Wie wenige andere bairische Volksfeste kann das Dachauer Volksfest auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken. Seinen Ursprung hat es in den Pferderennen, die erstmalig im Jahr 1652 veranstaltet wurden und bereits volksfestartigen Charakter besaßen. In seiner heutigen Ausprägung gibt es das Dachauer Volksfest seit Ende des 19. Jahrhunderts, als man im Jahr 1887 das Pferderennen mit einer ebenfalls regelmäßig stattfindenden überregionalen Tierausstellung verband und dies zum Anlass für ein zweitägiges Volksfest nahm. Als Attraktionen wurden ein Volksfestschießen, Turnvorführungen sowie Bierausschank und eine Musikkapelle geboten.
Bis zum Ersten Weltkrieg folgten drei weitere Volksfeste (1894, 1901 und 1908) jeweils in der ersten Septemberhälfte, also vor Beginn des Münchner Oktoberfests. Damals fanden die Volksfeste auf der sogenannten Zieglerwiese an der Münchner Straße statt, wo sich heute der Max-Mannheimer-Platz und der Moorbadpark befinden. 1920 wurde das Volksfest schließlich an seinen heutigen Platz, die Ludwig-Thoma-Wiese, verlegt. In der Weimarer Zeit fand es dort in unregelmäßigen Abständen insgesamt achtmal statt, an Terminen zwischen Mitte August und Anfang September. Von 1933 bis 1939 gab es sechs weitere Volksfeste, wobei diese von den Nationalsozialisten 1934 in die Stadterhebungsfeier und 1935 in die Einweihung des neuen Rathauses integriert wurden.
Seit 1946 findet das Dachauer Volksfest jährlich im August um Mariä Himmelfahrt statt. 2029 wird das Dachauer Volksfest aufgrund dessen, dass es früher nicht jedes Jahr stattfand und während der Corona-Pandemie zweimal ausfiel, zum 100. Mal veranstaltet.
Eine Besonderheit auf dem Dachauer Volksfest ist der Glückshafen. Dieser wurde bereits 1894 zum ersten Mal aufgestellt. Der Glückshafen betrieb eine Warenverlosung zugunsten der Dachauer Armenkasse, der heutigen Bürgerspitalstiftung. 18.000 Lose zu je 20 Pfennig waren vorgesehen, auf jedes zehnte Los kam ein Treffer im Wert zwischen 20 Pfennig und 30 Mark. Den Losverkauf übernahmen damals die Magistratsmitglieder, die Mitglieder des Gemeindekollegiums und die Armenpfleger. Von nun an sollte der Glückshafen bei keinem der Dachauer Volksfeste mehr fehlen. Ein Lageplan von 1925 im Stadtarchiv Dachau zeigt, dass der Glückshafen schon damals an jener Stelle stand, wo er auch heute zu finden ist.