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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 1. June 2020 · 09:23 Uhr
 
 
 

Burschenverein Prittlbach klaut Maibaum

Alloheim Pflegezentrum staunt nicht schlecht

Gemeinsames Anstreichen des diesjährigen Maibaums. (Foto: Alloheim Pflegezentrum)

Einen Maibaum sollte man gut bewachen. Am besten rund um die Uhr. Wer hier zu nachlässig ist oder angesichts der Länge und des Gewichts eines Maibaums glaubt: »Den schafft sowieso niemand weg!«, kann schnell eine ganz andere Erfahrung machen. Genau diese machte jetzt das Alloheim Pflegezentrum in Markt Indersdorf. Nachts um ein Uhr schlich sich der Burschenverein Prittlbach auf das Gelände der Senioreneinrichtung in der Maroldstraße und nahm den Maibaum nach alter bayerischer Sitte heimlich, still und leise mit.

Etwas hektisch ging es im Alloheim Pflegezentrum zu, als Einrichtungsleiterin Katharina Müller beim morgendlichen Dienstbeginn von Bewohnern erfuhr: »Der Maibaum ist weg!« Nach anfänglicher Ungläubigkeit und sofortiger Besichtigung des einstigen Lagerplatzes verschwanden dann auch letzte Zweifel. Dort, wo der Maibaum gestern noch friedlich auf seine Bemalung wartete, klebte lediglich ein handgeschriebener Zettel mit einer Handynummer. Der kurze Anruf klärte schnell, welche »Diebe« sich nachts an dem Maibaum zu schaffen machten: Der Burschenverein von Prittlbach hatte nach professioneller Ausspähung und Planung in einer Blitzaktion den unbewachten Maibaum abtransportiert. Schnell wurden sich die Senioren-Residenz und die Burschen einig, dass nur eine zünftige Brotzeit und viel Bier die Herzen der jungen Männer erweichen können, damit der Baum an seinen angestammten Platz zurückkehren kann, um pünktlich und geschmückt wieder aufgestellt zu werden. Bei allerbester Laune und guter Transportlogistik kehrte der Maibaum nun unter dem Applaus der Bewohner wieder in die Maroldstraße zurück.

Präsentiert wird das Schmuckstück am Dienstag, den 30. April ab 14 Uhr mit einem fröhlichen Fest, wobei der Burschenverein natürlich auch eingeladen ist. Beruhigt sind jetzt auch die Bewohner der Residenz. Seit vielen Wochen erstellen sie in Handarbeit die Verzierungen und Handwerksschilder, die an dem Baum befestigt werden. Auch Katharina Müller will zukünftig vorsichtiger sein: »Ab jetzt wird richtig aufgepasst«, lacht sie. Zum Maibaumaufstellen sind alle Bürger der Region herzlich in die Maroldstraße 49 eingeladen.