Am 9. Mai wurde sie eingeweiht, die neue Integrierte Leitstelle Fürstenfeldbruck (ILS) im Gerlindener Gewerbegebiet, ein 4600-Quadratmetergebäude, in dem die Fäden der „Blaulichtdienste“ von vier Landkreisen zusammenlaufen, in denen rund 640.000 Menschen leben: Dachau, Fürstenfeldbruck, Starnberg und Landsberg – und möglicherweise kommt demnächst ein weitere Region hinzu. Ein Gebäude mit modernster Technik, in dem alle 112-Notrufe aus den genannten Landkreisen einlaufen werden. Mit einem 350 Quadratmeter großen und acht Meter hohem Leitstellenraum, der schon anhand der vielen Monitore, die hier aufgebaut sind, klar macht, wie groß die Informationsmenge ist, die in der ILS verarbeitet wird. Nicht nur von Computern, sondern vor allem von Menschen, von bestens ausgebildeten Rettungs-Profis. Pro Jahr geht es um 139.000 Einsätze.
Rund 130 Personen waren zu der Einweihung geladen, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann lobte: „Mit einem der größten und modernsten Leitstellengebäude Bayerns ist der Zweckverband für Feuerwehr und Rettungsdienst nun bestens für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet. Unser gemeinsames Ziel und unsere gemeinsame Verpflichtung gilt weiterhin dem Schutz der Bürgerinnen und Bürger durch Sicherstellung des hochfunktionalen Notrufs 112. Das wird in diesem zukunftsträchtigen und gelungenen Neubau noch besser gelingen. Ich wünsche allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ILS Fürstenfeldbruck viel Erfolg an ihrem neuen Standort und weiterhin alles Gute!”Der Landkreis Dachau war mit einer starken Delegation vertreten, mit Landrat Stefan Löwl an der Spitze, Kreisbrandrat Georg Reischl hatte viele Kameradinnen und Kameraden aus dem gesamten Dachauer Land mitgebracht. Löwl sprach von einem Meilenstein für die Region, der die „112“ noch schneller und noch sicherer mache.
Der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath, Vorsitzender des BRK-Kreisverbands, der mit Kreis-Geschäftsführer Dennis Behrendt und weiteren BRK-Kolleginnen und -Kollegen vor Ort war, lobte das neue Gebäude mit seiner Technik als „Quantensprung“ und prophezeite, dass die Gernlindener ILS zu einem Modell für ganz Bayern werden könne. Eine Einschätzung, die wohl auch der Innenminister teilt. So erwähnte er den derzeit geplanten Zusammenschluss zweier Leitstellen in der Oberpfalz. Tatsächlich waren Rettungs-Profis aus ganz Bayern nach Gernlinden gekommen, von Amberg-Sulzberg über Dinkelsbühl bis Garmisch-Partenkirchen.
Bis jetzt hat die ILS ihre Sitz mitten in Fürstenfeldbruck, in der Münchner Straße, in einem Haus, das für die zirka 70 Mitarbeitenden viel zu klein geworden ist. Zumal das Team sich vergrößern soll.
Schon 2018, elf Jahre nach der Eröffnung, beschloss der Zweckverband einen Neubau. Im Gespräch war damals auch ein Gelände im GADA. Stattdessen wurde im Sommer 2020 das 4600-Quadratmeter-Areal in Gernlinden erworben. Die Planungen starteten 2021. Im Frühjahr 2023 wurden die ersten Gewerke ausgeschrieben, im August 2023 erfolgte der erste Spatenstich. Nun wurde der Innenausbau abgeschlossen. Die Kosten werden rund 47 Millionen Euro betragen, fünf Millionen schießt der Freistaat dazu. „Eine Menge Geld“, räumte Herrmann ein, doch angesichts der Beschleunigung der Rettungskette eine „gute Investition für Menschen“.
Dazu zählen auch drei barrierefreie Zwei-Zimmer-Wohnungen im zweiten Obergeschoss des neuen Gebäudes. Sie könnten von künftigen Mitarbeitenden genutzt werden, erzählte der ILS-Leiter Florian Christner während einer Führung.
Noch sind einige letzte Arbeiten an der komplexen Einsatzleittechnik zu erledigen. Voraussichtlich in der zweiten Maihälfte wird der Probebetrieb beginnen. Spätestens im Juli erfolgt der Umzug der 80 Beschäftigen in das neue Gebäude in Maisach. Dann geht die neue ILS in den Echtbetrieb.
Die Kosten für das Projekt von 47 Millionen Euro werden von den vier Mitgliedslandkreisen des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Dachau, Fürstenfeldbruck, Landsberg am Lech und Starnberg gemeinsam geschultert. Der ZRF ist für den Bau und Betrieb der ILS verantwortlich. Der Freistaat Bayern bezuschusst das Projekt voraussichtlich mit rund 5 Millionen Euro für die Einsatzleittechnik.