Friedliche Weihnacht - für viele eine Illusion: Nicht allen Menschen gelingt es, Weihnachten und den Jahreswechsel voller Liebe,Hoffnung und Zuversicht zu verbringen. Personen, die an den Feiertagen in eine seelische Notlage geraten, unterstützt der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern. Unter Tel. 0800 / 655 3000 ist die Leitstelle rund um die Uhr erreichbar; auch die mobilen Einsatzteams sind 24/7 in Rufbereitschaft.
Kerzenschein,Plätzchenduft und stimmungsvolle Musik können nicht überdecken, dass viele Menschen die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel als beklemmend erleben. Deshalb ist es Dr. Petra Brandmaier, ärztlicher Leiterin der Krisendienst-Leitstelle, ein besonderes Anliegen, die Stigmatisierung psychischer Belastungen zu durchbrechen.
„Lange nicht für jede Person bedeuten die bevorstehenden Festtage ein friedliches und harmonisches Zusammensein mit Familie und nahestehendenMenschen. Es braucht Offenheit und Verständnis für die realen Herausforderungen der Weihnachtszeit und des Jahreswechsels”, sagt Brandmaier. Denn jeder Mensch erlebe die Feiertage anders und bei widrigen Lebensumständen und gesundheitlichen Belastungen auch beklemmend und bedrückend. „Einsamkeit, Verlust, Traumatisierungen durch Gewalt- und Fluchterfahrungen, finanzielle Schwierigkeiten und familiäre Konflikte können die festliche Atmosphäre trüben, bestehende Probleme verstärken und psychische Krisen auslösen.”
Dank des Übersetzungsdienstes kann der Krisendienst seit 2023 in 120 Sprachen beraten - darunter auch sehr seltene Idiome (Liste der Sprachen unter www.krisendienste.bayern/mental-health-support-in-over-120-languages/). Beim Anruf einer Person, die kein Deutsch spricht, kann die Leitstelle innerhalb von 90 Sekunden muttersprachliche Dolmetscherinnen oder Dolmetscher zuschalten.
Sebastian Lämmermann (Sozialpädagoge) ist als Krisendienst-Gebietskoordinator in den Landkreisen Dachau, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Starnberg und Ebersberg (Region 14 - Umland München) für die mobilen Einsatzteams zuständig. Er sagt: „Wichtig ist zu akzeptieren, dass es okay ist, nicht immer in festlicher Stimmung zu sein, und dass die Suche nach Hilfe ein mutiger und wichtiger Schritt ist. Unsere multiprofessionellen Teams stehen bereit, um Menschen in schwierigen Zeiten bei Bedarf auch persönlich beizustehen.”
Auch Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger setzt sich dafür ein, Menschen dabei zu unterstützen, die Feiertage mit mehr Achtsamkeit und Verständnis für ihre eigene mentale Gesundheit zu erleben. „Ich ermutige alle dazu, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen und sich bewusst zu machen, dass sie nicht allein sind. Gemeinsam können wir eine Atmosphäre schaffen, die nicht nur festlich, sondern auch einfühlsam und unterstützend ist. Denn wahre Festlichkeit liegt in der Fürsorge füreinander.”