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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 5. April 2020 · 08:06 Uhr
 
 
 

Eine süße Idee

Krapfen-Aktion zugunsten des Vereins Kunterbunte Inklusion

Marianne Nickl, Agnieszka Dinnebier und Tanja Patti (von li) vom Verein Kunterbunte Inklusion Dachau. (Foto: A. Förster)

Die Mitglieder des neuen Vereins Kunterbunte Inklusion wollen, dass ihre Kinder inklusiv beschult werden, damit sie später eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben und ein »normaler« Teil der Gesellschaft sein können. Diese Teilhabe garantiert ihnen die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Die Realität sieht hingegen oft anders aus. Mit der Aktion »Inklusion is(s)t süß«" machen sie, gemeinsam mit der Bäckerei Denk aus Dachau, einmal mehr auf ihr berechtigtes Anliegen aufmerksam.

Gemeinsam haben die drei Vereinsvorstände, Tanja Patti, Marianne Nickl und Agnieszka Dinnebier, schon viel erreicht. Mit der überall vorherrschenden Einstellung »Ihr Kind ist behindert, es hat kein Potenzial und muss in eine spezielle Fördereinrichtung« wollen sie sich nicht länger abfinden. Mit Erfolg. Pattis Sohn Valentino ist Autist. Er geht seit einem halben Jahr in die vierte Klasse der Grundschule in Hebertshausen, zuvor war der Elfjährige in einer Behinderteneinrichtung. »Seine Fortschritte sind sagenhaft«, versichert Patti. Valentino hat einen Schulbegleiter und einen Förderplan. »Früher hat er so gut wie nie etwas gesagt, jetzt fängt er an zu sprechen«, sagt seine Mutter.

Bei Nickls Sohn Moritz lautete die Diagnose: Der wird nie lesen und schreiben. Seine Mutter boxte sich durch, er durfte von Anfang an auf die Grundschule in Karlsfeld. Nickl: »Moritz kann lesen und schreiben, wenn auch weniger als die anderen... « Die Pädagogin weiß: »Kinder lernen voneinander, sie imitieren und orientieren sich an dem, was ihre Vorbilder machen.«

Hänseleien gebe es nicht, im Gegenteil. Auch Dinnebiers Tochter Juliana, sie hat das Down Syndrom und geht auf die Montessori Schule in Unterschleißheim, erlebt die Unterstützung ihrer gesunden Klassenkamerden. »Alle profitieren von der Inklusion«, sind sich die drei Mütter einig. Sie hoffe, dass sich noch viele betroffene Eltern ihnen anschließen.

Die süße Krapfen-Aktion dauert noch bis einschließlich Faschingsdienstag. 25 Prozent des Verkaufserlöses spendet Nicole Schön, Inhaberin der Bäckerei Denk, an den Verein. Schön beschäftigt selbst Azubis mit Handicap in der Backstube.