Auf dem Bruggerhof in Sigmertshausen wurden Kathrin und Hans Loder für ihre Teilnahme an der Weiterbildung „Teilhabe, Kultur & Älterwerden“ ausgezeichnet. Mit der Übergabe der Urkunden würdigten Gabriele Kuhn (Fachstelle für Demenz und Pflege Oberbayern), Stefanie Otterbein (Fachstelle Demografie Managen, Landratsamt Dachau) und Georg Weigl (Curatorium Altern gestalten) das Engagement der beiden Hofbetreibenden für alters- und demenzsensible Angebote.
Der Bruggerhof bietet mit seiner ruhigen Lage, den Tieren und dem naturnahen Umfeld bereits heute vielfältige Möglichkeiten für Begegnungen und gemeinsames Erleben. Zu den bestehenden Formaten gehören unter anderem tiergestützte Aktivitäten, Naturerfahrungen und individuell gestaltete Angebote für unterschiedliche Zielgruppen. Diese Offenheit bildet eine gute Grundlage, um neue, speziell auf Menschen mit Demenz abgestimmte Impulse zu entwickeln – und stellt zugleich eine wertvolle Bereicherung für den Landkreis Dachau dar, der damit sein Angebot an inklusiven Freizeitmöglichkeiten weiter ausbaut.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Frage, wie auf dem Hof ein zusätzliches, gezielt demenzsensibles Angebot entstehen kann. Die bestehenden Formate sind bereits inklusiv; nun soll ein Rahmen geschaffen werden, der noch stärker auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz eingeht. Dabei geht es nicht um ein festes Standardprogramm, sondern um ein behutsames Konzept, das Sicherheit, Ruhe und Teilhabe miteinander verbindet.
Sehr konkret wurde die Idee eines neuen Angebots unter dem Titel „Unvergesslich flauschig – sanfte Begegnung: Alpakas als Brücke zur Teilhabe“. Vorgesehen ist ein niedrigschwelliger Einstieg mit Kaffee und Kuchen, Zeit zum Ankommen und der Möglichkeit, die Tiere zunächst in Ruhe zu beobachten. Ergänzt werden soll das Tiererlebnis durch sinnliche Zugänge wie das Fühlen von Wolle, das Riechen von Heu und das bewusste Erleben der historischen Hofatmosphäre. So kann ein geschützter Rahmen entstehen, in dem Menschen mit Demenz, An- und Zugehörige sowie Begleitpersonen gemeinsam beruhigende und verbindende Momente erleben.
„Uns ist wichtig, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen mit Demenz einfach sein dürfen – ohne Erwartungen, dafür mit Ruhe, Natur und echten Begegnungen. Wenn wir Teilhabe im Alter ernst nehmen, brauchen wir genau solche Räume. Wir freuen uns, dass der Bruggerhof hier ein Stück weit vorangehen kann.“, so Kathrin und Hans Loder.
Die Planungen für das neue Format laufen bereits. Vorgesehen ist, das Angebot zunächst mit einer kleinen gemischten Gruppe zu erproben, um in einem geschützten Rahmen erste Erfahrungen zu sammeln und das Konzept Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Auch die Einbindung von Tagespflegen wird dabei als möglicher nächster Schritt betrachtet.
Am 19. Juni startet das Projekt mit Unterstützung durch den Bayerischen Demenzfonds. Flyer und Informationen sind über die Fachstellen im Landkreis erhältlich.Interessierte können sich gerne zusätzlich auf der Website des Hofes darüber informieren oder direkt nachfragen.
Die Urkundenübergabe auf dem Bruggerhof markiert damit nicht nur den Abschluss einer Weiterbildung, sondern auch den Beginn neuer Ideen für demenzsensible Freizeitgestaltung. Das Treffen zeigte eindrücklich, wie wertvoll Kooperationen vor Ort sind, wenn Teilhabe im Alter alltagsnah und kreativ gestaltet werden soll – und wie solche Initiativen den Landkreis Dachau nachhaltig stärken und bereichern können