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Sunday, 9. August 2020 · 03:47 Uhr
 
 
 

Der richtige Umgang mit Schutzmasken

Wichtige Tipps des Helios Amper-Klinikums

Abstand halten und Mundschutz tragen: Für alle Mitarbeiter des Helios Konzerns gelten diese Regeln. (Foto: Helios)

Angesichts der Lockerungen der Corona-Auflagen und der je nach Bundesland unterschiedlichen Vorgaben zum Tragen einer Maske hat sich der Helios Konzern entschieden, bundesweit für alle Kliniken und ambulanten Einrichtungen eine verbindliche Maskenpflicht einzuführen. »Wir wollen auch in den Helios Amper-Kliniken Dachau und Indersdorf das Ansteckungsrisiko für Mitarbeiter und Patienten minimieren«, sagt Klinikgeschäftsführer Florian Aschbrenner. Für die beiden Kliniken gilt nach wie vor ein Besuchsverbot, ausgenommen davon sind in Einzelfällen und nach telefonischer Absprache die Geburtshilfe und der palliative Bereich. Diese Besucher müssen ebenfalls einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen.

Schutzmasken sollen vor einer Tröpfcheninfektion mit dem Corona-Virus schützen. Zu beachten ist: »Der Träger einer Schutzmaske schützt nicht sich selbst, sondern andere vor einer möglichen Tröpfchen-Infektion. Durch den Mund-Nasen-Schutz wird die Verbreitung von Tröpfchen in die Umgebung gemindert«, erklärt Alexander von Freyburg, Pandemiebeauftragter Arzt am Helios Amper-Klinikum Dachau und Leitender Oberarzt der Notaufnahme.

Mund-Nasen-Bedeckung für den Privatgebrauch

Ein herkömmlicher Mund-Nasen-Schutz liegt nicht dicht an der Haut des Tragenden an und schützt ihn somit nicht vor einer Tröpfcheninfektion. Zudem ist die Textur des Vliesses auch nicht so beschaffen, dass es ganz kleine Partikel zurückhält. Die sogenannten Partikel-filternden Halbmasken FFP2 und FFP3 reduzieren infektiöse Aerosole in der eingeatmeten Luft. Das Robert Koch-Institut (RKI) weist allerdings darauf hin, dass diese Masken dem medizinischen und pflegerischen Personal vorbehalten sein sollten. Für den Privatgebrauch empfiehlt das RKI das Tragen von einer Mund-Nasen-Bedeckung. Diese Masken bestehen aus handelsüblichen Stoffen und können selbst genäht werden. Mittlerweile ist der gängige Begriff auch »Community Maske«. Im öffentlichen Leben könnte so die Verbreitung des Corona-Virus eingeschränkt werden. Allerdings dürfen sich Trägerinnen und Träger nicht in einer vermeintlichen Sicherheit wiegen. »Der Mindestabstand von eineinhalb Metern, gründliches und regelmäßiges Händewaschen sowie die Hust- und Niesetikette als effektive Schutzmaßnahmen sollten weiterhin eingehalten werden«, sagt von Freyburg.

Tipps vom Experten Alexander von Freyburg, Pandemiebeauftragter Arzt am Helios Amper-Klinikum Dachau

1. Maske und Haut

Ein Mund-Nasen-Schutz muss möglichst eng am Gesicht anliegen und darf nicht scheuern. Viele Nutzer beschweren sich, dass die Haut unter der Maske schwitzt. Deshalb sollte der Träger die Schutzmaske zeitweise abnehmen, damit die Haut trocknet. Alexander von Freyburg empfiehlt zudem, ph-neutrale Hautprodukte zu verwenden und diese sparsam aufzutragen. Darf jemand keine Schutzmaske tragen – zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen – kann ein Schal oder eine atmungsaktive Maske aus dem Sportbereich als Alternative dienen. Diese sind allerdings nicht so geeignet wie Masken – aber besser als gar kein Schutz.

2. Beschlagene Brillen

Auch für Brillenträger gibt es Tipps: Je enger die Maske an die Nase gedrückt wird, desto weniger beschlagen die Gläser. Die Brille kann auch auf die Maske gesetzt werden, damit der Mundschutz unterhalb des Brillengestells sitzt. Ziel ist, dass die Atemluft mit mehr Abstand von den Brillengläsern entweicht. Manchmal hilft es auch schon, die Brille möglichst weit nach oben zu schieben. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von milder Seife ohne Alkohol: Wird die Brille damit eingecremt und anschließend poliert, wirkt die Seife wie ein Schutzfilm auf den Gläsern. Die Brille darf also nicht mit Wasser abgespült werden. Sollte dies alles nichts bringen, eignet sich auch ein »Anti-Beschlag-Spray«.

3. Tragedauer

Ein Mund-Nasen-Schutz sollte höchstens einen Tag lang genutzt werden. »Wichtig ist: Sobald der MNS feucht wird, muss er sofort gewechselt werden«, so von Freyburg. »Ein Mehrweg-Mundschutz aus Stoff soll idealerweise bei 95 Grad Celsius, mindestens bei 60 Grad Celsius in der Waschmaschine gereinigt werden«. Eine andere Alternative ist, den Mundschutz bei 70 bis 90 Grad Celsius für mindestens 30 Minuten in den Backofen zu legen (aber bitte nicht unbeaufsichtigt und nicht in die Mikrowelle wegen Brandgefahr bei eingenähten Nasenbügeln) oder mit einem Bügeleisen auf höchster Stufe von beiden Seiten zu bügeln – »das tötet die Viren ab«, so der Experte.