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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 2. March 2021 · 12:27 Uhr
 
 
 

Artenschutz im Moos

Freie Sicht für die Schmale Windelschnecke

In den Wintermonaten werden Entbuschungsarbeiten im Weichser Moos durchgeführt. (Foto: LPV/Manfred Colling)

Noch herrscht im Naturschutzgebiet Weichser Moos herbstliche Stille, doch schon bald ist es damit vorbei. Unter der Anleitung des Landschaftspflegeverbandes Dachau wird in den kommenden Wochen mit Bagger und Motorsäge dem wild wuchernden Weidengebüsch zu Leibe gerückt. Die Entbuschungsarbeiten sind Teil des Natura2000-Managementplanes und eng mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Regierung von Oberbayern abgesprochen.

Mit der Maßnahme sollen seltene Arten und Lebensräume erhalten bleiben. Denn das NSG Weichser Moos war ursprünglich eine Landschaft mit nur wenigen Gehölzen, die vielen Arten des feuchten Offenlandes als Lebensraum diente. Die extensive landwirtschaftliche Nutzung verhinderte das Aufkommen von Bäumen und Sträuchern weitestgehend. »Früher konnte man in der Glonnaue ungehindert von Weichs nach Ebersbach blicken«, erzählt Esther Veges. Nun aber haben sich von den Rändern der Grundstücke her dichte Bestände aus Weiden ausgebreitet, welche die Mäh- und Streuwiesen mit ihrem Artenreichtum zu überwachsen drohen und voneinander isolieren. Zwei der seltensten Moosbewohner sind hiervon besonders betroffen. Der »Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling«, ein kleiner Schmetterling, und die unscheinbare aber äußerst seltene »Schmale Windelschnecke«. Beide FFH-Arten benötigen feuchte, nährstoffarme Streuwiesen, wo Wärme und Licht sehr gut hinkommen. Auch findet hier der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling seine Wirtspflanze, den großen Wiesenknopf, an welcher das Weibchen ihre Eier ablegen kann.

»Die Schmale Windelschnecke und der Ameisenbläuling sind einer der Gründe für den strengen Schutz des Weichser Mooses«, erklärt Esther Veges, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes. »Um diese Arten zu fördern, sind Gehölzentnahmen ausdrücklich seitens der Naturschutzbehörden vorgesehen«. Sorgen um Gebüschbewohner wie etwa die zahlreichen Vogelarten muss man sich jedoch keine machen, denn natürlich bleiben auch weiterhin Gehölzbestände und Einzelsträucher erhalten. So bleibt das Weichser Moos auch in Zukunft als Lebensraum für eine vielfaltige Tier- und Pflanzenwelt erhalten.