Das Handwerk – motiviert, innovativ, aktiv

Ulrich Dachs bedankte sich bei der Gastrednerin Veronika Rothweiler - Erfolgskraftwerk. (Foto: KreiHa)
Ulrich Dachs bedankte sich bei der Gastrednerin Veronika Rothweiler - Erfolgskraftwerk. (Foto: KreiHa)
Ulrich Dachs bedankte sich bei der Gastrednerin Veronika Rothweiler - Erfolgskraftwerk. (Foto: KreiHa)

Bereits zum 22. Mal durfte Kreishandwerksmeister Ulrich Dachs zahlreiche Gäste aus Politik, Geldinstituten, Mittelstand sowie Schulen und natürlich seine Kollegen aus dem Handwerk begrüßen. Im Ludwig-Thoma-Haus stand der Neujahrsempfang unter dem Motto „PRO VISION“. Zentraler Inhalt der Ansprachen war die Aufforderung, sich darüber Gedanken zu machen, wie Fachkräfte zukünftig gewonnen werden können.

Ulrich Dachs hatte nur kurz auf die Probleme des vergangenen Jahres hingewiesen. Ihm war es wichtiger, das Positive in das neue Jahr mitzunehmen. Allerdings äußerte er sehr wohl, was er im letzten Jahr vermisst hatte. Nämlich, dass sich die Politiker solidarisch mit den Bürgern zeigen und die Zuversicht vermitteln, gemeinsam und tatkräftig in die Zukunft zu gehen. Dachs betonte: „Wir dürfen stolz sein, was durch das Engagement vieler Bürger bei uns im Landkreis in den letzten Jahren geschaffen wurde.“

Projekte für die Zukunft

Neben der etablierten Job-Messe zur Berufsfindung, der Plattform der Gewerbetreibenden „Dachau handelt“ wurde auch das „Gründwerk“ ins Leben gerufen, das Start-Ups eine optimale Plattform bieten wird. Besonders ging Ulrich Dachs auf den MINT-Campus ein. Hier können Kinder und Jugendliche in den MINT-Fächern sich ihrer Talente und Fähigkeiten spielerisch bewusstwerden. Jedoch ist der Fortbestand dieser wichtigen Talentschmiede für die „Fachkräfte von morgen“ aufgrund von Geld- und Personalmangel bedroht. Der Kreishandwerksmeister sprach seinen Dank denjenigen aus, die sich in den vorgenannten Organisationen ehrenamtlich zum Wohle des Landkreises engagieren.

Ulrich Dachs stellte auch neue Projekte vor, die unter der Federführung des Handwerks an den Start gehen. Bereits im Februar wird das Projekt „Talente für Zukunft“ zum ersten Mal in der Grundschule Schwabhausen umgesetzt. Im Einklang mit dem LehrplanPlus werden den Kindern zeitgemäße Themen aus dem Handwerk nahegebracht. Sie dürfen dabei selbst Hand anlegen und so die theoretischen Inhalte praktisch umsetzen. Ein weiteres Projekt ist am Entstehen: „Create Your Future“. Hier dürfen Jugendliche ihre Träume in einer Collage sichtbar machen und sich ihrer Wünsche und Ziele bewusstwerden.

Wertschätzung zählt mehr als Vergütung

Die Gastrednerin Veronika Rothweiler sprach über die notwendige Veränderung unserer Denkweisen, um die junge Generation für ihren Beruf zu motivieren. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Pro Vision“ fragte sie die Gäste: „Warum verbreiten wir Alten das Bild, dass alles so anstrengend und so traurig ist?“ Wir müssen unsere Denkweisen an die Motivation der jungen Erwachsenen anpassen. Für diese Generation ist bei der Arbeitsplatzwahl nicht mehr die Vergütung ausschlaggebend. Für sie zählen in erster Linie Freizeit, Wertschätzung und Freude im Job. Oft herrscht die Meinung, die Arbeit an sich müsse Spaß machen. Rothweiler appellierte an die Gäste: Entscheidend ist der Aufbau einer Unternehmenskultur, die dazu führt, dass man gerne mit den anderen zusammenarbeitet. Wir müssen der jungen Generation einen Zukunftsentwurf bieten, der für sie erstrebenswert ist.

Stimmung schlechter als die Lage

Zu Beginn der Veranstaltung hatte das Vorstandmitglied der Sparkasse Dachau, Thomas Schmid ausgeführt, dass im Landkreis die wirtschaftliche Stimmung schlechter ist als die tatsächliche Lage. Er untermauerte dies mit der Feststellung, dass die meisten Betriebe trotz der aktuellen Herausforderungen eine überproportional hohe Eigenkapitalquote aufweisen.

Oberbürgermeister Florian Hartmann versprach, dass die Stadt Dachau auch in diesem Jahr ein zuverlässiger Partner für das Handwerk sein wird. Denn dieses stellt die entscheidende Wirtschaftskraft in Stadt und Landkreis dar. Er stellte dabei auch den neuen Wirtschaftsförderer Alexander Broschell vor.

Landrat Stefan Löwl, fasste das momentane Gefühl aller Berufssparten sehr prägnant zusammen: „Wir haben keine Zeit mehr durchzuschnaufen. Wir kommen nicht mehr dazu, strategisch zu denken“. Es taucht schon eine neue Herausforderung auf, bevor das aktuelle Problem gelöst ist. (UD/RK)

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