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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 1. October 2020 · 20:43 Uhr
 
 
 

Hilfreicher Partner in der Krise

Caritas: Soziale und Schuldnerberatung

Soziale und Schuldnerberatung - die Caritas Dachau hilft weiterhin in vollem Umfang. (Foto: chris/pixabay)

Die Corona-Krise mit ihren wirtschaftlichen und sozialen Folgen trifft den armen Teil der Bevölkerung besonders hart. Wenn man schon vorher jeden Cent umdrehen musste, um über die Runden zu kommen, bedrohen Kurzarbeit und Kündigung sofort die wirtschaftliche Existenz. Der Gesetzgeber hat diese Not gesehen und als Sofortmaßnahme Regelungen beschlossen, die die Folgen der Corona-Pandemie abfedern sollen. Zunächst für drei Monate vom 1. April bis zum 3. Juni 2020 können Privatpersonen und Kleinstunternehmen einen Zahlungsaufschub bei Leistungen der Grundversorgung (Strom, Gas, Telekommunikation) in Anspruch nehmen, wenn sie nachweisen können, dass ihre Einnahmeausfälle auf die Corona-Krise zurückgehen. Außerdem dürfen die Zahlungen »nicht zumutbar« sein, weil sie die Existenz gefährden.

Im Mietrecht ist das Kündigungsrecht der Vermieter bei Zahlungsrückständen eingeschränkt worden. Die Mieter müssen aber glaubhaft machen, dass sie wegen der Pandemie nicht mehr zahlen können. Auch diese Regelung gilt zunächst für drei Monate, eine Verlängerung ist möglich.

Auch das das »Danach« denken

»Diese Maßnahmen nehmen natürlich erst einmal Druck von den Menschen, die um ihre Existenz fürchten« erklärt Irene Küsters, Fachdienstleiterin der Sozialen Dienste der Caritas Dachau. Sie betont aber auch, dass aufgeschoben nicht aufgehoben sei. Die Zahlungen müssen nach Ablauf des Moratoriums, spätestens aber bis zum 30. Juni 2022, nachgeholt werden, schließlich haben die Vertragspartner ihre Leistung ja auch erbracht und daher einen Anspruch. Bei der Höhe der Raten auf den Rückstand muss man bedenken, dass diese zusätzlich zu den dann fälligen normalen Mieten gezahlt werden müssen. Manche Menschen, die nur die kurzfristige Erleichterung sehen, kämen dadurch in umso größere finanzielle Schwierigkeiten. »Denn es ist kaum anzunehmen, dass das Einkommen nach der Corona-Krise plötzlich so viel höher ist, dass die Doppelzahlungen locker gestemmt werden können, gerade bei Menschen in prekären Verhältnissen«. Sie rät daher dazu, Anträge auf ergänzende Sozialleistungen (zum Beispiel Wohngeld, Kinderzuschlag, Jobcenter-Leistungen (ALG II)) zu stellen, sobald abzusehen ist, dass das Einkommen unter das Existenzminimum sinkt.

Bürokratische Hürden herabgesetzt

Die formalen Hürden für einige Anträge sind herabgesetzt worden. Der Antrag für ALG II-Leistungen zum Beispiel ist für Bewilligungszeiträume vom 1. März bis zum 30. Juni 2020 vereinfacht worden und im Formularcenter der Bundesagentur für Arbeit zu finden. Die Vermögensprüfung bei ALG II-Anträgen und dem Kinderzuschlag ist ebenfalls vereinfacht worden. Anträge können auch telefonisch oder schriftlich gestellt werden. Das Jobcenter Dachau hat eine eigene Hotline eingerichtet unter 08131-33 29 150.

Auch die Fachleute von der Sozialen Beratung müssen täglich ihr Wissen aktualisieren, da sich die Regelungen laufend ändern. »Es ist aber – bei aller Schwere in dieser Zeit – auch schön zu sehen, dass sehr viele öffentliche Stellen auf die Nöte flexibel reagieren und sinnvolle Erleichterungen schaffen. Dafür bin ich dankbar«, sagt Irene Küsters.

Auch wenn in den Caritas-Zentren im Landkreis Dachau aufgrund der aktuellen Situation vorerst keine persönlichen Beratungen angeboten werden können, stehen die Sozialen Dienste der Caritas für die Landkreisbevölkerung weiterhin im vollen Umfang zur Verfügung. Eine Kontaktaufnahme ist telefonisch, per E-mail (Antwort nur geschützt möglich, #secret) oder auch online möglich. Telefon 08131-298 1800 von 8 bis 12, 13 bis 16 Uhr (freitags nur bis 12 Uhr),  gsa-dachau@caritasmuenchen.de. Homepage: www.caritas.de/onlineberatung/allgemeine-soziale-beratung.