Die Stadt Dachau trauert um ihren ehemaligen Oberbürgermeister Peter Bürgel, der am Mittwoch im Alter von 73 Jahren verstorben ist. Peter Bürgel war von 1990 bis 2002 Stadtrat und von 1996 bis 2002 Fraktionsvorsitzender der CSU. 2002 wurde er zum Oberbürgermeister gewählt. 2008 wurde er wiedergewählt und schied 2014 aus dem Amt.
Die Stadt Dachau hat Peter Bürgel sehr viel zu verdanken. So war ihm die zunehmende Bedeutung der Kinderbetreuung bewusst. Unter ihm als Oberbürgermeister wurden mehrere Kindertagesstätten errichtet, z. B. das Kinderhaus Augustenfeld, die Kindervilla St. Klara und die Kita Steinlechner Hof. Saniert wurden der Kindergarten Am Stadtwald sowie der Kindergarten und Hort Dachau-Ost. Des Weiteren wurden unter OB Peter Bürgel mehrere Spielplätze gebaut: die Spielplätze in Etzenhausen, an der Roßwachtstraße, am Udldinger Weiher und am Platzer-Anwesen.
Peter Bürgels Engagement für den Sport und die Dachauer Sportvereine zeigte sich u.a. im Bau der Sporthalle Augustenfeld und des ersten Kunstrasenplatzes beim ASV Dachau. Im Bereich Sozialer Wohnungsbau setzte er mit der Erneuerung und dem Ausbau der geförderten Mietwohnungen am Rennplatz in Dachau-Süd Akzente. Das größte Bauprojekt unter Peter Bürgel war die Errichtung der vierten Dachauer Grundschule im Stadtteil Augustenfeld. Des Weiteren wurde das Ludwig-Thoma-Haus saniert, und in Gebäuden auf dem Moorbadgelände wurden die Stadtbücherei und die Artothek eingerichtet.
Eine Herzensangelegenheit war Peter Bürgel die Dachauer Kunst und Kultur.
Ein großes Anliegen war ihm der Bau von Bandübungsräumen im Keller der Kindervilla Sankt Klara, außerdem das Artist in Residence-Wohnstipendium für Künstler und Musiker in der renovierten Ruckteschell-Villa und die von ihm initiierten Kulturpartnerschaften mit den ehemaligen Künstlerkolonien Oosterbeek in den Niederlanden und Tervuren in Belgien. Den damals noch im Eigentum der Stadtwerke Dachau befindlichen Wasserturm stellte er dem Förderverein Dachauer Wasserturm e.V. für Kunstausstellungen zur Verfügung. Die sanierte Schranne am Pfarrplatz wurde als Kultur-Schranne zu einem Zentrum der Musik und Kultur.
Große Verdienste erwarb sich Peter Bürgel auch in der Erinnerungs- und Gedenkkultur. Ihm war klar, dass die Stadt Dachau als Standort des ersten Konzentrationslagers der Nationalsozialisten eine besondere Verantwortung trägt. Unter ihm wurde der Dachau-Preis für Zivilcourage eingeführt, den die Stadt seither alle zwei Jahre an eine Person oder Gruppe verleiht, die sich mit Mut und Engagement für die Rechte von Verfolgten und von diskriminierten Minderheiten einsetzt. Außerdem ermöglichte er die erste Verlegung von Stolpersteinen in Dachau, mit denen der Künstler Gunter Demnig an die Opfer der Nationalsozialisten erinnert. Auch die Versöhnung mit Israel war ihm ein großes Anliegen. Er knüpfte Kontakte in die israelische Stadt Rechovot, die schließlich in eine Partnerschaft zwischen den Kliniken in Dachau und Rechovot münden sollten, was zu seinem Bedauern jedoch nicht gelang. Außerdem fand unter Peter Bürgel eine Städtefreundschaft zwischen Dachau und der französischen Gemeinde Oradour-sur-Glane ihren Anfang. Zudem wurde unter Peter Bürgel dem Holocaustüberlebenden und Zeitzeugen Max Mannheimer die Dachauer Ehrenbürgerwürde verliehen.
2015 wurde Peter Bürgel seinerseits eine hohe Auszeichnung zuteil: Für seine Verdienste um das Gemeinwohl wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.
Peter Bürgel liebte seine Heimatstadt von ganzem Herzen. Als Stadtrat und später als Oberbürgermeister war es ihm ein Anliegen, seiner Heimatstadt etwas zurückzugeben. Es ist ihm gelungen. Peter Bürgel war ein Oberbürgermeister, der es gut gemeint hat und gut gemacht hat. In der Stadtverwaltung war Peter Bürgel hochangesehen und als Chef wie auch als Mensch sehr beliebt. Auch im Stadtrat genoss Peter Bürgel parteiübergreifend großen Respekt. Die Stadt Dachau wird Peter Bürgel ein ehrendes Andenken bewahren.