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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 11. August 2020 · 12:39 Uhr
 
 
 

Neuer MVV-Tarif gefordert

Angebot für Teilzeit/Homeoffice fehlt

Während seiner #Tacheles-Landkreistour diskutierte Landrat Stefan Löwl mit den Bürgerinnen und Bürgern auch die Herausforderungen des öffentlichen Nahverkehrs. Dabei wurde immer wieder das MVV-Tarifsystem sowie die kürzlich beschlossene MVV-Tarifreform angesprochen.

Bei der von den CSU-Ortsverbänden Petershausen, Weichs und Vierkirchen organisierten Veranstaltung in Kollbach sprach Lena Eberl, ehemalige Kreisvorsitzende der Jungen Union und junge Mutter, Landrat Löwl darauf an, dass es für Teilzeitpendlerinnen wie sie kein passendes Tarifangebot gibt. »Ich arbeite Montag bis Mittwoch in München und am Donnerstag zu Hause im Home-Office,« berichtete Lena Eberl damals. »Monats- oder Wochenkarten lohnen sich für drei Tage in der Woche nicht. Ein auf Teilzeitkräfte ausgerichtetes Angebot gibt es aktuell und auch nach der Tarifreform nicht.« Landrat Stefan Löwl nahm diese Thematik auf und bat nun den MVV, ein entsprechendes Tarifangebot zu prüfen. »Teilzeitbeschäftigung und Home-Office werden immer wichtiger in der heutigen Arbeitswelt und ich fände es gut, wenn es für diesen Personenkreis ebenfalls ein attraktives MVV-Angebot gäbe,« begründet Landrat Löwl seine Initiative. »In einem modernen Tarifsystem muss es möglich sein, bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen, beispielsweise eine Dauerfahrkarte für Pendler, die immer nur montags oder an zwei festgelegten Tagen in der Woche gilt.«

Eine erste Einschätzung des MVV bekräftigt Landrat Löwl in seiner Forderung. Der MVV-Geschäftsführer teilte ihm nun mit, dass »es im MVV, sowie auch in den anderen vergleichbaren Großstadtverbünden in Deutschland, kein adäquates Angebot, das diese Kundenwünsche erfüllen kann« gibt. Mit einem »wenige Tage-Angebot« könnten nach einer Ersteinschätzung des MVV aber durchaus Neukunden (nicht Tarifwechsler) für den ÖPNV gewonnen werden. Allerdings erfordert ein solches Angebot wohl einen höheren Vertriebsaufwand, als im konventionellen Vertrieb, insbesondere wenn man den Kunden vielleicht sogar flexible Geltungstage anbieten möchte. In den aktuell konzeptionierten neuen, digitalen Vertriebskanälen wäre eine Umsetzung laut MVV-Geschäftsführer jedoch denkbar. Unter dem Arbeitstitel »Flexfahrer« soll daher nun ein entsprechendes Angebot konzipiert, sowie die Marktakzeptanz und mögliche Auswirkungen auf andere Angebote analysiert und bewertet werden.

Im Pilotversuch »eTarif im MVV«, welcher derzeit von der Verbundgesellschaft in enger Abstimmung mit den Verkehrsunternehmen vorbereitet wird und nach aktuellem Sachstand im Zweiten Quartal 2020 realisiert werden soll, könnte dieses neue Angebot dann getestet werden. Landrat Stefan Löwl freut sich über diese schnelle und positive Reaktion: »Ich hoffe, dass die Gesellschafter im Tarifverbund der Anregung folgen und der Konzeption sowie dem Test zustimmen, damit durch dieses Angebot weitere Pendlergruppen für den ÖPNV gewonnen werden und der MVV damit ein modernes, innovatives und deutschlandweit einmaliges Angebot bekommen wird.«