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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 23. September 2021 · 01:17 Uhr
 
 
 

Livestream der VR-Bank

Dr. Heinz Schwarz und Vorstandssprecher Thomas Höbel

Hier geht es um Tennis: Livestream mit Thomas Höbel (li) und Dr. Heinz Schwarz. (Foto: VR-Bank)

Wenn das Tennisspielen zurzeit auch nicht möglich ist, so könne man wenigstens darüber reden, sagte VR-Bankvorstand Thomas Höbel. Aus diesem Grund veranstaltete er mit dem Dachauer Tenniscoach Dr. Heinz Schwarz unter dem Titel »Spielen Sie noch richtig Tennis, oder gewinnen Sie schon?« einen öffentlichen Livestream. 45 Minuten sprach Thomas Höbel in der Rolle des Tennisschülers mit seinem Lehrer Heinz Schwarz über die Fehler, die in einem Match passieren, wenn man sich zu sehr auf die »richtige« Technik konzentriert und noch dazu eine übertriebene idealistische Zielsetzung im Kopf hat.

Thomas Höbel ist schon immer sportbegeistert, hat aber erst vor wenigen Jahren mit dem Tennis angefangen. In Dr. Heinz Schwarz hat er einen erfahrenen Lehrer gefunden, der mit ungewöhnlichen Trainingsmethoden die Motivation seiner Schüler antreibt. »Er ist der Luis Trenker des Dachauer Tennissports«, stellte Thomas Höbel seinen Gesprächspartner vor. Dr. Heinz Schwarz hat Jura studiert, aber das Tennisspielen zu seinem Beruf gemacht. Beim ASV Dachau ist er seit vielen Jahren Cheftrainer. In früheren Jahren war er enger Vertrauter von Tennis-Legende Niki Pilic und bildete als langjähriger Geschäftsführer und Cheftrainer in Niki Pilic‘ Tennisakademie in Oberschleißheim die besten Spieler aus, darunter Novak Djokovic, die aktuelle Nummer Eins der Weltrangliste. Auch seine eigene Spielstärke kann sich sehen lassen: 2018 war er bei den Herren 55 die Nummer 12 in Deutschland.

Thomas Höbel interessiert vor allem die Frage, warum im Training alle Spielzüge und Schlagtechniken wunderbar funktionieren, im Match aber genau das Gegenteil passiert. Heinz Schwarz erläuterte, gutes Spiel sei wie eine Abfolge von Akkorden, vergleichbar mit einem Musikstück. »Der Gesamtklang muss harmonisch sein«, so Schwarz. Auch als Freizeitspieler müsse man sich mit seinen Ängsten auseinandersetzen und sich fragen: Wenn ich verliere, was macht das mit mir? Er erklärte es mit einem Vergleich: »Beim Skifahren ist die Angst existenzieller Natur, im Tennis sind es Versagensängste«.

Bei Top-Spielern sei deshalb immer auch die mentale Stärke entscheidend. Profispieler seien grundsätzlich unbekümmert und locker. »Das kann man nicht lernen«, so Schwarz. Einem Freizeitspieler, der ein Spiel gewinnen möchten, gebe er deshalb immer den Rat, ein Match nicht technisch und perfektionistisch, sondern strategisch anzugehen. Es sei es wichtig, das Beste aus der Situation zu machen und Freude am Sport und ein Erfolgserlebnis zu haben, fasste Schwarz zusammen: »Bei dem bleiben, was man kann und sich nicht in Schönheit verlieren«.

Seine langjährigen Erfahrungen schildert er in seinem neuen Hörbuch »Das Tennisparadoxon. Spielen Sie noch Richtiges Tennis oder gewinnen Sie schon was!«, das er im Livestream vorstellte.

130 Zuschauer verfolgten die kurzweilige Diskussion an den Bildschirmen, darunter der Dachauer Arzt Dr. Florian Ebner. Er sagte: »Der Heinz war genauso authentisch wie auf dem Tennisplatz«.

Den Livestream kann man weiterhin auf YouTube unter www.youtube.com/watch?v=NG-w7isKgBk abrufen.