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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 23. May 2022 · 01:05 Uhr
 
 
 

Seltene Gäste gesichtet

Flussseeschwalben am Landschaftssee

Die Dachauer Flussseeschwalbe (Foto: Manfred Kühn)

In diesem Sommer kann man am Landschaftssee an der Schinderkreppe als seltene Gäste zwei Brutpaare der Flussseeschwalbe beobachten. Flussseeschwaben brüten von Natur aus auf Kiesbänken von Wildflüssen und waren früher an Isar und Lech verbreitet. Heute sind die meisten natürlichen Brutplätze durch Flussregulierungen verschwunden oder durch Freizeitdruck bedroht. Man kann ihnen dann, wie am Landschaftssee, mit künstlichen Kiesinseln wenigstens teilweise helfen.

Inzwischen sind hier schon die Küken geschlüpft, bei einem Paar sind es zwei, beim anderen nur eins. Mit einem normalen Fernglas lassen sie sich vom städtischen Vogelbeobachtungshaus aus recht gut beobachten.

Auch der Nahrungserwerb bietet ein beeindruckendes Schauspiel: Die Seeschwalben ernähren sich von kleinen Fischen, die sie aus der Luft erspähen und dann im Sturzflug erbeuten. Aber längst nicht jeder Beuteflug endet erfolgreich. Regelmäßig dehnen sie ihre Nahrungsflüge auch weiter aus, so dass sie zum Beispiel auch am Karlsfelder See beobachtet werden können.

Dass die Seeschwalben sich in Dachau niederlassen ist wahrscheinlich eine Folge der Hochwässer der letzten Zeit. Vermutlich sind die Brutplätze in diesem Jahr überschwemmt worden, so dass diese attraktiven Vögel sich einen neuen Nistplatz für eine Ersatzbrut suchen mussten. Zuletzt war dies in gleicher Weise nach dem Hochwasser 2009 der Fall.

Die Kreisgruppe Dachau des LBV hofft natürlich, dass sie auch im nächsten Jahr wiederkommen. Damit die Küken erfolgreich ausfliegen können, werden Besucher und Hundebesitzer am Landschaftssee um entsprechende Rücksichtnahme gebeten.

Fotos: Manfred Kühn; zum Abdruck im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung unter Angabe des Autors freigegeben.