Willibaldritt in Jesenwang | Kurier Dachau

Veröffentlicht am 16.06.2026 16:27

Willibaldritt in Jesenwang

Am 5. Juli findet wieder der traditionelle Willibaldritt in Jesenwang statt. (Foto: Freundeskreis St. Willibald)
Am 5. Juli findet wieder der traditionelle Willibaldritt in Jesenwang statt. (Foto: Freundeskreis St. Willibald)
Am 5. Juli findet wieder der traditionelle Willibaldritt in Jesenwang statt. (Foto: Freundeskreis St. Willibald)
Am 5. Juli findet wieder der traditionelle Willibaldritt in Jesenwang statt. (Foto: Freundeskreis St. Willibald)
Am 5. Juli findet wieder der traditionelle Willibaldritt in Jesenwang statt. (Foto: Freundeskreis St. Willibald)

Zum 304. Mal findet am Sonntag, 5. Juli, der Willibaldritt in Jesenwang statt. Der Freundeskreis St. Willibald e.V. und die Gemeinde Jesenwang erwarten zu dieser weithin bekannten Brauchtumsveranstaltung an die 300 Reiter mit herausgeputzten Pferden, tausende Zuschauer und viel Prominenz.
Musikkapellen begleiten den Festzug. Kutschengespanne und Truhenwagen reihen sich ebenso ein wie der prächtige Fahnenwagen der Ortsvereine. Höhepunkt der Willibaldrittes ist der Durchritt durch die Kirche nach der Segnung am Nordportal, der für Ross und Reiter eine besondere Herausforderung bedeutet. Er gilt als einmalig in Europa. Für das Engagement zur Erhaltung des Brauchtums wurde der Freundeskreis mit dem Bayerischen Heimatpreis ausgezeichnet. Zudem wurde der Willibaldritt in die bayerische und in die deutsche Liste des Welt-Kulturerbes aufgenommen.
Der Willibaldritt geht auf ein Gelöbnis zurück, das Jesenwanger Bauern im Jahre 1712 ablegten, als sie in ihrer Not Hilfe vom heiligen Willibald erflehten. Damals grassierte in der Region eine Viehseuche, der hauptsächlich Pferde zum Opfer fielen. Die Jesenwanger „verlobten“ sich dem Heiligen, heißt es. Danach soll es keine Seuchenerkrankung mehr gegeben haben.
Vor und nach dem Durchritt kann die spätgotische Willibaldkirche besichtigt werden. Sehenswert sind der Hochaltar von 1617 sowie die 1910 freigelegte spätgotische Holzdecke und die Brüstung der Empore. Auf die Decke sind neben 561 Sternmotiven 594 verschiedene Blumen gemalt, 191 Blüten kommen an der Empore hinzu. Die Bildfelder werden von geschnitzten Maßwerkfriesen gerahmt. Bemerkenswert sind auch die Symbole der zwölf Medaillons im Zentrum der dreigeteilten Holzdecke, der bedeutendsten ihrer Art in Altbayern.

Das Programm

Der Willibaldtag beginnt um 8 Uhr mit einem Wallfahrergottesdienst in der Willibaldkirche für Pilgergruppen aus der Region. Um 10 Uhr wird in der Willibaldkirche ein Votivamt gefeiert. Um 13.30 Uhr startet der Willibaldritt am Gemeinschaftshaus. Aufstellung erfolgt ab 13 Uhr. Vor der Segnung der Pferde und dem Durchritt wird am Kastanienhain neben der Willibaldkirche an das Gelöbnis erinnert. Tagsüber ist im Kastanienhain Biergartenbetrieb und auch die örtlichen Gasthäuser haben geöffnet.
Bereits am Freitag, 3. Juli, 19 Uhr, findet auf dem Vorplatz der Willibaldkirche ein „Hoagart“ statt. Bei Regen wird ins Gemeinschaftshaus ausgewichen. Der Eintritt ist frei.

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