Hannelore Gräfin von Quadte-Wykradt-Isny und Wulf Freiherr von Schimmelmann mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet | Kurier Dachau

Hannelore Gräfin von Quadte-Wykradt-Isny und Wulf Freiherr von Schimmelmann mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet

Sozialministerin Ulrike Scharf (Vierte von links) überreichte das Bundesverdienstkreuz u.a. an Hannelore Gräfin von Quadte-Wykradt-Isny und Wulf Freiherr von Schimmelmann (beide rechts). (Foto: Martina Nötel / StmAS)
Sozialministerin Ulrike Scharf (Vierte von links) überreichte das Bundesverdienstkreuz u.a. an Hannelore Gräfin von Quadte-Wykradt-Isny und Wulf Freiherr von Schimmelmann (beide rechts). (Foto: Martina Nötel / StmAS)
Sozialministerin Ulrike Scharf (Vierte von links) überreichte das Bundesverdienstkreuz u.a. an Hannelore Gräfin von Quadte-Wykradt-Isny und Wulf Freiherr von Schimmelmann (beide rechts). (Foto: Martina Nötel / StmAS)
Sozialministerin Ulrike Scharf (Vierte von links) überreichte das Bundesverdienstkreuz u.a. an Hannelore Gräfin von Quadte-Wykradt-Isny und Wulf Freiherr von Schimmelmann (beide rechts). (Foto: Martina Nötel / StmAS)
Sozialministerin Ulrike Scharf (Vierte von links) überreichte das Bundesverdienstkreuz u.a. an Hannelore Gräfin von Quadte-Wykradt-Isny und Wulf Freiherr von Schimmelmann (beide rechts). (Foto: Martina Nötel / StmAS)

Wulf Freiherr von Schimmelmann gründete 2014 die Stiftung „Startchance“, um benachteiligten Kindern bessere Lebensstartchancen zu ermöglichen. Hannelore Gräfin von Quadte-Wykradt-Isny engagiert sich seit über 40 Jahren für Kinder mit Behinderung, ihre Familien und den Aufbau inklusiver Bildungs- und Förderstrukturen in Deutschland. Für ihren vielfältigen Einsatz händigte Bayerns Sozialministerin Ulrike Scharf beiden das Bundesverdienstkreuz am Bande aus.

Stiftung aufgebaut

Viele Kinder können zuhause nicht ausreichend unterstützt werden, was ihre Bildung und soziale Teilhabe stark einschränkt. Die Stiftung Startchance verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der gezieltes Lernen, gemeinschaftliche Aktivitäten sowie gelebte Integration verbindet. Dadurch werden die Fähigkeiten der Kinder gefördert und ihnen eine bessere Zukunft ermöglicht.
Im Mittelpunkt steht die individuelle Lernförderung. Geschulte Coaches helfen den Kindern, schulische Defizite aufzuholen und ihre Motivation zu stärken. Die Stiftung ist jedoch viel mehr als eine Nachhilfeeinrichtung. Regelmäßige Aktivitäten in Kultur, Umwelt und Sport bedeuten soziale Teilhabe für die Kinder. Und das integrative Konzept verwischt Unterschiede wie Herkunft, Religion oder Geschlecht – nur der Wunsch, weiterzukommen, zählt.

In elf Jahren baute Freiherr von Schimmelmann die Stiftung auf. Die heute über 170 Kinder werden von mehr als 100 Leitern und Coaches jeden Freitag betreut. Sie alle bilden eine familiäre Gemeinschaft. Sein persönliches Engagement motiviert alle Beteiligten und fördert die stetige Verbesserung der Arbeit. Die Förderung der Kinder bringt nicht nur jedem Einzelnen Vorteile, sondern auch uns als Gesellschaft. Die Kinder werden viel besser integriert, driften deswegen später weniger in Parallelgesellschaften ab und sind die Fachkräfte von morgen. Dank seines Netzwerks und Engagements lebt die Stiftung erfolgreich ihr Motto „weil jedes Kind eine Startchance verdient“ und wurde 2025 mit dem Integrationspreis der Regierung von Oberbayern in der Kategorie „Bildung“ ausgezeichnet.

Selbstbestimmung und Würde

Gräfin von Quadt-Wykradt-Isny engagiert sich seit über vier Jahrzehnten für Kinder mit Behinderung. Auslöser war die Geburt ihres Sohnes 1985, der mit einer schweren motorischen Behinderung lebt.
Nach dem Austausch mit anderen Eltern gründete sie 1986 eine Elterngruppe und lernte mit ihrem Mann Peter die Konduktive Förderung nach Dr. András Peto kennen, die ihrem Sohn neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnete. 1994 gründeten sie den „FortSchritt Verein zur Verbreitung der Konduktiven Förderung e. V.“, um diese Pädagogik in Deutschland bekannt zu machen. Daraus entstand eine innovative Konduktive Tagesstätte in Niederpöcking, die Pädagogik, Therapie und Familie verband. Gräfin von Quadt-Wykradt-Isny übernahm vielfältige Aufgaben im Verein, geprägt von Respekt und Vertrauen in die Fähigkeiten der Menschen. 2001 entwickelte sich daraus die „FortSchritt Bayern gGmbH“, die heute mit über 400 Mitarbeitenden ein breites inklusives Angebot von der Frühförderung bis zum Erwachsenenleben bietet.
Die Geschäftsführung wurde an Tochter Tatijana von Quadt übergeben, womit das Engagement der Familie generationenübergreifend fortgesetzt wird. Gräfin von Quadt-Wykradt-Isny und ihr Ehemann haben maßgeblich dazu beigetragen, Inklusion, Selbstbestimmung und Würde von Menschen mit Behinderung in Bayern und darüber hinaus konkret zu verwirklichen.

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