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Thursday, 23. September 2021 · 01:48 Uhr
 
 
 

Lebenskraft und Lebensfreude im Alter

Die Josef-Kiener-Stiftung unterstützt das Caritas-Haus Marienstift

Der Leiter des Caritas-Hauses Marienstift, Till Pabst (li), empfängt einen Scheck über 10.000 Euro vom Vorstand der Josef-Kiener-Stiftung, Helmut Rez. (Foto: Marienstift )

Mit über 39.000 Euro hat die Josef-Kiener-Stiftung in den vergangenen Jahren das Caritas-Haus Marienstift unterstützt. Weitere 10.000 Euro konnte nun der Leiter des Alten- und Pflegeheims, Till Pabst, von Helmut Rez, Vorstand der Josef-Kiener-Stiftung, entgegennehmen.

Menschen auch im Alter ihre Lebenskraft und ihre Lebensfreude zu erhalten, ist ein zentrales Anliegen der Josef-Kiener-Stiftung. 2015 wurden mit Stiftungsgeldern im beschützenden Wohnbereich des Marienstifts diverse Umbauarbeiten realisiert; entstanden ist ein sonnendurchflutetes Wohnzimmer mit Zugang zum beschützenden Garten und zurück zum Wohnbereich. Außerdem schaffen jetzt großflächige Wandbilder in den Fluren und Aquarelle eines Dachauer Künstlers in den Zimmern eine wohnlichere Atmosphäre.

Im letzten Jahr haben Zuwendungen der Josef-Kiener-Stiftung die Anschaffung einer neuen Küchenzeile im beschützenden Wohnbereich ermöglicht, die auf die ergonomischen Bedürfnisse älterer und pflegebedürftiger Menschen angepasst ist. Sie können, wenn sie möchten, selbst bei der Zubereitung und Veredlung von Speisen mithelfen.

Nun steht mit dem Thema »Bewegungsförderung für Pflegebedürftige« ein neues Projekt an, das die Josef-Kiener-Stiftung finanziell unterstützt. Spezielle hochmoderne Ergometer helfen, die Muskulatur wiederaufzubauen und Stürzen vorzubeugen. Die bewegungsaffinen Bewohner stehen schon mal Schlange, wenn das Gerät besetzt ist. Xaver Gröppmair, Pfarrer im Ruhestand und Bewohner des Marienstifts, ist einer von ihnen. Nach schwerer Krankheit trainiert er begeistert auf dem Ergometer und lässt dabei bewegungsgesteuert die Stadt Venedig auf einem Bildschirm vorbeiziehen.

Ebenso beobachtet Dieter Reinke, Vorsitzender der Bewohnervertretung, wie körperliche Aktivität mit geistiger Aktivierung einhergeht. Man müsse sich etwa mit der Technik vertraut machen und komme in intensiven Austausch mit den Mitbewohnern. Und nach einem Tusch, den er bei der Scheckübergabe auf seinem Keyboard intoniert, eilt er in den Festsaal des Hauses, um für die versammelten Senioren ein kleines Konzert zu geben.

Diese vielfältige Mobilisierung hilft nicht zuletzt auch dem Pflegepersonal. »Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner wieder kräftiger und mobiler werden, macht das unsere tägliche Arbeit in der Pflege generell etwas leichter und entlastet uns auch bei der Mobilisation der Bewohner«, so der stellvertretende Pflegedienstleiter Jozo Senjak. Niemand will pflegebedürftig werden. Und doch ist jeder nach schweren Krankheiten oder im Alter erleichtert, für sich selbst oder für seine Angehörigen einen Ort zu finden, der Geborgenheit bietet und weit mehr bedeutet als nur »satt und sauber«, bestätigt Helmut Rez aus der persönlichen Erfahrung in seiner Familie. »Pflegeheime können wunderbar behütete Orte sein, in denen sich auch die Lebenskraft und Lebensfreude von geschwächten Menschen wieder entwickeln und neu entfalten kann«, sagt Heimleiter Till Pabst.