In der Dachauer Altstadt kommt es nach Berichten von Anwohnern und Geschäftsleuten seit längerem zu täglichen Engpässen im Busverkehr. Die großen Busse der Linien 719, 720 und 722 geraten auf den engen Straßen häufig in Begegnungsverkehr – oft gleichzeitig mit Lieferfahrzeugen oder Autos. Die Folge sind stockender Verkehr, Stresssituationen und immer wieder brenzlige Momente für Fußgänger, Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer.
Viele Anwohner stellen deshalb die Frage, warum die Buslinien in beide Richtungen durch die Altstadt geführt werden. Eine Einbahnregelung, so die Einschätzung der Betroffenen, könnte die Situation entschärfen und die Zahl der kritischen Begegnungen reduzieren.
Auch im Stadtrat ist das Thema angekommen. Die SPD-Stadtratsfraktion hat bereits im Mai einen Antrag eingebracht, der die Einführung einer Einbahnregelung für den Busverkehr in der Altstadt fordert.
Im Antrag heißt es, dass die Altstadt mit ihren engen Straßen und der historischen Bebauung für Begegnungsverkehr von Bussen kaum geeignet sei. Dieser führe regelmäßig zu Verzögerungen und Sicherheitsrisiken – besonders für schwächere Verkehrsteilnehmer. Zudem beeinträchtige der beidseitige Busverkehr die Aufenthaltsqualität: Staus, Lärm und unübersichtliche Situationen schadeten dem Einzelhandel und dem Flair der Altstadt.
Die SPD-Stadtratsfraktion fordert daher zu prüfen, ob eine Einbahnregelung für Busse den Verkehrsfluss verbessern und die Sicherheit erhöhen würde.
Die Stadtwerke bestätigen auf Anfrage des Kuriers, dass die Busse derzeit in beiden Richtungen durch die Altstadt fahren. Man nehme die Hinweise aus der Bevölkerung ernst und überprüfe das Liniennetz regelmäßig auf Optimierungsmöglichkeiten. Dabei sei zu berücksichtigen, dass Engpässe nicht nur durch Busbegegnungen entstünden, sondern auch durch das insgesamt gestiegene Verkehrsaufkommen.
Eine Einbahnregelung ließe sich jedoch nicht von einem Tag auf den anderen einführen. Sie hätte Auswirkungen auf das gesamte Liniennetz. Zu prüfen wären unter anderem Fahrwege, Fahrzeiten, Anschlüsse, Umsteigemöglichkeiten sowie der Bedarf an Fahrzeugen und Personal.
Für die diesbezügliche Analyse wurde von den Stadtwerken bereits die GEVAS, ein Fachbüro für Verkehrsplanung, beauftragt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung müssen abgewartet werden, bevor der Antrag im Umwelt- und Verkehrsausschuss weiter beraten wird.
Für die Altstadtbewohner bedeutet das: Das Problem ist erkannt – eine mögliche Lösung wird derzeit fachlich geprüft. Ob und wann eine Einbahnregelung kommt, hängt nun von den Ergebnissen der Verkehrsplanung und den politischen Entscheidungen im Rathaus ab.