unzählige Aktionen, Trainingsangebote, Turniere und Schnuppertage durchgeführt. Der Aktionstag in Nürnberg war deshalb keine Eintagsfliege, sondern ein weiteres Kapitel einer langjährigen Erfolgsgeschichte.
Besonders stolz ist Demmelmayr dabei auf sein Team. Zahlreiche Helferinnen und Helfer hatten den Aktionstag vorbereitet, betreut und begleitet. Viele investieren seit Jahren einen erheblichen Teil ihrer Freizeit in das gemeinsame Engagement. „Wenn ich wieder eine Idee habe und Unterstützung brauche, dann heißt es meist sofort: Machen wir. Auf dieses Team kann ich mich immer verlassen“, betonte Demmelmayr. Ohne diesen ehrenamtlichen Einsatz seien solche Veranstaltungen gar nicht möglich.
Der Aktionstag verdeutlichte zugleich das Potenzial der noch jungen Sportart Aquaball. Dass Special Olympics Bayern die Veranstaltung gemeinsam mit den Bunnyhunters und dem Bayerischen Schwimmverband durchgeführt hat und Adidas das Projekt unterstützt, wertet Demmelmayr als starkes Zeichen. Die Unterstützung durch Special Olympics und die Förderung durch einen weltweit agierenden Konzern zeigten, dass Aquaball weit mehr als eine junge Sportart sei. Vielmehr biete Aquaball Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen die Möglichkeit, auf Augenhöhe gemeinsam Sport zu treiben, Verantwortung zu übernehmen und Erfolgserlebnisse zu sammeln.
Die Begeisterung vieler Teilnehmer war so groß, dass Demmelmayr sie bereits vor Ort zu den Bayerischen Aquaball-Meisterschaften am 12. September im Freibad Grafing einlud. Dort sollen die neu gewonnenen Erfahrungen aus Nürnberg direkt in die Praxis umgesetzt werden.
Inklusion erhält im Sport immer mehr Aufmerksamkeit,. Für die Verantwortlichen ist das kein kurzfristiges Projekt, sondern ein langfristiges Anliegen. Dies zeigte sich bereits am Tag nach der Veranstaltung. Bei einem Treffen mit Vertretern von Special Olympics Bayern und dem Bayerischen Schwimmverband wurden weitere Schritte besprochen, um das Thema Inklusion noch stärker im Schwimmsport zu verankern.
Bereits bei der letzten Aquaball-Trainerausbildung hatte Demmelmayr Inklusion fest in sein Ausbildungskonzept integriert. Special Olympics Bayern gestaltete hierzu einen eigenen Vortrag, der bei den angehenden Trainerinnen und Trainern auf großes Interesse stieß. Auch bei einem weiteren Lehrgang in der Sportschule gehörte das Thema zu den Inhalten, die besonders intensiv diskutiert wurden.
Der Aktionstag in Nürnberg hat damit weit mehr bewirkt als einen sportlichen Tag im Wasser. Er hat gezeigt, dass Sport Barrieren überwinden, Selbstvertrauen stärken und Menschen zusammenbringen kann. Für die Teilnehmer war Aquaball nicht nur eine neue Sportart, sondern vor allem ein Erlebnis, das Gemeinschaft, Teilhabe und gelebte Inklusion sichtbar gemacht hat. Genau solche Erlebnisse sind es, die die Bunnyhunters seit vielen Jahren antreiben und die zeigen, wie viel Sport bewegen kann.