Glückskäfer auf Wohnungssuche | Kurier Dachau

Veröffentlicht am 23.09.2026 13:51

Glückskäfer auf Wohnungssuche

Marienkäfer nutzen die letzten Sonnentage, um Überwinterungsplätze zu suchen oder sich auf Wanderschaft zu begeben. (Foto: Manfred Kühn)
Marienkäfer nutzen die letzten Sonnentage, um Überwinterungsplätze zu suchen oder sich auf Wanderschaft zu begeben. (Foto: Manfred Kühn)
Marienkäfer nutzen die letzten Sonnentage, um Überwinterungsplätze zu suchen oder sich auf Wanderschaft zu begeben. (Foto: Manfred Kühn)
Marienkäfer nutzen die letzten Sonnentage, um Überwinterungsplätze zu suchen oder sich auf Wanderschaft zu begeben. (Foto: Manfred Kühn)
Marienkäfer nutzen die letzten Sonnentage, um Überwinterungsplätze zu suchen oder sich auf Wanderschaft zu begeben. (Foto: Manfred Kühn)

Einen „echten Ureinwohner” des Ampertals stellt Wolfgang Kuhn, Gebietsbetreuer des Ampertals bei den Landschaftspflegeverbänden Dachau und Fürstenfeldbruck, jeden Monat vor. Im Oktober ist es der Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata), der jetzt auf der Suche nach einem Winterquartier ist.

Im Volksglauben fest verankert

Den Marienkäfer kennt wohl jeder, da er als Glücksbote im Volksglauben fest verankert ist. Seinen Namensursprung hat er in der christlichen Tradition. Die Bauern im Mittelalter betrachteten den Marienkäfer als ein Geschenk der Jungfrau Maria, da er eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Schädlingen, insbesondere von Blattläusen, spielt. Man glaubte, dass die Marienkäfer von Maria gesandt wurden, um die Ernte zu schützen und die Pflanzen vor Schädlingen zu bewahren.
Die als typischer Glücksbote bekannteste Marienkäferart ist der Siebenpunkt (Coccinella septempunctata), der sieben weiße Punkte auf seinen Flügeldecken trägt. Darüber hinaus gibt es in Mitteleuropa 80 verschiedene Marienkäferarten. Mit dem immer häufiger auftretenden Harlekin-Marienkäfer (Harmonia axyridis) gibt es zudem eine aus Asien stammende Art, die hierzulande im gewerbsmäßigen Gartenbau gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt wurde. Vor einigen Jahren setzten sich erste Exemplare in die freie Natur ab. Heute ist der Harlekin-Marienkäfer dank seiner enormen Vermehrungsfreudigkeit vielerorts bereits häufiger als die alteingesessenen Marienkäferarten.

Ab in die Mauerritzen und Laubhaufen

Der Harlekin frisst aber nicht nur Blattläuse, sondern auch Gallmückenlarven, Larven konkurrierender Marienkäferarten und viele andere Insekten. Dieser sechs Millimeter große Käfer kann von fast völlig orangerot bis fast völlig schwarz gefärbt sein und hat meist 19 schwarze Punkte auf den Flügeldecken.
Alle Marienkäferarten nutzen die letzten Sonnentage, um sich auf ihre Wanderungen in wärmere Regionen Europas zu begeben oder sich hier Überwinterungsplätze zu suchen. So sitzen die Marienkäfer auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren teils in großen Schwärmen auf Balkongeländern, Hauswänden und Pflanzen. Den Winter über machen sie es sich am liebsten in Mauerritzen, Dachsparren oder Laubhaufen gemütlich. An der Amper überwintern sie gerne unter der Rinde abgestorbener Bäume.
Ihrem Ruf als Glücksbringer werden die Marienkäfer in jedem Fall gerecht: Wer viele im Garten hat, ist gut dran, denn im Frühjahr werden sie wieder zur biologischen Blattlausbekämpfung antreten.

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