1860-Fanszene sorgt für Furore | Kurier Dachau

Veröffentlicht am 10.07.2026 15:21

1860-Fanszene sorgt für Furore

Engagiert: Fanszene des TSV 1860 München. (Foto: M. Forster)
Engagiert: Fanszene des TSV 1860 München. (Foto: M. Forster)
Engagiert: Fanszene des TSV 1860 München. (Foto: M. Forster)
Engagiert: Fanszene des TSV 1860 München. (Foto: M. Forster)
Engagiert: Fanszene des TSV 1860 München. (Foto: M. Forster)

Mit einer Crowdfunding-Aktion haben Anhänger des TSV 1860 München innerhalb weniger Tage mehr als eine Viertelmillion Euro gesammelt, um einen Werbeplatz auf dem Rücken des künftigen Trikots der Giesinger zu kaufen und den Neustart des Klubs zu unterstützen. In der Regionalliga-Saison 2026/2027 werden die „Sechzger” mit dem Schriftzug „Football for the People” (dt. Fußball für die Menschen) unterhalb der Rückennummer auflaufen. Dieser Slogan wird international von Fußballfanszenen benutzt, die damit gegen die Radikalkommerzialisierung ihres Sports protestieren und die Teilhabe aller am „Volksvergnügen“ fordern.

Es haben sich mehr als viereinhalbtausend Menschen und Gruppierungen an der Sammlung beteiligt. Darunter waren auch Fanszenen anderer Vereine. Mit von der Partie waren etwa „Sottocultura“, die führende Ultragruppe aus Mönchengladbach, „Kaos Bagage“ aus Nürnberg, „Ingrifati Perugia 1989“, die Ultras des AC Perugia Calcio, Fans von Hertha BSC und Anhänger des VfB Stuttgart. Die Solidarität mit dem TSV 1860 München zieht weite Kreise. Unter den Spendern finden sich auch bekannte Sportler, die einst das Trikot des TSV 1860 München trugen, wie Stefan Aigner, Benjamin Schwarz oder Sandro Kaiser.

1860-Fanvereinigungen wie „Blue Blood Fanatics“, „Drunkarts 1860 & F-Town“, „LFC Schweppermann 1860“, „Cosa Nostra 1860“, „MIB 1860 München“, „Wattenbacher Löwen“, „PRO1860“, „Wambo Giasing 1860“, „Kreative für Sechzig“, „Blue Vikings 1860“, „Freitag“, „Bootboys 1860“, „Sechzig im Allgäu“, „Löwenheimat Giesing“, „Münchner Freiheit 1860“, „Göppinger Löwen 91“, „Chaoten 1860“, „Leonum 1860“, „Crazy Lions Eichstätt“, „Azzurro Monaco“, „Cabrio Löwen“ sowie die ähnlich klingenden „Capri-Löwen“, „Oberland Löwen“, „60-Fanclub Altkissing“, „Überetscher Löwen Südtirol“, „Löwenfreunde Gaimersheim“, „Löwenfanclub Pörnbach“, „Holzländer Löwen“, „Grenzstadt-Löwen Simbach, „Münchner Gschwerl“ und viele andere mehr, haben zum Teil in vierstelliger Höhe gespendet.

Zu den Mitgliedern des TSV 1860 München zählen prominente Politiker wie der Bundestagsabgeordnete Michael Schrodi (SPD) und der Landtagsabgeordnete Max Deisenhofer (Die Grünen). Sie beteiligten sich an der Aktion ebenso wie der Comedian Simon Pearce oder Zanti und Roy Bianco, die Sänger der Italo-Schlager-Band „Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys“. Zuwendungen trafen aus den USA ein, aus Kanada, aus Ecuador, aus Italien, aus Österreich, aus der Schweiz.

Mit „Football for the People“ sorgt der TSV 1860 München für Furore, weil hier etwas geschieht, das im durchkommerzialisierten Profifußball nicht vorgesehen scheint: Die Menschen auf den Rängen holen sich ihren Verein zurück. Ihre Botschaft: Fußball gehört denen, die ihn lieben. Denen, die Woche für Woche kommen, mitsingen, mitleiden und selbst dann bleiben, wenn sportlich und wirtschaftlich eine Talsohle erreicht ist. „Football for the People“ ist deshalb weit mehr als eine erfolgreiche Crowdfunding-Aktion. Es ist eine Liebeserklärung – und zugleich ein Aufbegehren gegen die Vorstellung, ein Verein sei lediglich ein Geschäftsmodell. (as)

Quelle: „Football for the People!“: https://www.gofundme.com/f/football-for-the-people

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