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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 1. October 2020 · 18:41 Uhr
 
 
 

Eichenprozessionsspinner meiden

Allergische Reaktionen auf Haut und in der Lunge möglich

Berühren der Eichenprozessionsspinner oder deren Gespinste sollte man unbedingt vermeiden. (Foto: Albrecht E. Arnold/pixelio.de)

Auch im Landkreis Dachau ist der Eichenprozessionsspinner bereits angekommen, wobei glücklicherweise aktuell nur einzelne Bäume befallen sind. Bisher konnte man ihn vor allem an einzelnstehenden Eichen in Parkanlagen, an Alleen, auf Parkplätzen und an Waldrändern finden. Mittlerweile kommt er in fast ganz Bayern vor und befällt seit Ende der 1990er Jahre auch flächig geschlossene Waldbestände.

Die bis zu fünf Zentimeter langen Raupen leben gesellig und begeben sich in Gruppen hintereinander wie bei einer Prozession – daher auch der Name – auf Nahrungssuche. Sie sind dabei fast ausschließlich auf Eichen zu finden. Tagsüber und später zur Häutung ziehen sich die Raupen in sogenannte Raupennester, bis zu einem Meter lange Gespinste am Stamm oder in Astgabelungen, zurück. Die befallenen Bäume werden in der Regel nicht dauerhaft geschädigt. Auch bei Kahlfraß treiben die Eichen wieder aus, so dass zum Schutz der Bäume in der Regel keine Maßnahmen erforderlich sind.

Gefahr für die Gesundheit

Die Raupen besitzen ab dem dritten Larvenstadium hohle, mit vielen Wiederhaken besetzte Haare, die das Eiweißgift Thaumetopoein enthalten. Bei Kontakt mit den Raupen brechen die Haare leicht ab und dringen durch Reibung passiv in die Haut ein. Hierdurch können allergische Hautreaktionen hervorgerufen werden sowie Entzündungen der Augen und, sollten sie eingeatmet werden, auch der oberen Luftwege. In schlimmeren Fällen können sogar Schwindel, Fieber und Schüttelfrost auftreten. Wenn man auf befallene Bäume stößt, ist ein Kontakt mit den Tieren und deren Gespinsten daher unbedingt zu vermeiden.

Es gibt weitere Falterarten, wie Goldafter und Wollafter, deren Raupen auffällige Gespinste ausbilden und deren Brennhaare allergische Reaktionen hervorrufen können. Sie sollten daher ebenfalls nicht aufgesammelt oder Gespinste zerpflückt werden.

Bekämpfungsaktionen sind generell nur in Fällen erforderlich, wo eine Gefährdung von Mensch und Tier vorliegt. Befinden sich durch Eichenprozessionsspinner befallene Bäume in Bereichen, an denen sich regelmäßig Personen aufhalten, sollte der Standort unverzüglich der betroffenen Gemeinde oder dem Landratsamt gemeldet werden (Untere Naturschutzbehörde, Telefon 08131-74 201), bei Bäumen im Wald oder am Waldrand, an stark frequentierten Wegen oder beispielsweise in der Nähe von Waldkindergärten der zuständigen Forstdienststelle.

Mitte Juni wurde dem Landratsamt der Befall von mehreren Eichen zwischen der Kreisstraße DAH 9 und dem dortigen Geh- und Radweg zwischen Pasenbach und Kloster Indersdorf gemeldet. Eine Überprüfung ergab, dass es sich hier tatsächlich um den Eichenprozessionsspinner handelte. Die Kreisstraßenverwaltung beauftragte daraufhin zum Schutz der Radler und Fußgänger umgehend eine Fachfirma mit der Beseitigung der Raupen und Gespinste. Die Bekämpfung erfolgte ohne Einsatz von Bioziden, sondern rein mechanisch durch Absaugen. Dieses Verfahren wurde auch beim Befall einer Eiche an einem Waldkindergarten in der Gemeinde Erdweg erfolgreich eingesetzt.