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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 4. June 2020 · 15:55 Uhr
 
 
 

Mit Enthusiasmus und Elan

Stadtrat Wolfgang Moll und Weggefährten gründen Wählervereinigung »WIR«

Die WIR-Gruppe um den Vorsitzenden und Stadtrat Wolfgang Moll (vorne li neben Schatzmeistein Gabi Siegl) will eng zusammenstehen. (Foto: A. Förster)

WIR gründete sich Ende November 2018 und steht für Heimat, Werte und Zukunft. Der Verein stellte sich nun erstmals öffentlich vor. Dazu hatte man ins historische Thiemann-Gewölbe im Ludwig-Thoma-Haus eingeladen. Hier soll früher das Kolping-Haus beheimatet gewesen sein, erklärte Gründungsmitglied Wolfgang Moll in seiner Begrüßung. Die Kolpingfamilie steht für die Unterstützung des ehrbaren Handwerks und in dieser Tradition will sich auch die neue WIR-Gruppierung sehen: heimatverbunden, konservativ, im engen Austausch mit dem Mittelstand, dem Handwerk und den Bürgern. Die bisherigen Mitglieder im Vorstand kommen aus eben jenem Milieu: Markus Witte ist Ingenieur, Maximilian Schuster arbeitet in der Autozulieferindustrie, Petros Tanidis ist Taxiunternehmer, Andi Bauer ist, wie der erste Vorsitzende Wolfang Moll, Bauunternehmer, Schatzmeisterin Gabi Siegl, Molls Vorstandskollegin beim TSV 1865 Dachau, ist Lehrerin; Schriftführer Jochen Schweiß ist im Finanzdienstleistungsgeschäft, die stellvertretenden Vorsitzenden Günter Mayerhanser (Landwirt und Energieexperte) und Gerd Häcker (Vermögensverwalter) stehen ebenfalls voll im Leben.

Die meisten sind Politikneulinge

Alle sind politisch interessiert und leben in Dachau, haben aber, bis auf Moll, noch keine Erfahrung in der aktiven Politik. Das sei auch der Grund gewesen, warum Wolfgang Moll zum Vorsitzenden ernannt wurde. »Wie bei einem Start-up haben wir unsere Kompetenzen in die Waagschale geworfen und im Konsens entschieden, wer welche Aufgabe übernehmen soll«, erläutert Gerd Häcker. Die Gründung von WIR ergab sich letztlich aus regelmäßigen Gesprächen in geselliger Runde, aus denen sich eine Gruppendynamik entwickelt hat, die immer mehr Fahrt aufnahm. So erklären es die Mitglieder, und was ein wenig nach Stammtisch klingt, bekommt durch den spürbaren Elan und Enthusiasmus der Beteiligten auf jeden Fall einen ernstzunehmenden Charakter.

Nun wolle man den Hut in den Ring werfen, auf jeden Fall für die im nächsten Jahr anstehende Kommunalwahl für Stadt und Landkreis, sagt Häcker. Günter Mayerhanser betont, dass man, anders als eine Partei, keinen Druck von oben bekomme. »Wir sind nur für uns selbst verantwortlich und wollen das anpacken, was uns am Herzen liegt und wovon wir etwas verstehen.« In seinem Fall sei das die Land- und Energiewirtschaft, Markus Witte will sich dem Vekehrschaos in der Stadt annehmen und Maximilian Schuster und Arne Bauer wollen den Mittelstand anschieben. Als nächstes werde man ein politisches Programm ausarbeiten und bald möglichst die ersten Veranstaltungen organisieren, um sich in der Praxis zu bewähren. Wolfgang Moll, früher CSU-Mitglied, seit 2016 parteiloser Stadtrat, wird sein Mandat weiter ausüben und Referent für Tourismus und Städtepartnerschaft bleiben. Die Ausschussgemeinschaft mit Jürgen Seidl (FDP) ist jedoch Geschichte. Eine neue beginnt nun gerade.